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Meilensteine der Landtechnik Going Green

Josef Fliegl jun. im Interview: "Wir werden die Kunden begeistern"

Fliegl Güllefass
© Werkbild
von am
07.11.2017

Fliegl ist einer der Partner der Imagekampagne "Meilensteine der Landtechnik - going green". AGRARTECHNIK hat mit Josef Fliegl jun. über innovative Technik, den internationalen Vertrieb und Nachhaltigkeit gesprochen.

Mit einer großen Produktvielfalt hat es der oberbayerische Landtechnikhersteller Fliegl geschafft, sich nicht nur in Europa im Gedächtnis der Landwirte zu verankern. Nicht erst seit dem Umzug in das 2013 eröffnete neue Werk in Mühldorf am Inn, arbeiten die zirka 300 Mitarbeiter daran, den Kunden Technik zu entwickeln, die ihnen den Arbeitsalltag auf Feld und Hof erleichtert. Im Agro-Center in Kastl hat man Ende 2016 eine neue Montagelinie in Betrieb genommen.

Fliegl ist einer der Partner der Imagekampagne "Meilensteine der Landtechnik - going green" des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag. Die Zeitschrift AGRARTECHNIK hat mit Geschäftsführer Josef Fliegl jun. über innovative Technik, den internationalen Vertrieb und Nachhaltigkeit gesprochen.

"Der Fliegl-Büffel ist im Prinzip einfach"

Josef Fliegl jun am Rednerpult
© Fliegl

AGRARTECHNIK: Herr Fliegl, was ist denn das aktuelle Highlight, das Sie in der Pipeline haben?

Josef Fliegl jun.: Eine aus unserer Sicht bahnbrechende Innovation ist der zum Patent angemeldete „Fliegl-Büffel“. Dieses innovative All-in-One-System in der Grünlandtechnik wurde von der DLG mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Damit behaupte ich gerne, dass wir unsere Kunden nicht nur überraschen, sondern auch begeistern werden.

AGRARTECHNIK: Um was handelt es sich dabei genau?

Josef Fliegl jun.: Wie alle echten Innovationen ist der Fliegl-Büffel im Prinzip einfach: Das System besteht aus Pick-Up, Schneidrotor, Zwischenbunker und Überladevorrichtung. Gras und andere Schnittgüter werden per Pick-Up aus dem Schwad aufgenommen, von einem leichtzügigen Schneidrotor geschnitten, im Zwischenbunker gespeichert und von dort aus auf ein Transportfahrzeug – den Erntewagen – überladen. Das Ernteverfahren ist zweiphasig, das heißt, der Büffel erledigt Laden, Bunkern und Überladen als Phase eins, der Abtransport mit einem oder mehreren Transportfahrzeugen ist Phase zwei. Das Verfahren ist völlig neu. Das Ladeaggregat ist dauernd im Einsatz, ohne je in den Abtransport eingebunden zu sein. Ein Wechsel zwischen Laden und Transport findet nicht mehr statt. Tot-Zeiten des Ladeaggregats gibt es nicht mehr, seine Auslastung steigt auf 100 Prozent. Die gesamte Transportflotte kann in die Halmgut-Ernte eingebunden werden. Die Steigerung der Schlagkraft und der Effizienz ist somit sehr groß.

"Wir erwarten für 2017 15 Prozent mehr Umsatz"

AGRARTECHNIK: Wie hat sich insgesamt der Markt für Ihre Produkte entwickelt?

Josef Fliegl jun.: In den verschiedenen Ländern und Produktbereichen hat sich der Markt für uns ganz unterschiedlich entwickelt. In unserem Heimatmarkt Deutschland sind wir mit dem Wachstum beim Transportprogramm sehr zufrieden. Blicken wir auf das Ausland, so können wir sagen, dass trotz der schwierigen Bedingungen sich der Markt in Russland besonders erfreulich entwickelt hat. Bei Fässern und Gülletechnik beispielsweise konnten wir die hohe Nachfrage nicht immer befriedigen und haben deshalb Ende 2016 eine zweite Montagelinie eingeführt. Den Umsatz 2016 angehend, müssen wir aber dennoch bilanzieren, dass sich unsere Erwartungen nicht ganz erfüllt haben.

