Niedersachsen Milcherzeugung: Vollkosten im Schnitt bei 41,17 Cent je kg Milch

Rinderherde Holsteiner auf Weide © ah/agrarfoto.com Bild vergrößern
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Was kostete den Milcherzeugern die Milchproduktion im Wirtschaftsjahr 2015/16? Die LWK Niedersachsen beantwortet die Frage mit einer Vollkostenauswertung von 151 Betrieben.

Wie viel Kosten entstehen wirklich bei der Milchproduktion und vor allem in welchem Kostenblock? Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen konnte mit Unterstützung verschiedener Institutionen die Vollkostenauswertungen von 151 niedersächsischen Milcherzeugern zusammentragen. Alle Auswertungen wurden mit der Software AgriCon erzeugt. Die Auswertung ist brutto und wurde nach der Höhe des kalkulatorischen Betriebszweigergebnisses in Ct/kg Milch sortiert.

Die Vollkosten der Milchproduktion inkl. der kalkulatorischen Kosten belaufen sich demnach auf 41,17 Cent je kg Milch. Die Schwankungsbreite zwischen den besseren und schlechteren Betrieben liegt hier laut LWK, wie bei den Direktkosten, bei rund 11 Cent je kg.

Fast Dreiviertel aller Erzeugungskosten entfallen auf den Bereich der Direktkosten. Die Futterkosten machen wiederum an den Direktkosten mehr als 60 Prozent aus.

Vollkostenauswertung: Unterschiede zwischen den Betrieben

  • Bei den 25 Prozent (%) besseren Betriebe konnte immerhin noch ein positives Betriebszweigergebnis von 1,81 Ct/kg erzielt werden. Geld, um das eigene Kapital, die eigene Arbeit und den eigenen Boden zu entlohnen, blieb nicht bzw. war mit "überschüssigen" 1,81 Ct/kg für die Entlohnung dieser Kosten deutlich zu gering.
  • Beim unteren Viertel wiederum führte die Milcherzeugung zu einem Verlust mit jedem kg produzierter Milch von -8,37 Ct.
  • Im Schnitt aller Betriebe war dies ebenfalls der Fall, hier betrug der Verlust -2,66 Ct je kg Milch.

Abzüglich der kalkulatorischen Kosten ergibt sich laut LWK Niedersachsen im Durchschnitt ein negatives Betriebszweigergebnis von -8,57 Cent je kg Milch bzw. -775 Euro je Tier. Auch das obere Viertel dieser Auswertung konnte nach Abzug der kalkulatorischen Ansätze kein positives kalkulatorisches Betriebsergebnis erzielen. Hier fehlen 3,93 Cent je kg Milch bzw. 371 Euro je Milchkuh bis zur Vollkostendeckung.

Den gesamten Artikel sowie die detaillierte Auswertung finden Sie hier.


Mit Material von LKW Niedersachsen

Tüftler-Tipps: Diese Technik haben Landwirte selbst gebaut
  • Adrian hat ebenfalls eine eigene Entwicklung. Seine Silofräse wird mit einem hydraulischen Motor angetrieben. "Habe sie selber gebaut, da ich nicht so viel Geld hatte, eine neue Fräse zu kaufen. Sie funktioniert einwandfrei und macht jeden Tag ihre Arbeit!"

    © Adrian Membarth
  • Hans-Peter berichtet stolz: "Zwei Mal füllen am Tag. Die Flächenleistung beträgt, ohne stehen zu bleiben, insgesamt etwa 15 Hektar. Und Getreide säen geht auch."

    © Hans-Peter Jenisch
  • Da sprühen die Funken! Hier arbeitet Tim mit seinem Team gerade an einer weiteren Entwicklung.

    © Tim Ecklebe
  • Da wird bei Tim in der Werkstatt in Niedersachsen getüftelt und geschraubt.

    © Tim Ecklebe
  • Bis am Ende die Sämaschine fertig zum Einsatz auf dem Acker ist. Mit einer "selbstgebastelten Vorauflaufmakierung", so Tim.

