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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise steigen im D-Zug-Tempo: explosive Marktlage

Mastschweine.
am Mittwoch, 16.03.2022 - 16:17 (Jetzt kommentieren)

Beobachter beschreiben die Marktlage als explosiv. Die Schweinepreise steigen weiter steil an. Auch für Ferkel gibt es deutlich mehr Geld.

schweinepreise.

Die Schweinepreise steigen weiter steil an. Der Markt nimmt „eine Entwicklung, die in dieser Form und in diesem Tempo für alle Marktteilnehmer absolutes Neuland ist“, kommentieren die Marktbeobachter der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) die aktuelle Entwicklung. Und das ist nicht nur in Deutschland so. Die Notierungen bewegen sich in allen EU-Mitgliedsländern steil nach oben.

Der Kriegsausbruch in der Ukraine und die damit verbundenen Kostensteigerungen an den Energie- und Rohstoffmärkten sorgen für einen zusätzlichen Preisschub – aber auch für zahlreiche Probleme, auch bei den Schlachtern, wie die jüngsten Forderungen von Tönnies an den Lebensmittelhandel verdeutlichen.

Hinzu kommt, dass in vielen Ländern eine schrumpfende Produktion mit kräftigen Nachfrageimpulsen durch die Lockerung der Corona-Maßnahmen und ersten Grillwetterimpulsen zusammentreffen. In Deutschland ist der Wettbewerb um schlachtreife Schweine auf einem leergefegten Spotmarkt besonders groß, sagt die ISN.

Plötzlich ein Verkäufermarkt

Schweinepreise.

Am Fleischmarkt sind explosive Preissprünge zu beobachten, wie sie in der Vergangenheit kaum möglich waren, sagt die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften in ihren aktuellen Wochenbericht. „Nach den zwei massiven Anpassungen der VEZG-Notierung um insgesamt ingesamt 43 Cent je kg SG in nur zwei Wochen folgen nun die Fleischpreise, und der Markt muss sich generell neu orientieren“, sind die VEZG-Experten überzeugt.

Rückläufige Schlachtungen sorgen zudem für ein kleines Fleischaufkommen, das für die Nachfrage des LEH's nicht ausreichend ist. In Vorbereitung auf die Grillsaion sind vor allem Nacken gefragt und erzielen im Wochenvergleich den größten Aufschlag. Der gesamte Schlachtkörper wurde satte 31 Cent über der Vorwoche verkauft, berichten die Marktbeobachter.

Ein regelrechter Umschwung zu einem Verkäufermarkt hat eingesetzt, und wer Ware beziehen möchte, muss entsprechend bezahlen, heißt es weiter. Die Verkäufer in den Schlachtunternehmen stehen damit nicht mehr unter Preisdruck. Für die kommende Woche bleibt die Tendenz deshalb fest.

Schweinepreise steigen nochmals um 10 Cent

Die rege Nachfrage sowie das nicht zu umfangreich ausfallende Angebot auf dem deutschen Schlachtschweinemarkt bedingen in der neuen Schlachtwoche einen weiteren deutlicher ausfallenden Preisaufschlag, sagt die VEZG. Für den Zeitraum vom 17. März bis 23. März notierte die VEZG einen Schweinepreis von 1,85 Euro je Indexpunkt.

Zur vorigen Notierung sind die Preise damit um 10 Cent gestiegen. In drei Wochen sind das 53 Cent mehr. Die Preisspanne liegt jetzt zwischen 1,85 und 1,95 Euro je kg und lässt einen steil nach oben gerichteten Preistrend erkennen.

Die Menge der zur Vermarktung angemeldeten Schweine war mit 224.600 Tieren nochmals deutlich um 2 Prozent kleiner als in der Woche zuvor, für die 229.000 Schweine abgerechnet wurden. Das knappe Angebot ist einer der entscheidenden Gründe für die steigenden Preise.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht wurde mit 96,9 kg angegeben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche ein 0,1 kg geringeres Schlachtgewicht und bestätigt das kleine Angebotsdruck.

Ferkelpreise steigen auf 55 Euro

Ferkelpreise.

Am deutschen Ferkelmarkt wird das verfügbare Angebot fortgesetzt rege nachgefragt. Stärker ausfallende Preiserhöhungen sind in der laufenden 11. Kalenderwoche erneut die Folge, berichtet die VEZG.

Angesichts des starken Preisanstiegs bei Schweinen dürfte es in der nächsten Woche weiter nach oben gehen.

Der Preis für 25-kg-Ferkel (200er Gruppe) wurde für den Zeitraum vom 14. März bis 20. März mit 55 Euro je Stück angegeben. Das ist zur Vorwoche ein 13 Euro höher Ferkelpreis.

Schlachtsauen: Preise gehen um 10 Cent nach oben

Die rege Nachfrage sowie das nicht zu umfangreich ausfallende Angebot auf dem deutschen Schlachtschweinemarkt bedingen in der neuen Schlachtwoche einen weiteren deutlicher ausfallenden Preisaufschlag, berichtet die VEZG.

Für den Zeitraum vom 17. März bis 23. März wurde der Preis mit 1,20 Euro je kg SG angegeben. Gegenüber der vorigen Woche wurde der Durchschnittspreis damit um weitere 10 Cent angehoben.

Die Preisspanne lag zwischen 1,20 und 1,25 Cent und zeigt wie bei Schweinen weiterhin einen nach oben gerichteten Preistrend an.

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