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Übernahme

Tönnies schnappt Danish Crown Konkurrenten weg

Norbert Lehmann, agrarmanager
am
03.11.2015

Gerade erst hat der größte deutsche Schweineschlachter Tönnies mit einem Joint Venture in Frankreich überrascht, da übernimmt die Unternehmensgruppe das dänische Schlachtunternehmen Tican.

IIn einer Rahmenvereinbarung einigten sich Tönnies und Tican auf einen Aktientransfer an der Holding Tican A/S. Die Holding kontrolliert alle Aktivitäten der dänischen Nummer zwei in der Schweineschlachtung und Fleischverarbeitung mit den Unternehmen Tican Fresh Meat, Direct Table Foods, Pro-Pak Foods, Tican UK, Tican Chilled und Nove Sp.zo.o.. Auch die Vertriebsgesellschaften in Deutschland und China sind Teil der Vereinbarung.

Ursprünglich hatte der dänische Marktführer Danish Crown seinen kleineren Konkurrenten übernehmen wollen. Die nationale Wettbewerbsbehörde gabe die Akquisition jedoch bis zum 31. Oktober 2015 nicht frei. An diesem Tag lief die befristete Übernahmevereinbarung zwischen Danish Crown und Tican aus.

Tönnies will noch in diesem Monat in die Buchprüfung (due dilligence) bei den Dänen einstiegen. Dann soll auch der Aktientransfer erfolgen. Bis zum Jahresende hoffen die beiden Partner auf grünes Licht aus Brüssel. Spannend an der Übernahme ist, dass sich damit das familiengeführte Unternehmen Tönnies einen genossenschaftlichen Wettbewerber einverleibt. Die Tican Gruppe gehört bisher knapp 300 dänischen Landwirten und schlachtete 2013/14 rund 1,9 Millionen Schweine. Tönnies kam 2014 auf 15,6 Millionen Schweineschlachtungen.

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall

Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Martina Hungerkamp
Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Martina Hungerkamp
Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Martina Hungerkamp
Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Martina Hungerkamp
Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Martina Hungerkamp
Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Martina Hungerkamp
Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Martina Hungerkamp
Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Martina Hungerkamp
Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Martina Hungerkamp
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