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Abrechnungsmaske

Auch Westfleisch kommt mit neuer Abrechnungsmaske

von am
22.12.2017

Im neuen Jahr müssen sich Schweinehalter auf geänderte Abrechnungsmasken einstellen. Tönnies und Westfleisch haben die Karten offengelegt, Vion ziert sich noch.

Mastschwein auf Abtrennung
Bei Mastschweinen zählt der Bauch nun mehr, für die Schulter gibt es weniger. Zudem sinkt die Obergrenze au 1,04 Indexpunkte. Das bringt für die Mäsgter in der Regel Verluste. © agrarfoto.com

Nun doch: Das genossenschaftliche Schlachtunternehmen Westfleisch hat in einem Anschreiben an seine Lieferanten jetzt angekündigt, seine Abrechnungsmasken zum 2. Januar 2018 anzupassen. Nachdem bereits der Mitwettbewerber Tönnies an der Maskenschraube gedreht hatte, hatte der Markt laut ISN schon seit längerem darauf gewartet, dass andere Unternehmen kurzfristig nachziehen werden. Experten erwarten durch die Maskenänderung einen Nachteil für Mäster von 1 bis 2 Euro/Tier.

Auf unsere Anfage Mitte Dezember zur möglichen Maskenänderung hatte die Westfleisch jedoch nicht geantwortet. Bei Vion Food, nach Tönnies das zweitgrößte Schweineschlachtunternehmen, wird indes noch überlegt: "Bei Vion wird derzeit noch diskutiert, wie und wann das Unternehmen auf die Maskenänderung des anderen Marktteilnehmers reagiert," teilt der Pressesprecher mit.

Nur Bauch wird höher bewertet

Die neue AutoFOM-Abrechnungsmaske gilt für freie Westfleisch-Lieferanten ab dem 0. Januar 2018. Schlachtschweine von Bestschwein-Vertragslieferanten werden ab dem 15. Januar 2018 nach der neuen Maske berechnet.

Zukünftig wird die Obergrenze, ebenso wie beim Konkurrenten Tönnies, auf 1,04 Indexpunkte gekappt. Die Bewertung der Schulter wird von 1,7 auf 1,5 Punkte gesenkt. Fettere Bäuche werden zukünftig bei unter 50 Prozent Bauchfleisch (BFL) mit 1,1 statt 1,0 Punkten bewertet. Bäuche, die weniger als 12 kg wiegen, werden ebenso mit 1,1 statt 1,0 Punkten honoriert. Zwischen 50 und 54,9 Prozent BFL zählen ab Januar 1,25 statt 1,1 Punkte.

Zudem erweitert sich nach der neuen Maske der Gewichtskorridor im Optimalbereich von bisher 85 bis 105 kg auf 83 bis 107 kg.
 

Durchschnittlich 1 Indexpunkt weniger pro Schwein

Insgesamt fehlt nach dem neuen Berechnungssystem etwa 1 Indexpunkt pro Schwein, erläutet die ISN. Die höhere Bewertung der fetteren Bäuche und die Erweiterung des Gewichtskorridors können den Erlösabzug durch die Kappung der Obergrenze auf 1,04 Indexpunkte und die niedrigere Schulterbezahlung nicht kompensieren. Da sich die Bewertung der Schinken und Lachse nicht ändert, können die Mäster laut ISN  zukünftige finanzielle Defizite nicht durch eine Veränderung des Sortiermanagements ausgleichen.

Ausschließlich am Westfleisch-Standort Gelsenkirchen gilt zudem ab dem 2. Januar 2018 die neue Abrechnung nach AutoFOM-MFA. Diese Form der Abrechnung ist dort weiterhin nach vorheriger Abstimmung alternativ zum AutoFOM-Handelswert möglich.

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