Bildung Massentierhaltung, Maisanbau und Co: Schulbuch in der Kritik

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Ein Lesebuch für vierte Klassen rät zu Bioprodukten, kritisiert Maisanbau und stelle im Kapitel 'Massentierhaltung' die Landwirtschaft an den Pranger, kritisiert CSU-Politikerin Marlene Mortler. Der Text würde Kinder 'tendenziös' aufklären.

Wie Agra-Europe (AgE) berichtet, hat die agrarpolitische Sprecherin der CSU-Landesgruppe Marlene Mortler auf ein Lesebuch für vierte Klassen aus dem Oldenbourg Schulbuchverlag mit scharfer Kritik reagiert. Der Grund: Das Buch würde die Landwirtschaft 'pauschal an den Pranger stellen'.

Wie der Sprecher des Oldenbourgers Verlag, Klaus Holoch gegenüber agrarheute erklärte, würden in Schulbüchern grundsätzlich verschiedene Positionen - auch zum Thema Landwirtschaft - beschrieben. So soll es Schülern laut Holoch möglich sein, sich eine eigene Meinung zu bilden. Da der Redaktion das besagte Schulbuch leider nicht vorliegt, ist eine Prüfung beider Aussagen derzeit nicht möglich. Bei der CSU-Landesgruppe läuft derzeit eine Anfrage, um welches Schulbuch es sich konkret handelt. Wir werden weiter berichten.

Massentierhaltung: 'Krank und verhaltensgestört'

Unter anderem sei in dem Schulbuchtext die Rede davon, dass "sehr viele Tiere auf engem Raum gehalten werden, um Fleisch, Eier und Milch zu bekommen", so AgE. Die Tiere könnten sich nicht artgerecht bewegen und würden in solch einer Umgebung "krank und verhaltensgestört".

Daraufhin bekämen sie "immer wieder Beruhigungsmittel und Medikamente".

Text gegen Maisanbau

Für die Tierzucht werde auf den Feldern inzwischen "überwiegend Mais angebaut". Der benötige chemische Mittel. Zudem nähmen die vielen Maisfelder "heimischen Tieren und Pflanzen den Lebensraum weg".

Die Autoren würden den Kindern empfehlen, "lieber für Bioprodukte etwas mehr bezahlen und dafür etwas seltener Tierisches auf dem Teller", berichtet AgE.

Landwirtschaft werde an den Pranger gestellt

Der Text unter der Überschrift 'Massentierhaltung' sei ein "gefundenes Fressen für all jene, die die Landwirtschaft pauschal an den Pranger stellen", erklärte die CSU-Politikerin laut AgE am vergangenen Freitag in Berlin. Wenn schon in der Schule so tendenziös 'aufgeklärt' werde, brauche man sich nicht über einen ideologisch geprägten Zeitgeist zu wundern, so Mortler weiter.

Realistisches, modernes Bild der Landwirtschaft zeichnen

Die Vorsitzende der CSU-Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) rief dazu auf, in der Gesellschaft wieder sachlich über landwirtschaftliche Themen und mit der Landwirtschaft zu debattieren, meldet AgE. Eine Aufgabe der Schulen sähe Mortler darin, "unseren Kindern und Jugendlichen beizubringen, differenziert zu diskutieren". Aufgabe der Schulen sei es ebenso, ein realistisches, modernes Bild der Landwirtschaft zu zeichnen.


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