    © Tim Ecklebe
  • Tim schreibt: "Wir haben auch selbst gebastelt!" Beim Anhänger ist das Dreieck oben drauf und der Tritt Marke Eigenbau.

    © Tim Ecklebe
  • Hier das fertige Ergebnis der Tüfteleien von Tim und seinen Kollegen. Es kann sich wirklich sehen lassen!

    © Tim Ecklebe
  • Robin Lotze hat in seinem ersten Lehrjahr selbst eine Überladeschnecke an einen Fliegl-Abschieber gebaut.

    © Robin Lotze
  • Gut fünf Wochen hat das gedauert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

    © Robin Lotze
  • Martin Spaltmann hat seine Einzelkornsämaschine Kleine Unicorn Syncrodrive für die gleichzeitige Unterfußdüngung umgebaut.

    © Martin Spaltmann
  • Den Accord-Fronttank hat er von seiner Maisdrille genommen. Hier ist seine selbstgebaute Sämaschine mit Unterfußdüngung detailliert erklärt.

    © Martin Spaltmann
  • Lukas hat auf einen Kirchner-Kalkstreuer eine Triebachse aufgebaut. Er meint dazu: "Wir sind darauf gekommen, weil es bei uns teilweise sehr steil ist und anfangs es nicht möglich ist, in Schichtlinie zu fahren. Am Anfang wollten wir ihn hydraulisch antreiben, aber dazu gab es keine preiswerten Motoren oder Pumpen. Dadurch haben wir dann denn Traktor (Valtra N141) mit einer Wegzapfwelle ausgestattet. Das war die meiste und komplizierte Arbeit." Lukas hat Landmaschinenmechaniker erlernt und sein Vater ist Schlossermeister, zuhause haben sie eine eigene Schlosserei. "Jetzt kann ich endlich auch mit voller Fuhre Steigungen bis 60% ohne Probleme fahren," so das Fazit des Tüftlers.

    © Hinterreiter Lukas
  • Andi hat sich seinen Silierwagen komplett selbst gebaut...

    © Jungwirth Andi
  • ...und die Details dazu verraten. Diese lest ihr hier.

    © Jungwirth Andi
  • Auch Freddi hat einen kleinen Tüftler-Tipp für uns: "Beim Rüben-Abkippen hatte ich öfter das Problem, dass mir - nachdem ich sämtliche Verschlüsse geöffnet habe - der kleine Sicherheitsschnapper beim hinteren Wagen wieder runter gefallen ist. Das sieht man im Spiegel leider auch nicht."

    © Freddi Feise
  • Seine Lösung: Abhilfe schafften zwei alte Radmagneten von der Spritze,die ich mit einer Schraube befestigt habe. Nun fällt der Schnapper nicht mehr runter und es ist so viel sicherer."

    © Freddi Feise
  • Kai hat eine Halterung für die Steuerung von Ballenpresse und Co. entworfen.

    © Kai Firle
  • David schickt uns dieses Bild seiner Silofräse und schreibt: "Es fehlt aber noch der entscheidende Teil."

    © David Lindemann
  • Christian hat einen Kanister am Fendt 718 angebracht.

    © Christian Stapel
  • Corina schreibt: "Wir haben eine eigene Halterung gemacht - für die Steuerung von Ballenpresse und Co."

    © Corina Berner
  • Michael hat ein Grimme-Dammblech nachgerüstet! Er schreibt: "Die Idee dahinter ist ja eigentlich ganz simpel, man erspart sich einen Arbeitsgang. Grundsätzlich hab ich mir gedacht, das kann ja nicht so schwer sein, da ein Dammblech zu montieren." Er hat sich im Internet ein gebrauchtes Blech gekauft und ein paar Formrohre - los gings! Schwierig war die Ausrichtung der Teile, damit alles im rechten Winkel ist. Gedauert hat das zu zweit etwa einen Tag, so Michael.

    © Michael Breinreich
  • Unterm Strich ist Michael mit der Arbeitsqualität ganz zufrieden. Tüftelei also geglückt!

    © Michael Breinreich