Feuerinferno Bauernhof zerstört: Großfeuer fordert Menschenleben

Bild auf Agrarheute.com © ah/Kreisfeuerwehrverband Pinneberg Bild vergrößern
von , am

Nur noch Trümmer blieben nach dem Vollbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Schleswig-Holstein übrig. Doch damit nicht genug. Auch für einen Mann kam jede Hilfe zu spät.

Wie der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg meldet, hat sich im schleswig-holsteinischen Haseldorf eine Tragödie ereignet. Dort ging am Sonntag gegen 15 Uhr das kombinierte Wohn- und Wirtschaftsgebäude (30 m x 15 m) eines landwirtschaftlichen Betriebes in Flammen auf.

Die etwa 150 Einsatzkräfte versuchten, Mensch und Tier zu retten. Bei den Nachlöscharbeiten jedoch machten sie in den Trümmern eine traurige Entdeckung.

Pferde und Rinder aus Stall gerettet

Als kurz nach der Meldung die ersten Einsatzkräfte am Hof eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus dem Gebäude, so die Feuerwehr. Die Dachabdeckung hatte sich aufgrund der Hitze bereits verformt und verfärbt. Während ein Teil der Atemschutzträger den Wohnbereich durchsuchte, trieben andere Einsatzkräfte 15 Pferde und Rinder aus dem Stallbereich auf eine Wiese.

Akute Einsturzgefahr, Heuboden in Flammen

Parallel begannen nachrückende Kräfte mit dem Aufbau der Wasserversorgung und der Löscharbeiten. Diese gestalteten sich zunächst als schwierig, wie der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg berichtet. Ein Innenangriff sei aufgrund akuter Einsturzgefahr zu gefährlich gewesen.

Die Metalleindeckung verhinderte zudem die Schaffung eines Zugangs, um das Feuer effektiv bekämpfen zu können. Das hatte laut Feuerwehr auf dem Heuboden reichlich Nahrung gefunden.

Feuer erst nach drei Stunden unter Kontrolle

Erst nach dem Einsturz des etwa 30 Meter langen Dachstuhls konnten die meterhohen Flammen direkt bekämpft werden. Trotz eines massiven Einsatzes von 4 C-Rohren, einem B-Rohr und zwei Wenderohren über die Drehleitern dauerte es fast drei Stunden, bis der Brand unter Kontrolle war, so die Feuerwehr.

Brandopfer: Feuerwehr findet männliche Leiche

Mithilfe eines Baggers wurde das Gebäude eingerissen. Doch dabei mussten die Einsatzkräfte eine traurige Entdeckung machen. Im Bereich der Stallungen fanden sie gegen 19.30 Uhr eine männliche Leiche.

Bereits während der Löscharbeiten hatten sich Hinweise hierauf verdichtet. Zwar waren die beiden Bewohner in Sicherheit, jedoch berichteten mehrere Zeugen, einen Mann kurz vor dem Brandausbruch in der unmittelbaren Nähe des Gebäudes gesehen zu haben.

150 Einsatzkräfte kämpfen bis in die Nacht gegen Flammen

Allerdings konnten keine konkreten Aussagen zum Verbleib und Aufenthalt der Person gemacht werden, berichtet der Kreisfeuerwehrverband Pinneberg. "Eine folglich umfängliche Personensuche in dem Gebäude war aufgrund des Brandfortschrittes zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr möglich", so die Einsatzkräfte. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis kurz vor 22 Uhr an. In der Spitze waren fast 150 Einsatzkräfte vor Ort.

Brandursache und Schadenshöhe: Kriminalpolizei ermittelt

Die Feuerwehr konnte zur Identität der Person keine Angaben machen. Weitere Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden. Zur Brandursache und zu den Umständen des Einsatzes hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Die Schadenshöhe ist bisher noch unbekannt. Der Bauernhof brannte bis auf die Grundmauer nieder.


Feuer in Stall und Scheune: Rinder gerettet, Traktoren verbrannt

  • Die Scheune mit Traktoren und Ladewagen brannte vollständig nieder. © FFW Tann (Rhön)
  • Die Feuerwehr war mit 100 Mann bei den Löscharbeiten im Einsatz. © FFW Tann (Rhön)
  • Ein Blitzschlag entzündete das landwirtschaftliche Anwesen. © FFW Tann (Rhön)
  • 19 Rinder konnten aus dem Stall befreit werden. © FFW Tann (Rhön)