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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Schlimmste Krise seit Jahrzehnten – geht weiter

mastschweine.
am Mittwoch, 15.09.2021 - 15:09 (Jetzt kommentieren)

Die Schweinepreise bleiben unverändert niedrig. Zusätzliche Hilfen gibt es kaum – nicht vom Markt und wenig von der Politik.

schweinepreise.

Am Schweinemarkt entwickelt sich die Lage im Süden derzeit deutlich ausgeglichener als im Nordwesten, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG). Insgesamt bleibt es in der neuen Schlachtwoche bei unveränderten Schweinepreisen.

Doch das hilft den deutschen Schweinehaltern nicht wirklich – oder anders gesagt schlimmer kann es fast nicht kommen: „Die ruinöse Situation in der Schweinehaltung hat ein Ausmaß angenommen, dass ich mit über vier Jahrzehnten Erfahrung als Schweinehalter so noch nicht erlebt habe", erklärt der ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes: "Mit jedem Tag, den die Krise andauert steigen mehr meiner deutschen Berufskollegen aus der Schweinehaltung aus. Es muss schnell etwas passieren." 

Julia Klöckner sagte dazu auf dem heutigen Treffen der Agrarministerinnen: „Wir haben erreicht, dass trotz ASP der Handel mit vielen Drittländern wieder möglich ist, die Antragsfrist für die Corona-Überbrückungshilfen wurde bis Ende Dezember verlängert, und ich habe die europäische Kommission aufgefordert, kurzfristig Krisenmaßnahmen zu prüfen.

Die gute Nachricht ist: Am Fleischmarkt kann sich die Stimmung erstmalig seit Wochen etwas stabilisieren, berichtet VEZG. Preislich mussten jedenfalls keine weiteren Abschläge hingenommen werden. Die Spannen liegen insgesamt bei allen maßgeblichen Artikeln auf dem Vorwochenniveau. „Insgesamt steigen die Chancen, dass die Fleischpreise nun eine gewisse Bodenbildung erfahren“ sagt die VEZG.

Doch das wird nicht ausreichen um den Schweinebauern zu helfen. Deshalb fordert ISN-Geschäftsführer Torsten Staack: „Jetzt müssen kurzfristige Maßnahmen schnell kommen, um die Preiskrise wenigstens etwas zu entschärfen“. Staak sagt weiter: „Es geht darum, dass der Lebensmittelhandel nicht durch politische Aussagen dafür gerügt oder gar daran gehindert werden darf, wenn er in der jetzigen Krise durch Werbeaktionen den Absatz von deutschem Schweinefleisch ankurbeln will."

Schweinepreise weiterhin bei 1,25 Euro

Für den Zeitraum vom 16. September bis 22. September notiert die VEZG einen Schweinepreis von 1,25 Euro je Indexpunkt. Zur vorigen Notierung sind die Preise damit unverändert geblieben. Die Preisspanne liegt zwischen 1,25 und 1,30 Euro – also 5 Cent höher als in der vorigen Woche.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war mit 280.700  allerdings fast 5 Prozent größer als in der Vorwoche mit 268.000 Tieren.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 97 kg gemeldet. Das sind im Vergleich zur Vorwoche 0,2 kg mehr – und zeigt auch eine gewissen Rückstau an Schweinen an.

Ferkel kosten weiter nur noch 20 Euro

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Ausgehend von den zuletzt unveränderten Schlachtschweinepreisen kann in der laufenden 37. Kalenderwoche mit ebenfalls gleichbleibenden Ferkelpreisen gerechnet werden, berichtet die VEZG.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wurde für den Zeitraum vom 13. September bis 19. September mit 20 Euro je Stück angegeben.

Das sind zur Vorwoche unverändert niedrige Preise.

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