Agrartechnik: Können Sie schon irgendwelche Tendenzen für die weitere Umsatzentwicklung erkennen?

Josef Fliegl jun.: Für 2017 erwarten wir ein Plus von über 15 Prozent und für 2018 planen wir für alle Produktbereiche einen durchschnittlichen Zuwachs im zweistelligen Bereich.

"Die hohe Nachfrage führt zu etwas längeren Lieferzeiten"

Fliegl Werk und Kundencenter
© Werkbild

AGRARTECHNIK: Welche Exportmärkte haben Sie derzeit verstärkt im Blickfeld?

Josef Fliegl jun.: Der Exportanteil beträgt aktuell über alle Produktbereiche hinweg 63 Prozent. In Deutschland generieren wir aber immer noch den größten Umsatz. In Osteuropa verläuft die Entwicklung äußerst positiv und in den dortigen Regionen liegen für uns die wichtigsten Exportmärkte.

AGRARTECHNIK: Wie ist bei Ihnen der Vertrieb organisiert?

Josef Fliegl jun.: In der D-A-CH-Region (Deutschland-Österreich-Schweiz) arbeiten wir mit über 50 Handelspartnern vertrauensvoll und erfolgreich seit vielen Jahrzehnten zusammen. Langfristig gute Kundenbeziehungen sind uns wichtig. Es gibt aber durchaus noch Entwicklungspotenzial und das sehen wir zur Zeit hierzulande in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, aber auch in den österreichischen Bundesländern Tirol und Vorarlberg und last but not least im italienischen Südtirol.

AGRARTECHNIK: Mit welchen Lieferzeiten muss der Kunde für Ihre Produkte rechnen?

Josef Fliegl jun.: Je nach Bestellzeitpunkt bei der Gülletechnik sieben bis 20 Wochen, beim Transportprogramm sieben bis zwölf Wochen und bei den Anbaugeräten zwei bis drei Wochen. Die teils etwas längeren Lieferzeiten bei der Gülletechnik begründen sich durch die momentane doch sehr hohe Nachfrage, was wiederum selbstredend eine hohe Produktionsauslastung zur Folge hat.

"Uns ist nicht bange vor der Zukunft"

AGRARTECHNIK: Kommen wir noch zu einem ganz anderen Thema. Sie haben mit Ihrer Kampagne „Natürlich Landwirtschaft“ eine große Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Haben Sie Ihre damit verbundenen Ziele erreicht?

Josef Fliegl jun.: Die Kampagne richtet sich in erster Linie an den Endverbraucher landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Unser Ziel ist, damit einen Beitrag zur Imageverbesserung der Landwirtschaft zu leisten. Wir sind stolz darauf, verkünden zu können, dass wir dafür viele Sympathiepunkte gewinnen konnten, wenngleich eine genaue Messbarkeit des Ziels natürlich nicht möglich ist. Wichtig ist aber auch der Wiedererkennungswert. Das Logo wird seit 2016 auf dem Abschiebewagen Gigant mit Streuwerk, dem Abschiebedungstreuer ADS und bei Güllefässern mit bodennaher Gülleausbringung angebracht. Diese Fahrzeuge sind schwarz lackiert und mit dem Logo „Natürlich Landwirtschaft“ versehen.

AGRARTECHNIK: Sie verfolgen sicher auch die derzeit in der gesamten Branche immer wieder diskutierte Thematik der „Fullliner-Entwicklung“. Wie ist Ihre persönliche Meinung hierzu?

