Dorf und Familie Bauer Willi heißt wirklich Willi - und Landwirt ist er auch

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Bauer Willi sagt seine Meinung und spricht dabei vielen aus der Seele. Die klaren Worte des Landwirts bieten aber auch Reibungsfläche. Deshalb entschloss er sich nun, etwas mehr von seiner Person freizugeben.

Agrarblogger 'Bauer Willi' äußert sich regelmäßig zu Themen der Landwirtschaft.
Mit seinen Briefen an den Verbraucher ist Bauer Willi aus dem Rheinland in diesen Tagen ein gefragter Ansprechpartner für die Belange der Landwirtschaft. Nach dem ersten Brief "Lieber Verbraucher" brach er eine wahre Lawine auf den Seiten von fragdenlandwirt.de los. Mittlerweile wurde der zugespitzte Text auf der Seite über 200.000 mal aufgerufen, über facebook geteilt und hunderte Male kommentiert. Seine Zeilen waren in zahlreichen Onlineportalen, darunter stern.de und huffingtonpost.de zu lesen.
 
Mit seinem zweiten Brief "Entschuldigung lieber Verbraucher" relativierte Bauer Willi seinen ersten Aussagen dann etwas und stellte sie in einen Kontext. So erklärte er im Gespräch mit agrarheute.com, dass sich einige Verbraucher bei ihm gemeldet hatten, denen es schlicht an den finanziellen Mitteln mangelte, um mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Am vergangenen Freitag dann zog Bauer Willi mit dem Text "Lieber Verbraucher - was ich verstanden habe ..." eine Art Fazit unter seinen Diskurs mit dem Verbraucher.

Wunsch nach Anonymität bleibt bestehen

Wie der Landwirt schon im Interview mit agrarheute.com erklärte, sei er von der Reichweite seiner Artikel überrollt worden. "Jetzt habe ich den Salat", sagt er und weist darauf hin, dass er seine Familie aus dem augenblicklichen Hype heraushalten will. Seine Bitte um Anonymität ist verständlich und wird auch von Seiten von agrarheute.com respektiert.
 
Mit seinen klaren Worten erregte der Landwirt aus dem Rheinland allerdings auch einige kritische Stimmen, die vereinzelt neben der inhaltlichen Debatte auch die persönlichen Umstände des Autors mit diskutieren wollten. Um den ins Kraut schießenden Spekulationen den Nährstoff zu nehmen, entschloss sich der schreibende Landwirt deshalb, etwas mehr von seiner Person auf fragdenlandwirt.de freizugeben:
  • Er bewirtschaftet einen 40 ha Ackerbaubetrieb mit Zuckerrüben, Raps und Getreide im Rheinland, den er 1983 von seinem Vater übernommen hat, in einer Betriebskooperation.
  • Nach dem Abitur hat Bauer Willi Landwirtschaft studiert und anschließend im Fachbereich Pflanzenbau promoviert.
  • Bis zu seinem Vorruhestand im Herbst 2014 war er für ein Familienunternehmen (Zuckerherstellung) im Rheinland tätig und hat seinen Betrieb im Nebenerwerb geführt.
  • Seine Aufgabe war die Betreuung und Beratung von Landwirten, wo er "so manch detaillierte Kenntnisse der bäuerlichen Seele her hat".
  • Heute bewirtschaftet er seinen Betrieb als Vorruheständler und hat "endlich Zeit zu schreiben".
  • Darüber hinaus ist er ehrenamtlich für die Bürgerstiftung seiner Gemeinde und eine landwirtschaftliche Genossenschaft tätig.

Bauer Willi findet klare Worte

In seinem dritten Brief an den Verbraucher schreibt Bauer Willi: "Meist sind wir Landwirte auch nicht übertrieben kommunikativ. Da sehe ich noch deutliches Potential. Wenn wir mehr auf euch, und ihr mehr auf uns zugeht wird es im persönlichen Gespräch mehr Verständnis und Annäherung füreinander geben."
 
Der schreibende Landwirt schafft es in seinen Briefen, die Sorgen und Probleme der Landwirte auszudrücken. Das Ganze ist in einer klaren, selbstbewussten Schreibe verfasst, der man die Lebenserfahrung und das Know-How über die Zusammenhänge in der Landwirtschaft anmerkt. Über die Meinung von Bauer Willi lässt sich trefflich mit dem Verbraucher und Berufskollegen diskutieren. Sein persönlicher Wunsch nach möglicher Anonymität sollte deshalb respektiert werden.