Ackerbau Gülletechnik auf der EuroTier: Düngeverordnung im Blick

Bild auf Agrarheute.com © hek Bild vergrößern
von , am

Mit der Novelle der Düngeverordnung sollen auch die Anforderungen an die Gülltechnik verschärft werden. Auf der EuroTier zeigen die Hersteller neue Lösungen für die präzise Ausbringung.

Große Behälter, exakte Verteiltechnik - durch die Novelle der Düngeverordnung werden die Anforderungen an die Gülletechnik noch steigen.
Neben der gesetzlichen Obergrenze von 170 kg N/ha für Gesamtstickstoff aus organischen und organisch-mineralischen Düngemitteln pro Jahr sollten mit der Novelle der Düngeverordnung auch Geräte zur Düngerausbringung verboten werden, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.
 
Laut dem Verordnungsentwurf fallen darunter unter anderem Festmiststreuer ohne Mistzufuhr zum Verteiler, Gülle- und Jauchewagen mit freiem Auslauf auf den Verteiler oder zentrale Prallverteiler, mit denen nach oben abgestrahlt wird.
Die Hersteller von Gülletechnik zeigen auf der EuroTier aktuelle Entwicklungen und Techniken, um organische Dünger gezielter auszubringen.

VAN-Control Elektronik: Echtzeitanalyse der Gülle

Mit dem VAN-Control lassen sich die Inhaltsstoffe in der Gülle exakt bestimmen.
Bereits seit 2007 geht die Firma Zunhammer mit seinem System VAN-Control einen eigenen Weg zur Nährstoffanalyse der Gülle im Tankwagen. Mit Hilfe der Nah-Infrarot-Spektroskopie werden die Nährstoffe durch den sogenannten NIR-Sensor erfasst, der stetig Informationen über die Güllezusammensetzung aus der Gülleleitung abgreift. Aufgezeichnet werden dabei nicht nur Stickstoff (N), sondern auch Kali (K), Phosphat(P) oder die Trockenmasse (TM).
 
Die Gülle kann
  • beim Befüllen,
  • beim Ausbringen oder
  • beim Rühren untersucht werden.
Neu setzt Zunhammer den Sensor in Befüllstationen für Gülle ein. Die Registrierung von weiteren Inhaltsstoffen ist machbar und eine Dokumentation ist möglich. Die obligatorische ISOBUS-Steuerung kann laut Zunhammer auch bei älteren Zugfahrzeugen nachgerüstet werden. Durch gezielte nährstoffgesteuerte Ausbringung von Wirtschaftsdünger können Düngekosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden. Laut Hersteller sind Einsparungen von bis zu 150 Euro/ha möglich.

Section Control für Joskin Güllefässer

Bei Joskin übernimmt die Steuerung der Teilbreitenschaltung der für ISOBUS-Terminals verfügbare Task Controller "Section Control". Dieser kann in Form einer App auf dem Terminal installiert werden. Zur Positionsbestimmung ist eine externe GPS-Antenne nötig, die ihre Daten an den Task-Controller sendet. Um die Teilbreitenschaltung am Anbaugerät zu realisieren, werden in die Auslaufschläuche hydraulisch und pneumatisch betriebene Verschlussmechanismen integriert. Jede Sektion von Verschlussmechanismen wird über ein eigenes Elektoventil geschaltet. Die Breite der einzelnen Teilbreiten ist variabel. So kann eine Teilbreite zum Beispiel aus lediglich einem Auslaufschlauch bestehen.
Die beim Öffnen oder Schließen einer Teilbreite verursachten Druck- und Durchflussschwankungen werden, laut Joskin, von der Steuerung erkannt. Daraus resultierend wird das Hauptzufuhrventil des Verteilerkopfes gesteuert, um die gewünschte Ausbringmenge sicherzustellen. Die Technik bietet laut Firmenangaben den Vorteil, dass Überlappungen zwischen
  • zwei benachbarten Reihen,
  • am Vorgewende,
  • in Ecken sowie
  • bei Umgehen eines Hindernisses vermieden werden.
Durch die genauere Gülleverteilung wird sichergestellt, dass die schärfer werdenden, gesetzlichen Vorschriften in solchen Bereichen nicht punktuell überschritten werden. In den Niederlanden gibt laut Joskin bereits ein Förderprogramm für diese Technologie. 

    BaseRunner von Vogelsang: Schleppkufe für die bodennahe Ausbringung

    Das Schleppschuhsystem BaseRunner lässt sich an alle Vogelsang-Schleppschlauchgestänge nachrüsten.
    Vogelsang zeigt sein Schleppschuhsystem BaseRunner. Der BaseRunner ist ein an bestehende Schleppschlauchsysteme einfach nachzurüstendes Modul. Dank der integrierten Kufe des BaseRunners kann die Gülle laut Vogelsang bodennah und emissionsarm unter den Gras- und Getreidebestand ausgebracht werden.
     
    Der BaseRunner ist bei Vogelsang Schleppschlauchgestängen mit bis zu 30 Metern Arbeitsbreite nachzurüsten (SwingMax, SwingUp, DoubleSwing und BackPac). Die BaseRunner Schleppkufe sind laut Vogelsang auch bei hohen Arbeitsbreiten bis zu 30 Meter einsetzbar und ermöglichen damit das Befahren von bestehenden Fahrgassen.