Stromkosten EEG-Umlage steigt in 2017 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde

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Die EEG-Umlage wird 2017 von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Das teilten die Netzbetreiber am Freitag mit.

Die EEG-Umlage wird von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben, teilten die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennez und TransnetBW am Freitag mit. Die Umlage zahlen Verbraucher über die Stromrechnung. Die Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, desto höher die Umlage.

Was der Anstieg der Umlage für Haushalte am Ende konkret bedeutet, ist kaum zu berechnen. Es kommt darauf an, ob die Energiekonzerne fallende Börsenstrompreise an die Kunden weitergeben.

"Je niedriger der Erlös an der Börse nämlich ist, desto mehr Geld muss via EEG-Umlage fließen, damit die Windmüller und Solaranlagenbetreiber die ihnen zugesagten Einspeisepreise erhalten. Und da zeigt sich, dass mehr Geld gebraucht wird, um die Differenz auszugleichen", schreibt SWR-Korrespondent Werner Eckert in einem Kommentar. Dagegen spiele der Ausbau im Erneuerbaren-Sektor kaum eine Rolle.

Kritik von Industrie- und Handeslverband

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, nannte den starken Anstieg der Kosten für erneuerbare Energien ein Alarmsignal. "Die EEG-Umlage wächst in diesem Jahr fast viereinhalb Mal so stark wie die Wirtschaft. Das jetzige Fördersystem läuft aus dem Ruder." Er bemängelte, die versprochene Kostenbremse des Bundeswirtschaftsministeriums sei Wunschdenken.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte eine Reduzierung der Kosten für die Energiewende und eine faire Verteilung der Belastungen. Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Katherina Reiche, sagte: "Die Kosten für die Umsetzung der Energiewende machen sich nicht mehr nur in der gestiegenen EEG-Umlage bemerkbar, sondern immer stärker durch die Steigerung der Netzentgelte."Sie mahnte einen intelligenten Netzausbau und einen besseren lokalen Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch an.

FÖS berechnet 'Konventionelle-Energien-Umlage'

Einen anderen Aspekt bringt das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) ins Spiel. So müssten Stromkunden laut FÖS in 2017 auf jede verbrauchte Kilowattstunde eine "Konventionelle-Energien-Umlage" von bis zu 10,8 Cent zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden. Das hat das FÖS im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy berechnet.

Laut der Kurzanalyse des FÖS summieren sich staatliche Fördergelder und gesellschaftliche Folgekosten für konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom im kommenden Jahr voraussichtlich auf bis zu 38 Milliarden Euro. Diese Mehrkosten konventioneller Energiequellen lägen damit etwa anderthalb mal so hoch wie die Förderung für erneuerbare Energien, die auf der Stromrechnung als EEG-Umlage transparent ausgewiesen wird.

So profitierten Kohle- und Atomindustrie beispielsweise von staatlichen Finanzhilfen, Förderungen und Steuervergünstigungen, die aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. "Selbst unter Annahme eines erheblichen Anstiegs stellt die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien eine deutlich geringere Belastung dar als die versteckten Kosten für Kohle und Atom", erklärt Swantje Fiedler.

Quelle: mit Material von dpa, FÖS


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