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Fleischmarkt und Fleischpreise

USDA: Chinas Bauern halten immer weniger Schweine

ASP reduziert Chinas Schweinebestand weiter
am Montag, 13.07.2020 - 14:51 (Jetzt kommentieren)

Die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China sind der dominierende Faktor am Markt für Schweinefleisch, schreibt das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seinem globalen Marktausblick.

Die Exporte für Schweinefleisch werden deshalb stärker wachsen als bisher prognostiziert. Die weiter schrumpfende Schweineproduktion in China wird voraussichtlich weiterhin den Rekordhandel ankurbeln. Die Corona-Krise und ihre Folgen hat alle Prognosen jedoch erheblich unsicherer gemacht und wird voraussichtlich den Handel im Jahr 2020 erheblich stören, schreibt das USDA.

Die Exportprognosen für den Handel mit Rindfleisch wurden aufgrund der schwächeren Nachfrage wegen der Corona-Krise reduziert. Das schrumpfende globale Wirtschaftswachstum wird die Nachfrage der Verbraucher nach tierischem Eiweiß dämpfen, glaubt das USDA. Die Schließung von Restaurants sowie die Verringerung von Tourismus und Reisen werden den Absatz drosseln und zudem die Nachfrage zwischen den Fleischarten (hinzu zu preiswertem Geflügel) verschieben. 

Störungen im Containerhandel haben bereits den Welthandel beeinträchtigt, indem Transportschiffe die Häfen verstopften und die Verfügbarkeit von Containern zumindest kurzfristig verringert wurde. Es ist wahrscheinlich, dass es noch weitere und längerfristige Auswirkungen gibt, schreibt das USDA. Die Reaktion des Vieh- und Fleischsektors auf allen Ebenen der Liefer- und Vertriebskette wird sich voraussichtlich in Zukunft auf die Versorgung auswirken.

Chinas Fleischproduktion schrumpft weiter

China hat Probleme den Schweinebestand zu stabilsieren

Die weltweite Prognose für die Schweinefleisch-Produktion hat das USDA um 2 Prozent auf 94,3 Millionen Tonnen gesenkt. Grund ist die noch weiter nach unten korrigierte Produktions-Erwartung für China.

Dort hat haben die Schweinemäster Probleme, sich von der afrikanischen Schweinepest (ASP) zu erholen.

Das USDA hat die chinesische Produktion für 2020 von 36 Millionen Tonnen auf 34 Millionen Tonnen gesenkt. Im vorigen Jahr haben die Chinesen noch 42,5 Millionen Tonnen Schweinefleisch erzeugt  - und vor ASP waren es 54 Millionen Tonnen!

Der chinesische Bestand an Schweinen schrumpft 2020 noch stärker als erwartet auf nur noch 310,4 Millionen Schweine – nachdem es im vorigen Jahr noch 428 Millionen Schweine gezählt wurden und es 2018 etwa 442 Millionen Schweine waren.

Die weltweite Produktion von Schweinefleisch wird 2020 im Jahresvergleich voraussichtlich um 7 Prozent niedriger ausfallen. Ursachen sind geringeren Produktionsmengen in China, Vietnam und den Philippinen, die alle erheblich von ASP betroffen sind.

Das erwartete Produktionswachstum in den USA, in Brasilien und in geringerem Maße auch in der EU (EU27 + UK) gleicht einige der Rückgänge in Asien aus. Grund ist, dass die jüngst sehr starke Exportnachfrage die Erzeuger in diesen Ländern dazu veranlasst hat, ihre Herden aufzustocken, schreibt das USDA.

Chinas importiert noch mehr Schweinefleisch

Schweine in einem Schweinestall

Die weltweiten Schweinefleisch-Exporte werden aufgrund der starken und weiter wachsenden Nachfrage nach Schweinefleisch aus China auf 10,5 Millionen Tonnen nach oben korrigiert. Chinas Importe werden jetzt für 2020 auf 3,9 Millionen Tonnen geschätzt, was 40 Prozent der weltweiten Importe entspricht.

Im vorigen Jahr lag die Importmenge der Chinesen nur bei 2,45 Millionen Tonnen und im Jahr davor waren es 1,45 Millionen Tonnen.

Die Importprognosen für andere Länder – außer China – wurden für 2020 größtenteils gesenkt. Ein deutlich schwächer erwartetes globales Wirtschaftswachstum und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Nachfrage nach Lebensmitteln und Fleisch dürften die Nachfrage nach Schweinefleisch in den meisten anderen Ländern dämpfen – oder stagnieren lassen.

Das USDA schätzt die Exportmenge der Europäer auf ein Rekordhoch von 3,9 Millionen Tonnen – nachdem bereits im vorigen Jahr 3,55 Millionen Tonnen Schweinefleisch am Weltmarkt – vor allem Richtung China – abgesetzt wurden. Die Ausfuhren der USA werden auf 3,39 Millionen Tonnen geschätzt – im Vergleich zu 2,87 Millionen Tonnen im vorigen Jahr und für Brasilien rechnet das USDA mit Exporten von 1 Millionen Tonnen – nach 0,86 Millionen im Jahr zuvor. Auch Kanada steigert seien Ausfuhren auf 1,4 Millionen Tonnen.

Corona stört den globalen Rindfleischhandel

Corona stört den globalen Rindfleischhandel.

Die globale Rindfleischproduktion für 2020 hat das USDA geringfügig niedriger als die vorherige Prognose geschätzt, da die mit COVID-19 verbundenen weltwirtschaftlichen Störungen die Rindfleischnachfrage drücken und die Erzeuger dazu veranlassen, ihre Produktionspläne anzupassen.

Die weltweite Rindfleischerzeugung wird im Jahr 2020 voraussichtlich zurückgehen. Ein Grund ist die deutlich kleinere australische Produktion durch die im letzten extremen Dürrejahr kräftig geschrumpfte Rinderherde in Down Under.

Der australische Bestand befindet sich allerdings wieder im Wiederaufbau, schreibt das USDA. In Brasilien, China und Kanada wächst der Rinderbstand hingegen. In den USA nimmt die Zahl der Rinder ebenso leicht ab wie in der Europäischen Union.

Der weltweite Rindfleischhandel wird im Jahresvergleich voraussichtlich um 2 Prozent zurückgehen, da das globale Wirtschaftswachstum und die Nachfrage durch die COVID-19-Pandemie sehr negativ beeinflusst wird.

Dies wird voraussichtlich dazu führen, dass Verbraucher auf kostengünstigere Proteinquellen umsteigen (Geflügel) und ihre Essgewohnheiten anpassen. Es wird erwartet, dass ein sehr reduzierter Restaurantabsatz die Rindfleischnachfrage negativ beeinflusst, da ein großer Teil des weltweiten Verbrauchs im HRI-Sektor (Hotels, Restaurants und andere Institutionen) stattfindet.

Die Rindfleisch-Exporte der EU schätzt das USDA jetzt deutlich kleiner auf 320.000 Tonnen, nachdem man vor einigen Monaten noch Ausfuhren von 360.000 Tonnen erwartet hat. Für Brasilien und die USA sollen die Exporte hingegen auf 2,5 Millionen Tonne und 1,4 Millionen Tonnen zunehmen – Grund sind die schrumpfenden Ausfuhren für Australien - die mit 1,4 Millionen Tonnen rund 350.000 Tonne kleiner als im vorigen Jahr.

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