Umwelt Geringerer Düngebedarf durch neue Technologie?

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Nottingham - Ein Bakterienmantel um Saatgut soll Pflanzen dazu bringen, Stickstoff aus der Luft binden zu können. Das würde den Düngebedarf senken, die neue Technologie soll in drei Jahren am Markt sein.

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Bakterien statt Dünger - damit sollen Pflanzen (wie viele Leguminosen) Stickstoff aus der Luft aufnehmen können.
Eine erhebliche Verringerung des Stickstoff-Düngebedarfs in der Landwirtschaft verspricht eine neue Technologie, die an der Universität im britischen Nottingham entwickelt und vorgestellt wurde.
 
Durch das neue Verfahren sollen sämtliche Nutzpflanzen mit der Eigenschaft ausgestattet werden, Stickstoff aus der Luft zu binden. Das ist bisher nur wenigen Arten - in der Mehrzahl Leguminosen - möglich, wobei spezielle Bakterien in den Wurzeln den Luftstickstoff fixieren und damit für die Pflanzen nutzbar machen.

Saatgut mit Bakterien-Substrat ummantelt

Dem Düngeexperten Prof. Edward Cocking ist es laut Hochschulangaben gelungen, Stickstoff-fixierende Bakterien in Pflanzen einzuschleusen, die bisher keinen Luftstickstoff aufnehmen konnten.
 
Dazu werde das Saatgut mit einem ungiftigen Substrat ummantelt, das die Bakterien enthalte. Ab Beginn der Keimung würden die Bakterien von den Pflanzen aufgenommen und in alle Zellen verteilt, weshalb alle Pflanzenteile Stickstoff fixieren könnten. Die Universität betonte, dass bei diesem sogenannten N-Fix-Verfahren keine gentechnischen Veränderungen vorgenommen würden.

Bis zu 60 Prozent des Stickstoffbedarfs über die Luft

Für die landwirtschaftliche Produktion biete die Methode den Vorteil, dass sämtliche Nutzpflanzen bis zu 60 Prozent ihres Stickstoffbedarfs über die Luft decken könnten. Durch entsprechend verringerte Düngergaben werde die Umwelt entlastet.
 
Für Landwirte verringerten sich die Düngekosten, weshalb auch in armen Regionen höhere Erträge möglich seien und auf diesem Weg zur Sicherung der Welternährung beigetragen werde.

Technologie in drei Jahren am Markt erhältlich

Die N-Fix-Methode wurde gemäß Informationen der Forscher in den zurückliegenden zehn Jahren sowohl unter Labor- als auch Feldbedingungen getestet. Die Lizenz für die weitere Entwicklung und Vermarktung hat inzwischen das Unternehmen Azotic Technologies Ltd nahe Manchester erhalten. Dessen Einschätzung zufolge ist die Technologie in spätestens drei Jahren auf dem Markt erhältlich.

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