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Freihandel

USA drohen mit Strafzöllen für Schweinefleisch und Milchprodukte

am Montag, 29.07.2019 - 10:33 (Jetzt kommentieren)

Die USA wollen die EU-Kommission weich kochen und drohen mit weiteren Zollerhöhungen, auch für Agrarprodukte. Auch an einem Freihandelsabkommen sind sie interessiert.

Emmentaler Käse

Die USA drohen weiter mit Vergeltungszöllen für Agrarprodukte, weil die EU Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus zahlt.

Davon betroffen könnten beispielsweise Schweinefleisch, Milcherzeugnisse, Pasta, Birnen und Kirschen sowie irische und schottische Whiskysorten sein. Bereits jetzt erhebt Washington Sonderzölle auf schwarze spanische Oliven und begründet dies mit den Beihilfen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).

Vor allem bei Butter und Käse zählen die USA zu den wichtigsten Abnehmern der Europäischen Union. Von Januar 2019 bis Mai nahmen sie größere Mengen ab als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Bei Schweinefleisch sind die Nordamerikaner die sechstgrößten Kunden. In den ersten fünf Monaten gingen die US-Schweinefleischeinfuhren aus der EU aber um 16 Prozent zurück. 

Daneben wollen die US-Amerikaner gerne einen besseren Marktzugang für ihre Produkte erreichen. Laut US-Botschafter Richard Grenell sollten Deutsche, die sich für ein Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union einsetzen, darauf hinarbeiten, dass eine solche Vereinbarung die Ausweitung des Marktzugangs für US-amerikanische und europäische Landwirte enthält.

Damit reagierte der Diplomat auf ein Angebot von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, zur Entspannung des Handelsstreits zwischen den USA und der EU die Zölle der Gemeinschaft auf US-Industriegüter und vor allem die auf Autos auf null zu senken.

US-Kongress will Agrarsektor auf jeden Fall einbeziehen

Grenell bekräftigte, dass der US-Kongress einem Zollsenkungsabkommen mit der EU ohne die Einbeziehung der Landwirtschaft nicht zustimmen werde. Das hätten 114 Mitglieder des Kongresses bereits in einem parteiübergreifenden Brief vom 14. März deutlich gemacht.

Derweil möchte die EU ihren Agrarmarkt nicht für die Amerikaner öffnen. Vor allem die Franzosen wehren sich gegen die Einbeziehung der Landwirtschaft in die Verhandlungen.

Mit Material von AgE
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