Rindfleischmarkt Rindfleisch wird immer beliebter

Steak © Thomas Francois/fotolia Bild vergrößern
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Rindfleisch liegt im Trend. Vor allem hochwertige Rindfleischprodukte werden immer beliebter und werden zunehmend nachgefragt. Das hat viele Gründe.

In Deutschland wird zunehmend mehr Rindfleisch nachgefragt, berichtet die Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI. Seit 2016 ist Deutschland Nettoimporteur. Der Trend zu Rindfleisch liege einerseits an einem wachsenden Anteil von Mitbürgern, die kein Schweinefleisch konsumieren, aber auch an der steigenden Beliebtheit von Burger- und Steakrestaurants. Es zeigt sich, so die AMI-Analyse, eine gestiegende Kaufbereitschaft für hochwertige Steaks.

Rinderschlachtungen in 2016 rückläufig

Gleichzeitig ist die Rinderschlachtung in Deutschland vergangenes Jahr um acht Prozent gesunken. Das liege unter anderem an einem rückläufigen Export von deutschem Rindfleisch. Und die Nachfrage seitens der Schlachtereien fiel 2016 im Vorjahresvergleich schwächer aus.

Laut AMI-Experte Matthias Kohlmüller würden zudem große Bratenstücke immer weniger nachgefragt, da das Know-How für die Zubereitung von traditionellen Schmor- und Kochgerichten verloren geht.

Weniger Jungbullen, mehr Färsen geschlachtet

Im Jahr 2016 sind in Deutschland schätzungsweise 1,31 Mio. Bullen zur Schlachtung vermarktet worden, dies entspricht einem Minus von 107.000 Tiere. Die Nachfrage seitens der Schlachtereien fiel über weite Strecken des Jahres im Vorjahresvergleich schwächer aus. Die um über 4 kg schwereren Schlachtgewichte signalisieren einen gedrosselten Handel.

Demgegenüber sind mit 1,32 Mio. Kühen sowie 0,55 Mio. Färsen deutlich mehr weibliche Schlachtrinder zu Rindfleisch verarbeitet worden. Das Plus lag bei 71.200 Kühen (+6 %) sowie 25.000 Färsen (+5 %).


Mit Material von AMI

Tierwohl-Siegel und ihre Kriterien im Überblick
  • Neuland
    • Haltung auf Einstreu; Spaltenböden oder Gitterroste sind nicht erlaubt
    • ganzjähriger Auslauf ins Freie
    • mehr Tageslicht im Stall
    • ausschließlich heimische und gentechnikfreie Futtermittel
    • Antibiotika in der Fütterung sind verboten
    • Bestandsobergrenze bei Schweinen: 150 Sauen und 950 Mastplätze
    • Schwanzkürzen und Abschleifen der Zähne ist verboten
    • Ferkelkastration nur unter Betäubung
    © Neuland
  • Tierschutzlabel Einstiegstufe
    • Platzangebot: 45 % mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben; 1,1 Quadratmeter pro Tier
    • Bodenbeschaffenheit, Liegebereich: perforierter Boden, in mindestens vier Buchten Komfortliegebereiche (verbindlicher Entwicklungsplan für neue Betriebe)
    • Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbares organisches Material (auch Pellet-Automaten)
    • Ferkelkastration nur unter Betäubung
    • Klima: Luftkühlung oder Wasservernebelung (Hochdruck)
    • Bestandsobergrenze: 3.000 Schweinemastplätze
    • Transportdauer: maximal 4 Stunden
    © Deutscher Tierschutzbund
  • Tierschutzlabel Premiumstufe
    • Platzangebot: circa doppeltes Platzangebot als gesetzlich vorgeschrieben
    • Bodenbeschaffenheit, Liegebereich: perforierter Aktivitätsbereich, planbefestigter und eingestreuter Liegebereich
    • Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbares Material
    • Verschiedene Temperaturzonen: Auslauf (individuelle Ausnahmen für Offenfrontstall)
    • Bestandsobergrenze: 2.000 Schweinemastplätze
    • Transportdauer: maximal 4 Stunden
    • Ferkelkastration nur unter Betäubung
    © Deutscher Tierschutzbund
  • Vier Pfoten Siegel
    • kupieren des Schwanzes verboten
    • abschleifen der Zähne verboten
    • Kastration nur möglich, wenn kein geeigneter Schlachthof für Eber zur Verfügung; sonst: Kastration nur unter Vollnarkose und Schmerznachbehandlung
    • planbefestigte, eingestreute Liegefläche
    • mehr Platz pro Tier im Vergleich zu konventioneller Haltung
    • Fenster/Tageslicht
    • gutes Stallklima: Belüftung/Kühlung oder Wasservernebelung
    • neue Stallungen: Außenklimastall
    • Transportdauer: maximal 4 Stunden
    Premiumstufe (zusätzlich):

    • genaue Haltungsvorgaben für die Zucht integriert, z.B. freie Abferkelung
    • befestigter Auslauf verpflichtend
    • zusätzlich unbefestigter Auslauf oder Freilandhaltung (zumindest saisonal)
    © Vier Pfoten
  • Staatliches Tierwohllabel Die Markteinführung des staatlichen Tierwohllabels ist 2019 geplant. Es soll ebenfalls mehrstufig sein. Noch gibt es keinen konkreten Kriterienkatalog. Dieser soll laut Bundesminister Schmidt bis Ostern erarbeitet werden. Diese Punkte soll es beinhalten:

    • mehr Platzangebot
    • Buchtenstrukturierung (ausreichend Platz, um Liege- und Aktivitätsbereich zu trennen)
    • längere Säugephase (Dauer der Säugezeit)
    • nicht-kurative Eingriffe (Schwänzekupieren)
    • Tiergesundheitsindex (Teilnahme an Erfassungssystemen)
    • kürzere Transportdauer
    • Schlachtdauer (bessere Kontrolle von Betäubungen)
    © BMEL
  • Initiative Tierwohl Die Initiative Tierwohl hat kein eigenes Label. Es handelt sich um eine Brancheninitiative für mehr Tierwohl. Der Lebensmitteleinzelhandel zahlt derzeit 4 Cent pro Kilo Fleisch in einen Fond ein, aus dem Landwirte für das Erfüllen bestimmter Haltungskriterien entlohnt werden.

    Pflichtkriterien in der Schweinemast sind:

    • Teilnahme am Antibiotikamonitoring
    • Teilnahme am indexierten Schlachtbefunddatenprogramm
    • 10 % mehr Platz
    • zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial
    • Durchführung eines Stallklimacheck ein Mal pro Jahr
    • Durchführung eines Tränkewassercheck ein Mal pro Jahr
    • Tageslicht: Jedes Abteil muss Tageslichteinfall haben. Die lichtdurchlässige Außenfläche muss im Durchschnitt des Betriebes mindestens 1,5 Prozent der Abteil-Grundflächen betragen. Für das einzelne Abteil ist eine Unterschreitung der lichtdurchlässigen Fläche von maximal 20 Prozent zulässig.
    © Initiative Tierwohl
  • Labelübersicht für die Schweinemast © BMEL
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