Login
Studienergebnisse

Verbraucher-Studie: Konsum und Vertrauen in Biolebensmittel

Grafik
Thumbnail
Katharina Krenn, agrarheute
am
19.12.2017

Laut einer aktuellen Studie finden die meisten Bioeinkäufe im Supermarkt statt, obwohl diese das wenigste Vertrauen genießen. Mehr Fakten zum Biokonsum.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass immer mehr Verbraucher Biolebensmittel kaufen. Waren es 2008 noch 25 %, die mindestens die Hälfte ihrer Lebensmittel bio kaufen, so sind es aktuell schon gut 30 %. Die Spitzengruppe derer, die fast alles in Bio-Qualitätkaufen, ist ebenso von sechs auf neun Prozent angewachsen, stellt das Marktforschungsinstitut dialego fest, das eine repräsentative unter 1.000 Verbrauchern durchführte.

Bio aus dem Discounter

Unverändert wird der Großteil der Bioprodukte im Supermarkt gekauft. Bei der Befragung von 1.000 Frauen und Männern zeigte sich, dass acht von zehn Konsumenten den Supermarkt für ihren täglichen Einkauf und auch für die Auswahl der Bio-Produkte wählen. Über die vergangenen neun Jahre hinweg sei dieser Wert um etwa 10 % gestiegen. Auch Discounter spielen eine bedeutende Rolle: Hier erwerben laut Studie heute 61 % der Bio-Lebensmitteleinkäufer ihre Produkte (Mehrfachnennungen möglich). Jeweils ein Drittel der Käufer kauft Bio im Bio-Supermarkt (33 %) oder auf dem Wochenmarkt (30 %).

Eine Frage der Haltung

Dabei wandelt sich die persönliche Einstellung zu Bio-Produkten: Zunehmend ist es eine Frage der Haltung. Noch vor neun Jahren erklärte jeder Vierte (26 %), dass Bio „seiner Lebenseinstellung entspricht“. Heute gibt dies schon jeder Dritte an, unter den Jüngeren (unter 29 Jahren) sind es sogar bereits 41 % der Befragten. Ebenso wird dieser Trend klar von den Frauen angetrieben. Von ihnen empfinden 37 % Bio als Lebenshaltung, während nur 31 % der Männer dies bestätigen.

Erzeuger genießt größtes Vertrauen

Wie widersprüchlich Wunsch und Handlung sein können, zeigt die Frage nach dem Vertrauen in die Einkaufsstätten für Biowaren. Auch wenn fast jeder im Supermarkt Bio einkauft, ist das Vertrauen in denselben nicht zum Besten bestellt. Nur 27 % glauben daran, dass die angebotenen Bio-Waren auch wirklich bio sind.

Das größte Vertrauen genießt heuteund mit steigender Tendenz über die Jahreder Erzeuger selbst (heute 59 % Vertrauen, 2008: 53 %), gefolgt vom Bio-Supermarkt, dessen Vertrauenskurve stabil ist. Gut jeder Zweite ist überzeugt, dass Bio hier auch wirklich Bio ist (2008: 56 %, 2017: 55 %, Frauen gut 60 %).

Schwarze Schafe und Skandale

Des weiteren wurde gefragt, ob die Hersteller von Bio-Nahrungsmitteln weniger schwarze Schafe und Skandale wie beispielsweise Genmanipulation oder Gammelfleisch hervorbringen. Davon sind allerdings nur 23 % überzeugt. Die deutliche Mehrheit von 76 % glaubt, dass es Skandale ebenso im Bio-Segment gibt. Das Vertrauen in Bio konnte über die Jahre nicht gestärkt werden, im Gegenteil der Glaube an Bio sank im Vergleich zur letzten Studie.

Akzeptanz höherer Preise

Preislich erwarten Konsumenten, dass sie für Bio-Produkte etwas mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Drei Viertel (78 %) der Konsumenten finden es richtig, dass Bio-Produkte teurer sind als Produkte aus konventionellem Anbauwenn auch die Mehrheit (55 %) mit einem „eher ja” antwortet. Die geringste Akzeptanz höherer Preise erzielen die Bio-Produkte bei der älteren Generation 50+, hier meint gut jeder Vierte (29 %), dass Bio keinen höheren Preis rechtfertigt.

Mit Material von dialego

Label-Dschungel: Hier bekommen Sie den Durchblick

Auch interessant