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Meilensteine der Landtechnik Going Green

New Holland: Traktoren mit selbst hergestelltem Sprit fahren

Jörg Möbius/Redaktion agrarmanager/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
27.01.2016

Bereits seit einigen Jahren forscht New Holland an alternativen Antriebskonzepten für seine Traktoren. Einige Praxiserfahrungen gibt's mit der Methane Power Tractor-Generation.

Auf dem Landgut 'La Belotta' bei Turin wird der neue T6.180 mit Biomethan betankt. © Werkbild

Der Landtechnikhersteller New Holland setzte sich vor einigen Jahren die Entwicklung von alternativen Antriebskonzepten als Ziel. Die erste wichtige Entwicklung war der im Jahr 2009 vorgestellte Wasserstoff-Traktor NH2. Unter seiner Haube befinden sich Brennstoffzellen, die den in Tanks mitgeführten Wasserstoff in elektrische Energie und Wasserdampf umwandeln. Der elektrische Strom wird in Elektromotoren in Bewegung umgesetzt.

Strom wird in der Landwirtschaft erzeugt

In der Landwirtschaft wird Strom aus Sonnenenergie, Windkraft oder mit Biomasse produziert. Die Versorgung ist dabei nicht das Problem, sondern die schlechte Speichermöglichkeit. Grundidee ist es daher, mit dem elektrischen Strom mithilfe der Elektrolyse Wasser inWasserstoff und Sauerstoff zu spalten und den Wasserstoff zu speichern.

In Brennstoffzellen, wie sie im NH2-Traktor verbaut sind, kann der Wasserstoff dann wieder zu Strom zurückgewonnen werden. Auf ersten Pilotbetrieben wurden Prototypen des NH2-Traktors getestet.

New Holland entwickelt ein Methan-Traktor

Auf der Agritechnica 2013 präsentierte New Holland einen Methan-Traktor. Anstatt mit Diesel wird der mit Zündkerzen bestückte Ottomotor des T6.140 mit Methangas betrieben. Das Methan kann an öffentlichen Erdgastankstellen getankt werden oder es kann auf diese Qualität aufbereitetes Biogas sein.

Seit 2013 hat sich einiges getan. Der neue T6 Methan Power T6.180 hat einen NEF-Sechszylinder-Motor. Er leistet mit Methan 179 PS und hat ein maximales Drehmoment von 740 Nm. Die Anschaffungskosten entsprechen einem Tier 4 Traktor gleicher Leistung. Der Schadstoffausstoß des Gastraktors ist bei CO2 um zehn Prozent und bei den anderen Schadstoffen um 80 Prozent geringer. Beim Kraftstoff rechnet New Holland mit 25 bis 40 Prozent weniger Kosten gegenüber Diesel.

200 Biogasanlagen arbeiten das Rohgas auf

In Deutschland gibt es rund 200 Biogasanlagen, die das Rohgas auf Erdgasqualität aufarbeiten und ins Erdgasnetz einspeisen. An einem Teil der rund 1.000 öffentlichen Erdgastankstellen kann es - bilanziell - getankt werden.

Traktoren müssen zugelassen werden

Für den Straßenverkehr müssen die Traktoren zugelassen werden. Das ist für Einzelmaschinen aufwendig und teuer. Bis 2018 ist Erdgas als Kraftstoff mit einem selbst im Vergleich zu Diesel geringen Steuersatz belegt, energetisch gesehen mit knapp einem Drittel.

 

New Holland: Der Traktor der Zukunft

Hier die Studenten-Skizze für das Konzept landwirtschaftlicher Drohnen. © CNH Industrial
Ihre Vision von der nachhaltigen Landwirtschaft der Zukunft präsentierten die Studenten bei der Veranstaltung "The Future of Farming" im "Sustainable Farm"-Pavillon von New Holland auf der Expo 2015 in Mailand. © New Holland
Das Konzept trug den Titel "Ein Tag im Leben des Farmer Joe". © CNH Industrial
So sieht ein geländegängiges Fahrzeug der Studenten aus. © CNH Industrial
Die Gruppe junger, internationaler Designstudenten bei Ihrer Präsentation in Mailand. © CNH Industrial
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