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ASP, Corona und der Schweinemarkt

Schweineschlachtungen: Die Lage spitzt sich zu

Schweine
am Mittwoch, 07.10.2020 - 17:14 (Jetzt kommentieren)

Die VEZG hält den Schweinepreis stabil. Aber der Rückstau bei den Schlachtungen wird immer größer.

Mit 1,27 Euro je Indexpunkt hat die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) die Notierung für Schlachtschweine heute unverändert zur Vorwoche belassen. Auch der Orientierungspreis für Schlachtsauen blieb mit 0,71 Euro/kg Schlachtgewicht stabil.

Die eingeschränkten Schlacht- und Zerlegekapazitäten sorgen aber weiterhin für einen verzögerten Absatz schlachtreifer Schweine. Die Überhänge auf der Lebendseite nehmen sogar noch zu. Grund sind die Verwerfungen am Markt durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen und die Corona-bedingt eingeschränkten Schlachtkapazitäten in der Fleischwirtschaft.

Die Zahl der Schlachtungen sank in der Woche vom 28. September bis 2. Oktober im Vergleich zur Vorwoche um 9 Prozent. Mit 790.424 geschlachteten Schweine wurde sogar die Marke von 800.000 Tieren unterschritten.

Rukwied fordert Sonderschichten in der Fleischindustrie

Vor diesem Hintergrund fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, Bund, Länder und Fleischwirtschaft dazu auf, alle Möglichkeiten zur Bereitstellung zusätzlicher Schlachtkapazitäten zu nutzen.

„Wir haben kein Absatzproblem, sondern einen Kapazitätsengpass in Schlachtung und Zerlegung“, stellte Rukwied fest. Er forderte zusätzliche Schichten oder Schlachttage an Wochenenden oder Feiertagen, um den Rückstau an schlachtreifen Tieren zu entschärfen. Der DBV-Präsident warnte vor drastischen Folgen für die Wertschöpfungskette. Die gefährliche Mischung aus Corona-Folgen und ASP drohe den Strukturwandel deutlich zu beschleunigen.

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