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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Eine schnelle Preiserholung ist nicht in Sicht

mastschweine.
am Mittwoch, 13.01.2021 - 15:14 (Jetzt kommentieren)

Eine Preiserholung sieht anders aus. Aber der Druck auf den Markt nimmt ganz allmählich ab.

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Offenbar war der durch die Feiertage entstandene zusätzliche Angebotsüberhang am europäischen Schweinemarkt nicht ganz so groß wie befürchtet. Das berichtet jedenfalls die Interessengemeinschaft der Schweinhalter (ISN). Doch der Januar ist auch ohne den coranabedingten Angebotsüberhang nicht vermarkteter Schweine ein schwieriger Monat für Schweinhalter.

Zum einen ist der Verbrauch nach den Feiertagen üblicherweise eher schwach. Gleichzeitig ist das Lebendangebot groß. Am europäischen Schweinemarkt sind die Preise jedoch ebenfalls stabil, berichtet die ISN. Die niederländische Notierung steigt sogar ganz leicht um einen Cent.

An der Spitze im Preisgefüge der fünf größten Schweine haltenden EU-Länder liegen weiterhin Spanien und Dänemark. Die deutschen Preise bilden das Schlusslicht unter den fünf größten Schweine haltenden EU-Ländern, berichtet die ISN. Das kleine Plus in den Niederlanden erklärt die ISN mit dem gut laufenden Export sowie mit dem Abbau des Überhangs am Lebendmarkt. Von einem guten Exportgeschäft profitieren derzeit auch die Märkte in Spanien, Frankreich und Dänemark.

Verschärfter Lockdown hat wenig Auswirkungen

Wenig Auswirkungen auf den Schweinemarkt erwartet die ISN durch den  verschärften Lockdown. Es wurde eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31.01.2021 beschlossen. Dazu gehört auch die Schließung von Kantinen.

Die zusätzliche Beeinträchtigung der Schweinefleischnachfrage dürfte dadurch allerdings nur gering ausfallen, ist die ISN überzeugt. Zum einen war der Verzehr in den Kantinen zuletzt schon eingeschränkt. Zum anderen wird der Absatzrückgang durch die Einkäufe der privaten Haushalte ausgeglichen.

Die Schließung der Kantinen ist für den Schweinefleischkonsum weniger schwerwiegend die Absage von Großveranstaltungen, sagt die ISN. Insgesamt sind die Absatzmöglichkeiten derzeit jedoch durch die Beschränkungen im Außer-Haus-Bereich als auch durch die fehlenden Exportmöglichkeiten sehr begrenzt.

Gerade mit Blick auf den Schweinestau wäre ein höherer Absatz von Schweinefleisch aber wichtig, denn dann dürfte auch die Bereitschaft der Schlachtunter zunehmen, die Schlachtung zu erhöhen, ist die ISN überzeugt.

Die Aussichten im Drittlandsexport sehen die ISN-Experten derzeit jedoch nicht sehr optimistisch. Ein allmählich abnehmendes Angebot an Schweinen dürfte den Markt in den nächsten Wochen aber allmählich entlasten, ist die Meinung der ISN.

Schweinepreise weiter bei 1,19 Euro – Schlachtgewichte sehr hoch

Am Schlachtschweinemarkt bleibt es bei hohen Angebotsüberständen aus den vergangenen Wochen. Die Preise verharren in der neuen Schlachtwoche auf der bisherigen Basis, berichtet die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG). Die VEZG meldet für den Zeitraum vom 14. Januar bis zum 20. Januar einen Schweinepreis von 1,19 Euro je Indexpunkt.

Zur vorigen Notierung bleiben die Preise damit unverändert – und befinden sich damit weiter auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2011. Eine Preisspanne gab es auch diese Woche nicht.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war etwas niedriger als in der Vorwoche und wurde mit 372.000 angegeben. Das waren rund 1 Prozent weniger als in der Vorwoche mit 376.100  Schweinen angemeldet wurden.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 102,6 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorweihnachtwoche ein weiterer sehr kräftiger Anstieg von 0,6 kg.

Ferkelpreise steigen leicht auf 24 Euro – Zuschlag für kastrierte Ferkel

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Infolge des zügiger verlaufenden Ferkel-Absatzgeschäftes kann in der laufenden 2. Kalenderwoche des neuen Jahres mit leicht ansteigenden Ferkelpreisen gerechnet werden, berichtet die VEZG. Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wird für den Zeitraum vom 11. Januar bis 17. Januar mit 24 Euro je Stück angegeben.

Der Beirat der Ab-Hof-Preisnotierung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) sowie die Arbeitsgemeinschaft Ferkelvermarktung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) wollen die Ferkel-Nordwest-Notierung die Preisempfehlung der VEZG nach dem Ende der Übergangsfrist zum deutschen Tierschutzgesetz an die neue Vermarktungssituation anpassen.

Deutsche Ferkel, die seit Jahresbeginn nach den Vorgaben des novellierten Tierschutzgesetzes mit Betäubung kastriert werden, erhalten beim Verkauf in einer Vermarktungspartie im ausgeglichenen biologischen Geschlechtsverhältnis (einen Preiszuschlag von zwei Euro pro Tier.

Sauenpreise unverändert bei 0,65 Euro

Die Lage am Markt für Schlachtsauen wird zu Jahresbeginn weiterhin durch relativ umfangreiche Angebotsmengen gekennzeichnet. Die Preise verbleiben in der neuen Schlachtwoche unverändert auf dem bisherigen niedrigen Niveau, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 07. Januar bis zum 13. Januar, wurde der Preis mit 0,65 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der Woche davor, wurde der Durchschnittspreis damit nicht verändert.

Eine Preisspanne gab es auch diesmal nicht.

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