Umwelt 5 Fakten zur Schafskälte

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Der Begriff "Schafskälte" ist im Zusammenhang mit den derzeitigen Wetterkapriolen immer wieder zu hören. Was bezeichnet man damit eigentlich? Und was haben Schafe damit zu tun?

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Besonders niedrige Temperaturen können für frisch geschorene Schafe oder Lämmer durchaus gefährlich werden.
In Mitteleuropa ereignet sich Mitte Juni relativ häufig ein Kälterückfall. Dieser wird als Schafskälte bezeichnet. Schon in alten Bauernkalendern datiert man den Beginn dieser Phase rund um den 11. Juni.
 
Die Temperatur ist im Vergleich zum langjährigen Mittel um etwa vier Grad kühler. Sie sinkt auf durchschnittlich fünf bis zehn Grad. Da es über dem indischen Subkontinent ähnliche Umstellungen der großräumigen Luftdruckverteilung gibt, wird die Schafskälte auch als "europäischer Sommermonsun" bezeichnet.

2. Mit welcher Wahrscheinlichkeit taucht dieses Phänomen auf?

Je nachdem, wie man diesen Witterungsregelfall genau definiert, kann die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens des Ereignisses recht unterschiedlich sein, so der Deutsche Wetterdienst (DWD).
 
Definiert man für die Schafskälte den Zeitraum 10. bis 12. Juni, so liegt die Wahrscheinlichkeit für eine unterdurchschnittliche Lufttemperatur bei etwa 80 Prozent (%), für überdurchschnittlichen Niederschlag bei rund 55 %. Für die zweite bekannte sommerliche Singularität, den Siebenschläfer (27. Juni bis 1. Juli) liegt die Wahrscheinlichkeit für kühles Wetter bei 70 %, für eine feuchte Periode bei 62 %.

3. Was haben Schafe damit zu tun?

Traditionell werden gegen Ende des Frühjahrs die Schafe geschoren. Und da es in diesem Witterungsabschnitt recht kühl werden kann, frieren auch die frisch rasierten Schafe. Die Situation kann für die Tiere sogar richtig gefährlich werden, wenn die Temperaturen auf ein besonders niedriges Niveau sinken.

4. Welche Ursache hat der Kälteeinbruch?

  • Eine Ursache der Schafskälte ist für gewöhnlich ein Kaltluftvorstoß aus dem Norden. Dieser kommt zustande, wenn eine entsprechende Strömungskonstellation vorherrscht, so der DWD. Dafür muss sich Mitteleuropa am westlichen oder südwestlichen Rand eines Tiefdruckgebietes befinden. Weil der Wind auf der Nordhalbkugel entgegen des Uhrzeigersinns um ein Tiefdruckgebiet weht, können sich so mit einem Nordwind kalte Luftmassen auf den Weg zu uns machen.
  • Die zweite Ursache ist die unterschiedlich starke Erwärmung der Land- und Wassermassen im Frühjahr. Die Nordsee ist dann noch deutlich kühler als der europäische Kontinent. Entsprechend können Kaltluftvorstöße markant ausfallen, weil die kalten Luftmassen aus dem Norden nicht durch das wärmere Meer abgemildert werden.

5. Bauernregeln zur Schafskälte

Für den 11. Juni, der im Bauernkalender den Beginn der Schafskälte verzeichnet, findet man folgende Regeln:
 
Barnabas macht Bäum' und Dächer nass.
und
Regen an St. Barnabas, währet 40 Tage ohne Unterlass.