Pflanzenbau-Ratgeber Herbizideinsatz im Wintergetreide: Das ist jetzt zu tun

Herbizidmaßnahme im Wintergetreide © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Nach der Aussaat gilt es, das Getreide sicher in den Winter zu schicken. Dabei ist insbesondere auf Ungräser und -kräuter zu achten und der Herbizideinsatz entsprechend zu planen.

Wie die LfL Bayern schreibt, ist je nach Witterung im Herbst eine von Jahr zu Jahr schwankende Behandlungshäufigkeit beim Herbizdeinsatz im Wintergetreide vorhanden.

Die Notwendigkeit für eine Herbstbehandlung ist dabei nach der bereits im Herbst erreichten Entwicklung der Unkräuter auszurichten. Weiter entwickelte Unkräuter können bereits im Herbst einen Konkurrenzschaden verursachen und sind dann im Frühjahr schwieriger und mit höherem Herbizidaufwand zu bekämpfen.

Für den Herbst 2016 sind folgende Herbizide im Getreide zugelassen.

Herbizideinsatz von Kultur und Unkrautspektrum abhängig

  • Hieraus ergibt sich für die Wintergerste laut LfL Bayern eine vollständige Behandlungsnotwendigkeit. Im Frühjahr ist die Wintergerste außerdem durch den Winterstress herbizidempfindlicher und für die Ungrasbekämpfung ist die Mittelauswahl erheblich eingeschränkt.
  • Bei früh gesätem Winterweizen (Septemberweizen), Winterroggen und Triticale geht es vorwiegend um die Ungrasbekämpfung.
  • Wenn der Ackerfuchsschwanz oder Windhalm bis Ende Oktober das Zweiblattstadium (BBCH 12) erreicht hat, ist eine Herbstbehandlung sinnvoll.
  • Je nachdem, ob dikotyle Unkräuter ebenfalls schon stärker vorhanden sind, kann ein Breitbandherbizid oder ein vorwiegend gräserwirksames Präparat eingesetzt werden.

Leitunkräuter Windhalm und Ackerfuchsschwanz

Die Unkrautbekämpfung im Herbst erfolgt laut LfL Bayern in der Regel mit vorwiegend bodenwirksamen Präparaten mit einem breiten Wirkungsspektrum sowohl gegen dikotyle Unkräuter als auch gegen die Leitungräser Windhalm und Ackerfuchsschwanz.

Auf Ackerfuchsschwanzstandorten ist oft die Kombination eines bodenwirksamen Breitbandherbizids mit einem blattaktiven Gräsermittel sinnvoll. Eine weitere Möglichkeit bei starkem Ackerfuchsschwanzdruck ist eine Behandlungsfolge mit einer Herbst- und Frühjahrsbehandlung. Zu beachten ist die Unverträglichkeit von Sulfonylharnstoffen wie Atlantis und Lexus in der Wintergerste.

Gewässerschutz beachten

Beim Einsatz vieler Präparate muss ein Mindesabstand zu Oberflächengewässern eingehalten werden. Dieser Abstand lässt sich häufig durch den Einsatz abdriftmindernder Düsen verringern oder ganz vermeiden. Je nach Mittel fallen diese Abstandsauflagen sehr unterschiedlich aus.

Neben den generellen Gewässerschutz-Auflagen, gibt es noch Auflagen, die nur dann in Kraft treten, wenn die Fläche, die mit dem Herbizid behandelt werden soll, gegenüber einem Oberflächengewässer ein Gefälle von über 2 Prozent aufweist. Je nach Auflage ist dann ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Schutzstreifen von 10 m bzw. 20 m Breite zwischen Gewässer und zu behandelnder Fläche erforderlich. Schutzstreifen sind nicht nötig, wenn mit Mulch- bzw. Direktsaatverfahren gearbeitet wird.

Der zweite Schutzbereich sind so genannte Nicht-Zielflächen bzw. Saumstrukturen (Hecken, Gehölze, u. a.) im Grenzbereich zur Behandlungsfläche. Bei neuen Zulassungen sind dafür bestimmte Restriktionen vorhanden.

Quelle: LfL Bayern

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