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Schweinemarkt und Schweinepreise

Schweinepreise: Stimmung kippt – Preise auch?

Schweine
am Freitag, 19.06.2020 - 11:00 (1 Kommentar)

Die Betriebsschließung beim größten deutschen Schlachter Tönnies in Rheda bleibt nicht ohne Folgen für den Markt.

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Die Stimmung kippt – und die Preise auch. Die Schweinepreise gaben auf der heutigen ISN-Auktion nach. Der kurzfristige Wegfall der Schlachtungen in Rheda sorgt offenbar für erhebliche Verunsicherung am Markt.

Die Umverteilung der Schweine auf andere Schlachthöfe dürfte nicht ganz so reibungslos laufen wie gewünscht. Deshalb entsteht ein gewisser Druck am Lebendmarkt. Wie lange Tönnies in Rheda nicht schlachten darf, ist nicht klar.

Am heutigen Freitag, den 19. Juni 2020, wurden die Schweine auf der ISN-Auktion im Durchschnitt zu einem Preis von 1,70 Euro je kg SG gehandelt. Damit sind die Auktionspreise im Vergleich zur vorigen Auktion um 2 Cent zurückgegangen. Die Preisspanne der gehandelten Schweine lag zwischen 1,69 Euro und 1,70 Euro und war damit deutlich kleiner als am Dienstag.

Angeboten wurden diesmal 1300 Schweine in 9 Partien. Davon wurden lediglich 530 Schweine in 3 Partien auch verkauft. Damit fanden lediglich 40 Prozent der angebotenen Schweine auch einen Abnehmer.

Schlachthof in Rheda wird runtergefahren

Laut Tönnies-Firmensprecher Dr. André Vielstädte werden derzeit in Absprache mit dem Kreis die schon geschlachteten Tiere und Bestände bis zum Wochenende abgearbeitet. Die Zahl der Mitarbeiter und die Geschwindigkeit der Zerlegung sei deutlich reduziert worden, um größere Abstände innerhalb der Produktion gewährleisten zu können.

"Der Betrieb wird nach und nach kontrolliert heruntergefahren. Die noch im Betrieb befindliche Ware wird bis zum Wochenende versandfertig gemacht, damit diese nicht verdirbt", so Vielstädte. An anderen deutschen Schlachtbetrieben sind in den vergangenen Tagen keine weiteren positiven Corona-Testergebnisse festgestellt worden.

Umleitung der Schweine ist Herausforderung

Schweine Transport

Die Anzahl der Schweine, die durch die Schließung des Tönnies-Standorts in Rheda-Wiedenbrück umgeleitet werden muss, ist angesichts der Standortgröße ohne Frage eine Herausforderung, schreibt die ISN.

Gleichzeitig stehen jedoch die Schlachtkapazitäten in anderen deutschen und auch niederländischen Schlachthöfen wieder nahezu komplett zur Verfügung und das Angebot an schlachtreifen Schweinen bewegt sich saisonal auf einem niedrigen Niveau.

Dies könnte dabei helfen, die Angebotsmengen zu bewältigen, heißt es weiter. Für die Schweinehalter ist es nach Einschätzung der ISN unbedingt notwendig, die Umleitung der Schweine passend zu organisieren. Vorzeitige Verkäufe von zu leichten Schweinen sollten unbedingt vermieden werden, um die Situation nicht unnötig zu belasten.

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