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Pflanzenschutzmittelmarkt

Weniger Pflanzenschutzmittel auf den Äckern: Das sind die Gründe

Pflanzenschutz im Weizen im Frühjahr
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
09.05.2018

Der Absatz von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist zum dritten Mal in Folge rückläufig. Das gab der Industrieverband Agrar (IVA) auf seiner Jahrespressekonferenz bekannt.

Der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland ist zum dritten Mal in Folge rückläufig. Das gab der Industrieverband Agrar (IVA) gestern (8.5.) auf seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt bekannt. Die Umsätze der im Verband organisierten Pflanzenschutzmittelhersteller sanken 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf insgesamt 1,385 Milliarden Euro (2016: 1,415 Milliarden Euro). Auch der Start in das laufende Geschäftsjahr verlief verhalten.

„Die Ursachen für die Marktrückgänge sind vielfältig“, erklärte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm. "Faktoren wie Krankheitsbefall, Schädlingsdruck, Witterung und die Preisentwicklung spielen eine wichtige Rolle." Die Entwicklung der vergangenen Jahre widerlege die Behauptung, dass Landwirte immer mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen würden.

Herbizide wachsen leicht, Fungizide rückläufig

Der Herbizidumsatz nahm im vergangen Jahr um 2,1 Prozent auf 594 Millionen Euro zu. Laut IVA sei das vor allem der erhöhten Nachfrage zum Ende der Saison zu verdanken. Die Verkaufserlöse mit Fungiziden gingen dagegen um 4,8 Prozent auf 569 Millionen Euro zurück. Der Krankheitsdruck sei während der gesamten Vegetationsperiode unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre gewesen.

Der Insektizidumsatz nahm um 5,2 Prozent auf 128 Millionen Euro ab. Entgegen dem Trend ist der Markt für Rapsinsektizide aber gewachsen. Dazu habe vor allem die schwierige Bekämpfung des Rapsglanzkäfers beigetragen.

Schnelleres Zulassungsverfahren für neue Mittel

Der IVA fordert eine Reform des deutschen Zulassungssystems. 2017 habe es zwar deutlich mehr Entscheidungen gegeben, aber trotzdem warteten noch zahlreiche, längst verfristete Anträge auf Prüfung. Zudem hätten die Behörden vor allem „einfachere Anträge“ bearbeitet und komplexere Dossiers für innovative Produkte liegengelassen. „Die Situation ist unbefriedigend“, hob Schramm hervor. „Gerade die neuen, innovativen Produkte sollten den Landwirten möglichst schnell zur Verfügung stehen."

Statt bislang vier beteiligter deutscher Bundesbehörden sollte künftig nur ein Institut für die Zulassung zuständig sein, forderte der IVA. Das soll beim Landwirtschaftsministerium angesiedelt sein. „Über die Zulassung von neuen Mitteln muss dort politisch unabhängig und wissenschaftlich basiert entschieden werden“, sagte Schramm.

Mit Material von Agra-Europe, IVA

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