Zucht Gefährdete Rinderrassen in Deutschland

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Die Vielfalt der Rinderrassen ist groß. Viele allerdings kaum mehr bekannt, da sie vom Aussterben bedroht sind. Hier stellen wir Ihnen einige der gefährdeten Rinderrassen vor.

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Auch Slow Food engagiert sich für den Schutz regionaler Tierrassen. Durch den hohen Fettgehalt der Milch von 5,4 % wurde das Angler Rind früher als die "deutsche Butterkuh" bezeichnet.
Das Angler Rind stammt, wie der Name schon sagt, aus Angeln, einem Gebiet an der Ostküste Schleswig-Holsteins. Hier wurde ein rein rotes Zweinutzungsrind mit besonderer Betonung auf die Milchleistung gezüchtet. Grösse, Milch- und Fettmenge wurden ständig durch straffe Zuchtauslese verbessert, so dass sie schnell die deutsche Hochleistungsrasse war. Dies führte dazu, dass die Tiere weit über ihr Ursprungsgebiet hinaus exportiert und gezüchtet wurden. Als "deutsche Butterkuh" wurde sie dann auch in alle anderen Rotviehschläge eingekreuzt, was zum Teil einer Verdrängungszucht gleichkam.
 
Die Angler zeichnen sich durch Frühreife, leichte Kalbungen und einer hohen Milch- und Fettmenge bei einer hervorragenden Gesundheit aus. Ausserdem lagern sie verhältnismässig viel Fett intramuskulär ein, was ein Fleisch erst richtig wohlschmeckend macht. Zudem soll die Rasse einen besonders hohen Anteil am Eiweissbestandteil Kappa-Casein-B haben, der für die Käseproduktion besonders wichtig ist.

Das Angler Rind alter Zuchtrichtung gilt laut der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) als extrem gefährdet. 2013 gab es noch 71 männliche Tiere. Aufgrund der Einkreuzungen mit anderen Rassen (wie zum Beispiel Red Holstein) ist der Anteil reinrassiger Tiere auf etwa 250 Kühe zurückgegangen. Und dies trotz der sehr besonderen Rassequalitäten in Bezug auf Milch, Fleisch, Futterverwertung, Gesundheit und Anpassungsfähigkeit.

Shorthorn

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Das Shorthorn ist oft genetisch hornlos. Bei gehörnten Tieren sind die Hörner nach vorne gebogen, enden stumpfund sind wachsfarben.
Das deutsche Shorthorn stammt urprünglich aus dem Nordosten Englands. Mittlerweile kommt es auch in Nord- und Südamerika sowie in vielen anderen Ländern vor. In Deutschland auf der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein. 
Beim Shorthorn gibt es zwei Zuchtrichtungen:
  • Milchshorthorn
  • Fleischshorthorn (kommt in Deutschland vor)
Shorthorn gibt es in drei Farbvariationen:
  • rot
  • weiß
  • rotschimmelig (am häufigsten in Deutschland)
Das Milchshorthorn ist ein Zweinutzungsrind, mit einer durchschnittlichen Jahresmilchmenge von 4800 kg bie 3,6% Fett und 3,3% Eiweiß. Das Fleisch-Shorthorn wird in Mutterkuhherden gehalten. Das Temperament der Tiere ist ruhig.
 
Auf der roten Liste gefährdeter Nutztiere wird das Shorthorn als Erhaltungspopulation geführt. 2013 waren dort 20 männliche und 185 weibliche Tiere registriert. 

Schwarzbuntes Niederungsrind

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Das schwarzbunte Niederungsrind ist sowohl für die Mutterkuhhaltung, als auch für die Landschaftspflege geeignet.
Das schwarzbunte Niederungsrind ist eine Zweinutzungsrasse. Seine Eigenschaften sind vor allem das ruhige Verhalten, die Genügsamkeit, Langlebigkeit, gute Fruchtbarkeit und das sehr gute Milch-Fleisch Verhältnis. Es kann auch weniger gehaltvolles Futter aufschließen und daraus eine gute Milchmenge erzeugen. So sind die Tiere auf Naturschutzflächen gut aufgehoben und können auch hier noch gute Leistungen vorzeigen.
 
