Ölsaaten Ratgeber: 10 Tipps, wie die Soja-Aussaat gelingt

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Die Sojabohne hat hohe Wärmeansprüche und gleichzeitig einen hohen Keimwasserbedarf. Daher ist die Wahl des richtigen Aussaat-Zeitpunkts essentiell. Wie der Feldaufgang optimal gelingt, lesen Sie in unserem Ratgeber:

Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze mit relativ hohen Wärmeansprüchen. Sie gedeiht am besten in warmen Körnermais-Anbaulagen. Essentiell für einen guten Feldaufgang ist die Wahl des richtigen Saat-Zeitpunkts. Die Bodentemperatur sollte 10 Grad nicht unterschreiten, da die Sojabohne sonst zu viel Kraft und zu lange braucht, bis sie aufläuft. Außerdem sollte der Boden für die Aussaat nicht zu trocken sein, da die Sojabohne einen hohen Keimwasserbedarf hat. 

Tipp 1: Keimfähigkeit überprüfen!

Soja-Saatgut ist sehr empfindlich. Deshalb sollte vor der Aussaat unbedingt die Keimfähigkeit mit Boden des vorgesehenen Ackers überprüft werden. Bei überlagertem Saatgut wurde eine verzögerte Jugendentwicklung beobachtet. Deshalb bei überlagertem Saatgut oder Saatgut aus eigenem Anbau neben der Keimfähigkeit auch die Triebkraft überprüfen und bei der Saatstärke berücksichtigen.

Tipp 2: Saatbett möglichst eben und krümelig

Die Bodenbearbeitung ist mit wenigen Arbeitsgängen auf gut abgetrockneten Böden durchzuführen, da die Pflanzen empfindlich auf Bodenverdichtungen reagieren. Auf schweren Böden besteht Verschlämmungsgefahr. Verkrustungen führen zu unregelmäßigem Aufgang.

Bei Verschlämmungsgefahr besser Einzelkornsaat mit 30 oder 45 Zentimeter Reihenabstand für dichtere Reihen. Zur Verringerung von Ernteverlusten muss die Bodenoberfläche möglichst eben und frei von aufliegenden Steinen sein, um den Mähbalken beim Drusch so tief wie möglich einstellen zu können. 

Tipp 3: Vorgeimpftes Saatgut nochmals impfen

In der Praxis zeigten die vorgeimpften Saatbohnen in den letzten Jahren immer wieder erhebliche Schwächen, vor allem unter ungünstigen Rahmenbedingungen wie zu lang andauernder Trockenheit, Nässe oder Kälte. Beim erstmaligen Anbau von Sojabohnen auf einem Schlag empfiehlt es sich deshalb, auch vorgeimpftes Saatgut nochmals frisch zu impfen.

Tipp 4: Nicht zu früh säen

    Wegen der relativ hohen Temperaturansprüche erfolgt die Saat bei einer Bodentemperatur über 10 Grad Celsius ab Mitte April bis Anfang/Mitte Mai. Zu frühe Saat mit nachfolgend feucht-kühler Witterung kann zu starken Auflaufschäden und starker Verunkrautung führen. Die Saat sollte möglichst am 15. Mai abgeschlossen sein. Bei Saat ab Mitte Mai kann häufig erst Mitte Oktober geerntet werden.

    Tipp 5: Saatstärke sortenabhängig

    • Bei 00-Sorten Saatstärke ca. 55-60 keimfähige Körner/m²
    • Bei 000-Sorten Saatstärke ca. 65-70 keimfähige Körner/m²
    • Bei Beregnung 10 Prozent geringere Saatstärke

    Tipp 6: Bei Bodenherbiziden tiefer säen

    • 2 cm bei früher Saat, schweren oder kalten Böden
    • 3 bis 4 cm bei späterer Saat, leichten, warmen oder trockenen Böden
    • 4 bis 5 cm beim Einsatz von Bodenherbiziden bzw. Vogelfraß

    Tipp 7: Einzelkornsaat bringt Vorteile

    Die pneumatische Einzelkornsaat ist der Drillsaat durch Saatgutkostenersparnis und exakte Tiefenablage überlegen. Durch Einzelkornsaat wird das leicht verletzbare Korn am wenigsten beschädigt (keine Rübenscheiben!). Bei der Saat langsam fahren (nicht schneller als 6 km/h), um Fehlstellen zu vermeiden.

    Tipp 8: Keinen Stickstoffdünger!

    Stickstoff niemals zur Saat gegeben, denn sonst bilden sich an den Wurzeln unzureichend Knöllchen. Deshalb sollte auch eine organische Düngung, insbesondere mit Gülle, unterbleiben. Stark N-nachliefernde Böden, z. B. durch langjährige organische Düngung können für die Knöllchenbildung problematisch sein. Sie kann bei Mineralisierungsschüben nach Niederschlägen im Sommer auch zu einer verzögerten Abreife führen.

    Tipp 9: Gegen Schneckenfraß vorbeugen

    Möglichst abgesetztes Saatbeet mit wenigen Hohlräumen. Bei Schneckenbefall: Randbehandlung mit einem für Ackerbaukulturen zugelassenem Bekämpfungsmittel (z.B. "Sluxx HP") oder  mit Branntkalk durchführen. Die Anwendung von "Mesurol" Schneckenkorn ist seit 2014 verboten.

    Tipp 10: Herbizide im Vorauflauf spritzen

    Vorauflaufherbizide sind die Basis für eine ausreichende Unkrautbekämpfung. Sie sind von der Wirkung auf Unkräuter relativ sicher, z.B. gegen den verbreiteten Weißen Gänsefuß und Melde, wenn sie auf feuchten feinkrümeligen Boden ausgebracht werden. Eine recht breite Wirkung weist Artist auf mit 2,0 kg (schwere Böden) bzw. 1,5 kg/ha (leichte Böden). Artist (1,5 - 2,0 kg/ha) kann bei Bedarf auch mit 0,2 l/ha Centium 36 CS zur Verstärkung der Klettenlabkraut- oder Knöterichwirkung kombiniert werden. Die Dreifachkombination aus Spectrum + Centium 36 CS + Sencor WG (0,8 + 0,2 + 0,3) deckt ebenfalls ein relativ breites Spektrum der Leitunkräuter ab.

     

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