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USDA-Schätzung

USA erwarten Rekord im Rindfleischhandel

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Josef Koch, agrarheute
am
08.05.2018

Der weltweite Rindfleischhandel boomt 2018, so die Prognose des US-Agrarministeriums. Die EU kann davon zumindest bisher nicht so richtig profitieren. In den ersten zwei Monaten gingen die Ausfuhren leicht zurück.

Rindviehherde in Brasilien

Erstmals seit 2012 rechnet das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) für das laufende Jahr wieder bei allen Fleischarten mit Zuwächsen im internationalen Handel. Während die Schweine- und Geflügelfleischexporte gegenüber 2017 eher moderat zwischen 1 und 2 Prozent zulegen sollen, wird für die globalen Rindfleischausfuhren ein kräftiger Anstieg von 5 Prozent auf die neue Rekordmarke von fast 10,5 Mio. t erwartet.

Möglich macht das laut einer kürzlich veröffentlichten USDA-Prognose ein weltweit steigendes Angebot infolge von Produktionszuwächsen in den führenden Exportregionen USA, Südamerika sowie Australien. Dem steht eine global zunehmende Rindfleischnachfrage gegenüber, die vor allem in Asien und im arabischen Raum nicht durch die Eigenerzeugung gedeckt werden kann.

Chinesen steigen zum wichtigsten Abnehmer auf

Wie im Sektor Schweinefleisch wird auch bei Rindfleisch die Rolle Chinas als globaler Nachfrager immer wichtiger. Laut USDA rangierte die Volksrepublik 2012 unter den Importländern mit einer Einfuhrmenge von weniger als 100.000 t noch unter ferner liefen. Für 2018 wird indes mit einem Rekordimport Chinas von rund 1,2 Mio t Rindfleisch gerechnet, was hinter den USA mit 1,38 Mio t den zweiten Rang bedeuten würde.

Rechnet man die Einfuhrmenge Hongkongs von voraussichtlich 580.000 t in diesem Jahr hinzu, ist das Reich der Mitte weltweit zum wichtigsten Abnehmer von Rindfleisch aufgestiegen. Experten erwarten dort in Zukunft noch höhere Einfuhren, da der gegenwärtige Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 6 kg noch deutlich unter dem weltweiten Mittel von 8,6 kg liegt.

Brasilien und Australien profitieren am meisten

Vom wachsenden Importbedarf Chinas, der im laufenden Jahr dem USDA zufolge um rund 225.000 t oder gut ein Fünftel zunehmen soll, dürften mehrere große Rindfleischexporteure profitieren.

Hauptlieferant Brasilien konnte seine Ausfuhren in die Volksrepublik in den ersten beiden Monaten von 2018 im Vorjahresvergleich bereits um 31 Prozent auf 43.670 t steigern.

Australien brachte es von Januar bis April auf 43.750 t, was ein Drittel mehr als in der Vorjahresperiode war. Die erst Mitte 2017 wieder für den chinesischen Markt zugelassenen US-Anbieter lieferten im ersten Quartal 2018 insgesamt 1.620 t Rindfleisch in die Volksrepublik; einschließlich Hongkong waren es 35 060 t.

Türken kaufen mehr Rindfleisch in der EU

Die Europäische Union spielt bisher noch keine Rolle im Rindfleischhandel mit China. Allerdings hat Irland als erster Mitgliedstaat im April eine Marktzulassung erhalten. In Kürze könnten auch die Franzosen entsprechende Importzertifikate erhalten, erwarten Marktteilnehmer.

In den ersten beiden Monaten 2018 lag der EU-Rindfleischexport mit 102.803 t rund 5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Allerdings florierten in diesem Zeitraum die Ausfuhren in die Türkei. Mit gut 15.000 t nahmen die Türken fast die fünffache Menge im Vergleich zu 2017 ab.

Mit Material von AgE
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