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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Riesiger Schweine-Stau schrumpft - Hoffnung wächst

Ferkel
am Mittwoch, 20.01.2021 - 15:07 (Jetzt kommentieren)

Über eine Million Schweine sind im Überhang. Doch ihre Zahl nimmt viel schneller ab als noch vor den Feiertagen. Für bessere Preise fehlt jedoch der Export.

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Am deutschen und europäischen Schweinemarkt ist die Marktlage unverändert, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die Notierungen in den wichtigsten EU-Ländern bleiben deshalb stabil. Auch die niederländischen Preise setzten den leichten Anstieg der Vorwoche nicht fort.

Insgesamt berichtet die ISN von einem umfangreichen Angebot an lebenden Schweinen. Gleichzeitig befindet sich die Schlachtung in vielen Ländern auf hohem Niveau. Durch die hohe Schlachtgewichte der Tiere werden die Schlachtlinien jedoch stärker belastet als sonst und sind störungsanfälliger, berichten die Marktexperten der ISN.

Was den Absatz betrifft – und damit auch das Preisniveau – sind die EU-Länder mit Exportmöglichkeiten in Drittländer, wie etwa Spanien und Dänemark, im Vorteil. Der innereuropäische Handel verläuft nach Einschätzung der ISN jedeoch ebenfalls stabil auf dem saisonüblichen Niveau. Aus Dänemark wurde zuletzt jedoch von einem deutlich größeren Angebot an schlachtreifen Schweinen berichtet.

In Deutschland kommt es weiterhin zu Einschränkungen an mehreren Schlachtstandorten durch Quarantänemaßnahmen bei Mitarbeitern. Der Schweinestau beläuft sich nach Einschätzung der ISN auf etwa 1.030.000 Schlachtschweine. Er wird sich aufgrund des rückläufigen Lebendangebots in den nächsten Wochen aber abbauen.

Weniger Ferkelimporte – weniger schlachtreife Schweine

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Über die Feiertage hatte der Überhang deutlich zugenommen, aber der Abbau dürfte nun durch die geringere Zahl an nachwachsenden Schweinen beschleunigt werden. Doch auch der Absatz von Schweinefleisch spielt eine wichtige Rolle beim Abbau des Schweinestaus, analysiert die ISN die Lage. Und hier stockt es offenbar erheblich.

An einzelnen Schlachtstandorten kommt es zudem noch immer zu Kapazitätseinschränkungen, weil Corona-Infektionen bei Mitarbeitern festgestellt werden. Der große Unterschied zur Vorweihnachtszeit ist, dass das Angebot an schlachtreifen Schweinen, das nun neu hinzukommt, wesentlich kleiner ausfällt.

Der erste und wichtigste Punkt ist nach Einschätzung der ISN der starke Importrückgang von Ferkeln. Seit September letzten Jahres kamen wöchentlich etwa 40.000 Ferkel weniger aus Dänemark und den Niederlanden nach Deutschland. Das bedeutet, dass mittlerweile deutlich weniger Schweine in deutschen Ställen die Schlachtreife erreichen.

Hinzu kommt, dass die Importe von lebenden Schlachtschweinen aus den Niederlanden und Belgien reduziert wurden. Gleichzeitig werden mehr deutsche Schweine ins Ausland verkauft. Während der Überhang vor Weihnachten um 10.000 bis 30.000 Tiere pro Woche abgebaut wurde, könnte der Rückgang in den kommenden Wochen auf 60.000 bis 90.000 zunehmen, hat die ISN ausgerechnet.

Schweinepreise bleiben bei 1,19 Euro – Schlachtgewichte noch etwas höher

Die Situation am deutschen Schlachtschweinemarkt wird weiterhin durch insgesamt umfangreichere Angebotsüberhänge auf der Lebendseite gekennzeichnet.

Die Preise verbleiben in der neuen Schlachtwoche auf der niedrigen Basis, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG). Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 21. bis 27. Januar einen Schweinepreis von 1,19 Euro je Indexpunkt.

Zur vorigen Notierung bleiben die Preise damit unverändert – und befinden sich damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2011. Eine Preisspanne gab es auch diese Woche nicht.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war etwas niedriger als in der Vorwoche und wurde mit 367.200 angegeben; das war gut 1 Prozent weniger als in der Vorwoche mit 372.100.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 102,7 kg beziffert. Das ist im Vergleich zur Vorwoche nochmals ein leichter Anstieg von 0,1 kg.

Ferkelpreise steigen erneut leicht auf 25 Euro

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Die vorherrschend gute Nachfrage am deutschen Ferkelmarkt bedingt in der laufenden 3. Kalenderwoche weiter leicht anziehende Ferkelpreise, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 18. bis 24. Januar mit 25 Euro je Stück angegeben.

Das ist ein leichtes Plus zur Vorwoche von 1 Euro.

Sauenpreise weiter unverändert bei 0,65 Euro

Die Angebotsmengen am Markt für Schlachtsauen fallen weiterhin umfangreich aus. Die Preise dürften fortgesetzt auf der bisherigen niedrigen Basis verbleiben, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 14. bis 20. Januar wurde der Preis mit 0,65 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche davor wurde der Durchschnittspreis damit nicht verändert.

Eine Preisspanne gab es auch diesmal nicht.

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