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Biermarkt

Weltbiermarkt im Wandel: Das sind die 5 größten Brauereien

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Julia Eder, agrarheute
am
25.08.2016

Weder im Hopfenanbau, im Bierkonsum noch in der Liste der größten Brauereien ist Deutschland Spitzenreiter. Doch der nationale Biermarkt ist nicht in der Krise, sondern im Wandel.

Der Bierabsatz in Deutschland sinkt seit Jahren. 1995 setzten die Brauereien noch gut 115 Millionen Hektoliter ab, 2015 waren es nicht ganz 96 Millionen Hektoliter. Deutschland ist damit aber noch immer die viertgrößte Biernation hinter China, den USA und Brasilien.

Malztrunk und alkoholfreies Bier sind hier nicht mit eingerechnet.

Craft-Beer-Szene wächst

Ein Brauereisterben gibt es aber nicht. Die Zahl der Braustätten in Deutschland wachse laut Brauerbund seit 2003 kontinuierlich. "Einer der Hauptgründe hierfür ist die wachsende Craft-Beer-Szene in der Hauptstadtregion", erkärt Brauerbund-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele. Der Marktanteil der Craft-Beer-Szene liegt in Deutschland aber insgesamt nur bei einem Prozent.

Das stellt die Hopfenbauer vor eine weitere Herausforderung: Mehr Sorten. "Zählten wir im Jahr 2012 noch 180 verschiedene Sorten, so sind es mittlerweile bereits 250 - und diese Zahl wird weiter wachsen", heißt es im Vorwort des aktuellen Barth-Berichts zur Lage der Hopfenwirtschaft. "Früher lag der Schwerpunkt auf dem Ertrag", heißt es bei Barth. Nun erhält das Hopfenaroma einen völlig neuen Stellenwert. Die Zahl der Sorten ist inzwischen so groß, dass die für Rezepte wichtigen Geschmacksvergleiche langsam knapp werden.

Die größten Brauereien

An der Kräfteverteilung auf dem Weltbiermarkt wird das kaum etwas ändern. Der ist fest in den Händen einiger Konzerne. Die fünf größten Anbieter brauen mehr als die Hälfte des gesamten Bieres, fast ein Drittel stammt alleine von den Marktführern AB Inbev und SABMiller, die derzeit dabei sind, sich zusammenzuschließen. Zwar gehören auch deutsche Marken wie Beck's zum Sortiment der Giganten, deutsche Brauer muss man in der Rangliste aber lange suchen. Erst auf Platz 23 steht die Radeberger Gruppe.

Das sind die fünf größten Bierkonzerne weltweit:

  • 1. AB InBev (Belgien, 410 Millionen Hektoliter)*
  • 2. SABMiller (Großbritannien)*
  • 3. Heineken (Niederlande)
  • 4. Carlsberg (Dänemark)
  • 5. China Res. Snow Breweries (China)

Die fünf größten deutschen Brauer gemessen am Bierausstoß 2015, und ihr Platz in der Weltrangliste:

  • Radeberger Gruppe (Platz 23, 11,8 Millionen Hektoliter)
  • Oettinger (Platz 26)
  • TCB Beteiligungsgesellschaft (Platz 30)
  • Bitburger Braugruppe (Platz 32)
  • Krombacher (Platz 36)

Deutscher Hopfenanbau auf Platz 2

Die mit Abstand größten Anbaugebiete gibt es neben Deutschland in den USA. Die gemeinsame Anbaufläche von 51.500 Hektar entspricht 71 Prozent der weltweiten Hopfenanbaufläche. Die Amerikaner lösten 2015 erstmals seit Ende der 1960er-Jahre die deutschen Anbaugebiete wieder an der Weltspitze ab - und aus Sicht von Fachleuten wird sich daran so schnell auch nichts mehr ändern.

In den USA wuchs die Fläche auf 18.478 Hektar, auch weil die vielen Craft-Beer-Brauer dort nach neuen Sorten verlangen. In Deutschland wurde auf 17.855 Hektar Hopfen angebaut, vor allem in der bayerischen Hallertau.

Hopfenernte hat begonnen

In den bayerischen Hopfenanbaugebieten hat die Ernte unterdessen begonnen. Die deutschen Hopfenbauern rechnen bundesweit mit einem Ertrag von rund 41.400 Tonnen - das ist durchschnittlich im Vergleich zu den Vorjahren. Ausnahme war das sehr schlechte Jahr 2015: wegen der extremen Hitze mussten die Hopfenbauern große Ernteeinbußen hinnehmen; die Erntemenge belief sich nur auf rund 28.000 Tonnen.

Der Löwenanteil der deutschen Hopfen-Ernte stammt auch dieses Jahr aus Bayern.

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