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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Keine ISN-Auktion – heftige Marktturbulenzen

Schlachtschweine
am Dienstag, 12.05.2020 - 17:28 (Jetzt kommentieren)

Die ISN-Auktion findet am 12. Mai und 15. Mai nicht statt. Grund sind die heftigen Marktturbulenzen.

Die ISN erklärt die Aussetzung der Notierung damit, dass die Preisbildung eigentlich den Spotmarkt in normalen Marktphasen abbilden soll.

Weiter heißt es: Die aktuelle Situation am Schweinemarkt ist aber alles andere als normal, so dass die Durchführung der Auktionen, in dieser Woche keinen Sinn macht.“ Bereits am vergangenen Freitag hatte es bei der Auktion keinen Kaufabschluss gegeben.

Absatz stockt – Fleischmarkt überversorgt

Schlachter

Allerdings ist die Situation nicht nur in Deutschland so chaotisch. Auch in anderen europäischen Ländern befindet sich der Schweinemarkt in ausgesprochen schwerer See, schreibt die ISN. Ursache ist: Die totale Schieflage am Fleischmarkt. Sie lässt die Notierungen für Schlachtschweine in der EU weiter einbrechen. Es herrscht weitgehend Nachfrageflaute.

In allen Ländern haben Schließungen von Restaurants, Betriebskantinen und Mensen tiefe Spuren in der Nachfrage hinterlassen. Diese lassen sich nicht durch eine verbesserte private Nachfrage kompensieren.

Der Absatz stockt und der Fleischmarkt ist überversorgt, erklären die ISN-Beobachter die Entwicklung. Das Interesse der Schlachter, weitere Mengen in die Kühlhäuser zu schieben, ist angesichts der Ungewissheit nicht sehr groß, heißt es außerdem.

Corona auf Schlachthöfen – noch ein Problem

Schlachter

Großen Einfluss auf die weitere Marktentwicklung könnten mögliche Schließungen von Schlachtunternehmen bekommen. Das zeigt sich bereits durch die vorläufige Betriebsschließung am Westfleisch-Standort Coesfeld. Dort war eine größere Anzahl an Corona-Neuinfektionen unter den Mitarbeitern festgestellt worden.

Mittlerweile gibt es Untersuchungen von Schlachthof-Mitarbeitern auf allen Schlachtstandorten in NRW. Allein in NRW sind das rund 20.000 Mitarbeiter. Die ISN berichte, dass bis zum heutigen Nachmittag 249 positive bei 476 negativen Testergebnissen ermittelt wurden. 278 Testergebnisse standen noch aus.

Außerdem sollen die Unterkünfte von Mitarbeitern mit Werksverträgen inspiziert werde. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden die Mitarbeiter verstärkt auf Corona untersucht. Weitere Betriebsschließungen könnten das Problem des Abnahmestaus noch verschärfen. Ohnehin dürften die Schweine aufgrund der schleppenden Vermarktung deutlich schwerer werden als üblich.

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