Josef Fliegl jun.: Es ist natürlich sehr spannend zu beobachten, was sich so alles in unserer Landtechnikwelt verändert. Da kann man nie genau sagen, wie sich die Portfolio-Strategie einzelner Unternehmen künftig darstellen wird. Es gibt sicher auch Fullliner, die sich eines Tages wieder auf Ihre Kernkompetenz zurück besinnen werden. Wir werden uns jedenfalls weiterhin auf die unsere konzentrieren, dem Bau hochwertiger Transportfahrzeuge, sowie der Fass- und Gülletechnik. In diesen Bereichen zählen wir uns aufgrund unseres vollständigen Portfolios durchaus selbst zu den Fulllinern. Da die Vertriebsstrukturen sich im Wandel befinden, passen wir teilweise die Bereiche der Fliegl Gruppe – Transportfahrzeuge, Gülletechnik, Anbaugeräte für die Land-, Forst-, Bauwirtschaft und Kommunaltechnik – an diese Veränderungen an. Wer nicht nur heute erfolgreich sein möchte, sondern auch morgen und übermorgen, der muss bereit sein für Veränderungen, welcher Art auch immer. Uns ist jedenfalls nicht bange vor der Zukunft.

"Meilensteine Going Green": Aktuelle Transportlösungen von Fliegl

Fliegl Tandemkipper
zul. Gesamtgewicht: 8 bis 20 tEigengewicht: 1,8 bis 4,6 tHubkraft 1. Stufe: 18 bis 32 terforderliche Ölmenge: 12 bis 28 l © Werkbild
Fliegl-Zweiachskipper
zul. Gesamtgewicht: 6 bis 18 tEigengewicht: 1,6 bis 3,85 tHubkraft 1. Stufe: 18 bis 32 terforderliche Ölmenge: 12 bis 28 © Werkbild
Fliegl-Dreiachskipper
zul. Gesamtgewicht: 24 tEigengewicht: 5,8 bis 7,1 tHubkraft 1. Stufe: 38 terforderliche Ölmenge: 35 bis 40 l © Werkbild
Fliegl-Muldenkipper Bull
zul. Gesamtgewicht: 20 bis 31 tEigengewicht: 6,6 bis 7,4 tLadevolumen: 32 oder 34 m² © Werkbild
Fliegl-Muldenkipper TDMK
zul. Gesamtgewicht: 14 bis 29 tEigengewicht: 3,95 bis 6,9 tHubkraft 1. Stufe: 25 bis 35 terforderliche Ölmenge: 16,5 bis 37 l © Werkbild
Fliegl-Muldenkipper TMK
zul. Gesamtgewicht: 8 bis 33 tEigengewicht: 2,69 bis 6,35 tHubkraft 1. Stufe: 18 bis 38 terforderliche Ölmenge: 15 bis 37 l © Werkbild
Fliegl Ein- und Zweiachs-Dollysysteme
Einachs-Dolly mit 10,5 t Aufsattellast und 12,5 t GesamtgewichtTandem-Dolly mit 17 t Aufsattellast und 20 t Gesamtgewicht © Werkbild
Fliegl AGRO-Truck
Vierachs-LKW mit Fliegl-Abschiebesystem, 65 km/h-AusführungLadevolumen: 38 bis 45 m³technisches Gesamtgewicht: 37 t © Werkbild
Fliegl Abschiebewagen ASW
zul. Gesamtgewicht: 11 bis 40 tAchsen: 2 bis 4Eigengewicht: 4,2 bis 10,5 tFüllvolumen ohne Pressung: 20 bis 40 m³  © Werkbild
Fliegl Abschiebe-Sattelauflieger ASS
Aufsattellast: 11 oder 17 tAchsen: 2 oder 3Eigengewicht: 6,7 bis 8,0 tFüllvolumen ohne Pressung: 38 bis 51 m³ © Werkbild
Fliegl ADS-Dungstreuer
zul. Gesamtgewicht: 6 bis 20 tEigengewicht: 3,9 bis 6,3 tVolumen: 6 bis 19 m³ © Werkbild
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