Offener Brief Nitratbericht: Landwirte aus MV wenden sich an die Medien

Landwirt pumpt Gülle © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Eine Gruppe von Landwirten aus Mecklenburg-Vorpommern wendet sich in einem offenen Brief an die Medien. Es geht dabei um die Auslegung des aktuellen Nitratberichts.

Anfang Januar stellte das Bundesumweltministerium (BMUB) den Nitratbericht 2016 offiziell vor. Entgegen anderer Prognosen hatte sich die Nitratbelastung nach Interpretation des BMUB nicht wesentlich verbessert - aber auch nicht wesentlich verschlechtert. Die öffentlichen Medien griffen das Thema auf und titelten unter anderem "Grundwasser durch Nitrat verseucht" (Spiegel online, 3. Januar). Die teils hohen Belastungen seien dabei ungeachtet der höheren Messdichte durch das erweiterte -netz belegt worden.

Eine Gruppe von Landwirten aus Mecklenburg-Vorpommern wendet sich nun in einem offenen Brief an Vertreter der Medien. Darin heißt es zu Beginn: "Über die öffentliche Reaktion [auf den Nitratbericht] in den zurückliegenden Wochen, sei es in den Printmedien oder Erklärungen verschiedener Politiker, Verbände und NGO‘s waren viele Landwirte erstaunt."

'Kippen Gülle nicht einfach so auf den Acker'

Nitratbelastung im neuen EUA-Messnetz

"Gülle kippen wir natürlich nicht einfach so auf die Ackerflächen" stellen die Landwirte in ihrem Brief an die Medien klar. Die Menge werde auf Basis von Bodenuntersuchungen und Pflanzenbedarf berechnet und dokumentiert. Neben dieser heute übliche guten fachlichen Praxis entwickle sich zudem die Ausbringtechnik stetig weiter. "Gülle wird heute direkt nach der Ausbringung eingearbeitet, auf vielen Betrieben werden Gewässerschutzstreifen zur Vermeidung direkter oder indirekter Einträge von Nährstoffen in das Oberflächengewässer angelegt."

Dies seien Gründe dafür, dass die Nitratgehalte im Grundwasser in den vergangenen Jahren nicht angestiegen seien,wie im Nitratbericht zu lesen.

'Es gibt noch Reserven'

"Trotz der aufgezeigten positiven Entwicklung sehen auch wir Reserven" heißt es in dem offenen Brief weiter. Es gebe nach wie vor Messstellen, die den Grenzwert überschreiten - auch in Mecklenburg-Vorpommern. Jedoch werde es nicht helfen, diese punktuellen Probleme pauschal der Tierhaltung anzulasten. Oft existieren andere/zusätzliche Faktoren, wie z. B. Bodenart, Altlasten, die hier von Bedeutung seien.

"Wir fordern einen objektiven Umgang mit diesen Problemen und setzen uns für eine Standort bezogene Analyse der auffälligen Messstellen ein", argumentieren die Landwirte und schließen ihren Brief an die Medien mit den Worten "Wir verwehren uns dagegen, dass Landwirte unter Generalverdacht gestellt werden und die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern so aufs Spiel gesetzt wird."