Lebensmittelsicherheit Eierskandal: Verdächtige in den Niederlanden festgenommen

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Beim Skandal um Fipronil belastete Eier sind in den Niederlanden zwei Verdächtigte festgenommen worden.

Im Skandal um mit Fipronil belastete Eier sind nun die ersten Verdächtigen festgenommen worden. Am Donnerstag nahm die niederländische Polizei zwei Manager des Unternehmens ChickFriend fest, das im Zentrum der Ermittlungen steht. Die Männer stehen unter Verdacht, bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst Fipronil eingesetzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit sowie den Besitz verbotener Substanzen vor.

ChickFriend schweigt seit Tagen zu den Vorwürfen. Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Ermittler im Zuge einer koordinierten Razzia in den Niederlanden und Belgien. Alle rund 180 niederländischen Eierproduzenten, bei denen mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge Kunden von ChickFriend.

Verunreinigte Eier in zahlreichen EU-Ländern

Nach Deutschland wurden laut Bundeslandwirtschaftsministerium "rund 10,7 Millionen möglicherweise mit Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden (...) geliefert", wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Antwort des Ministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion berichtet.

Insgesamt tauchten bis dato in 15 EU-Ländern verunreinigte Eier oder daraus hergestellte Lebensmittel auf. So wurden beispielsweise 20 Tonnen mit Fipronil belastete Eier nach Dänemark geliefert. Großbritannien geht mittlerweile von 700.000 belasteten Eiern aus, die importiert wurden.

Die EU hat in dem Fall eine Krisensitzung angekündigt. EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis sagte, er habe ein Treffen der zuständigen Minister sowie Behördenvertreter der betroffenen Länder vorgeschlagen.


Mit Material von dpa