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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Lockdown und dänischer Exportstopp verschärfen Krise

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am Mittwoch, 11.11.2020 - 15:48 (Jetzt kommentieren)

Die Schließung der Gastronomie sorgt für Turbulenzen. Dänemark hat Probleme im Export. Tönnies will Schlachtung ausweiten.

Gleichzeitig beiben die Schlachtkapazitäten aufgrund von Infektionen unter Schlachthof-mitarbeitern und angeordneter Quarantänen von Kontaktpersonen eingeschränkt. Insbesondere in Deutschland wächst der Angebotsstau unaufhaltsam weiter. Bis Weihnachten könnten nach Schätzungen der ISN-Schätzung über eine Million Schlachtschweine in der Warteschleife stehen.

Hoffungsvolle Signale kommen indessen von der Firma Tönnies: Über Twitter berichtet die Firma, dass die neue Schinkenzerlegung coronakonform umgebaut wurde. Damit könnten 25.000 Tiere in der Woche mehr geschlachtet und zerlegt werden – und der Schweinestau sukzessive abgebaut werden. Jetzt wartet Tönnies noch auf den Startschuss durch die Behörden.

Gleichzeitig belasten jedoch die wegen ASP ausgesetzten Exportmöglichkeiten für deutsches Schweinefleisch die Absatzmöglichkeiten der Fleischhändler, berichtet die ISN. Nun dürfen offenbarauch wichtige dänische Schlachtstandorte kein Schweinefleisch mehr nach China liefern, heißt es weiter. Das könnte den Druck auf den deutschen und europäischen Markt noch erheblich erhöhen. So geraten die Schweinepreise auch in anderen EU-Ländern immer stärker unter Druck. Der deutsche Markt konnte sich hingegen erneut auf dem niedrigen Niveau behaupten.

Lockdown setzt Fleischmarkt unter Druck – Exportstopp für Dänemark

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Im Fleischgeschäft standen die Preise unter Druck. Zwei maßgebliche Gründe waren der Auslöser dafür, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG): Auf der einen Seite sind vor allem Edelteile von den aktuellen Lockdown-Maßnahmen betroffen. Hier fehlt der wichtige Absatz in die Gastronomie, sodass der Rückgang im Durchschnitt nochmals 6 Cent betrug.

Darüber hinaus wurde Dänemark der Schweinefleischexport nach China untersagt. Eine Mutation des Virus SARS-CoV-2 mit dem Namen "Cluster 5", die sich nachweislich von Tieren auf Menschen übertrug, ist der Auslöser des Importstopps. Das führt dazu, dass Dänemark nun verstärkt Schweinefleisch nach Deutschland liefert, beobachtet die VEZG. Das setzte die Preise unter Druck.

Zuvor hatte es jedoch auch Berichte über Dumpingangebote aus Deutschland am innereuropäischen Markt gegeben. In Italien sei der Druck immens, da dort sehr billige Schinken aus Deutschland angeboten würden, berichtet die ISN.

Durch die Schließung der Gastronomie kommt es wie beim vorigen Lockdown zu einem spürbarbaren Rückgang sowie zu einer Verschiebung der Nachfrage.

Schweinepreise bei 1,27 Euro – Schlachtgewichte steigen weiter

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Am deutschen Schlachtschweinemarkt prägen infolge weiterhin zu gering ausfallender Schlachtungen große Angebotsüberhänge das Geschehen auf der Lebendseite. Die Preise verbleiben dabei in der neuen Schlachtwoche auf unverändert niedriger Basis, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG).

Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 11. November bis zum 15. November einen Schweinepreis von 1,27 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung bleiben die Preise damit weiterhin unverändert. Eine Preisspanne gab es weiterhin nicht.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine blieb weiterhin sehr hoch und wurde mit 317.600 angegeben. Das waren gut 10 Prozent mehr als in der Vorwoche, für die 284.300 Schweine abgerechnet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wird mittlerweile mit 100,7 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ein weiterer Anstieg um 0,2 kg.

Ferkelpreise bleiben weiter unten

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Am deutschen Ferkelmarkt bleibt es bei einer schwierigen Vermarktungssituation. In der laufenden Woche verbleiben die Ferkelpreise auf der bisherigen niedrigen Basis, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 09. November bis 15. November weiterhin nur mit 27 Euro je Stück angegeben. Gegenüber der Vorwoche blieb der Ferkelpreis damit unverändert.

Sauenpreise ebenfalls seitwärts bei 71 Cent

Das Schlachtsauenangebot bleibt umfangreich, kann aber vornehmlich vollständig am Markt platziert werden. Es wird mit weiterhin mit gleichbleibenden Preisen gerechnet, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 05. November bis zum 11. November, wurde der Preis mit 0,71 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche davor, blieb der Durchschnittspreis damit unverändert. Eine Preisspanne gab es weiterhin nicht.

 

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