Das schwarzbunte Niederungsrind entwickelte sich in den Küstenländern von den Niederlanden über die deutsche Nordseeküste bis Dänemark.Waren die Tiere in den ersten Jahrhunderten meist einfarbig rot oder rotbunt, setzte sich mit der Zeit die schwarzbunte Farbe immer mehr durch. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war die vorherrschende Farbe auf den niederländischen und norddeutschen Marschweiden schwarzbunt.
 
Um das Ziel der Milchleistungssteigerung schneller zu erreichen erfolgte nach dem zweiten Weltkrig der Import von Holsteinbullen und –sperma aus Nordamerika. Damit begann die Verdrängungszucht der schwarzbunten Niederungsrinder zum Deutschen Holstein. Heute wird die Rinderrasse in der Roten Liste als Erhaltungspopulation geführt. 2013 gab es noch 8 männliche und 2.722 weibliche Tiere.

Gelbvieh

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Gelbvieh ist ein mittel- bis großrahmiges Rind mit guter Bemuskelung und kräftigem Knochenbau. Außerdem hat die Rasse sehr widerstandsfähige Klauen.
Das Gelbvieh - auch Frankenvieh genannt - ist eine fleischbetonte Zweinutzungrasse. Es ist ein großwüchsiges, langes Rind mit guter Bemuskelung und kräftigen Knochen. Das Rind ist sehr frohwüchsig und hat eine gute Futterverwertung. Problemlose Abkalbungen, lange Nutzungsdauer und eine Jahresmilchmenge von 5.500 kg sind weitere positive Eigenschaften des Gelbviehs. 
 
Die Rasse ist auf einen rotbraun gefärbten keltisch-germanischen Landschlag zurückzuführen. Das altfränkische Rind war von sehr kleiner Statur. Nachdem schwerere Zugochsen benötigt wurden, begann man ab circa 1800 mit der oft planlosen Einkreuzung anderer Rinderrassen. Um 1875 begann die beständige Reinzucht auf Einfarbigkeit (gelb), Arbeitstüchtigkeit und Frohwüchsigkeit.
 
Das Hauptzuchtgebiet liegt in Unter-, Ober- und Mittelfranken. Insgesamt ist der Bestand der Rasse stark rückläufig. 2013 gab es 4 männliche und 2.374 registrierte weibliche Tiere.

Glanrind

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Das Glanrind ist ein einfarbig gelbes Mehrnutzungsrind. Die leicht abwärts gebogenen Hörner und die Klauen sind gelb bis gelbbraun.
Das Glanrind ist eine traditionelle Rasse des Hausrinds, das vorwiegend in Rheinland-Pfalz beheimatet ist. Die Rasse verfüget über eine hervorragende Bemuskelung und eine ausgezeichnete Fleischzusammensetzung. Sie sind leichtkalbig mit ruhigem, gutartigem Temperament. Die durchschnittliche tägliche Zunahme von Glan-Jungbullen beträgt mehr als 1.200 Gramm. Glanrinder sind eher spätreif und können daher lange in der Extensivmast gehalten werden. Die durchschnittliche Milchleistung liegt bei 4.500 kg und einem Fettgehalt von 4,0%
 
Um die Milchleistung zu erhöhen wurden ab 1950 andere Rassen eingekreuzt, wodurch die Rasse fast vollständig ausstarb. Das Rind steht ebenfalls auf der roten Liste und zählte 2013 106 männliche und 826 weibliche Tiere. Das Land Rheinland-Pfalz zahlt für jedes registrierte Tier eine Zuchterhaltungsprämie.
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