Userkommentare Schwalbennester im Stall: Eine Hygieneproblem?

Rauchschwalbennest © Marina Lohrbach/fotolia Bild vergrößern
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Bei der Hygiene-Frage hinsichtlich Schwalben im Milchviehstall scheiden sich auch die Geister unserer Leser. Das sagen die Praktiker dazu.

Die Rauchschwalbe steht auf der roten Liste bedrohter Vogelarten. Deshalb sind die Nester geschützt: Das Entfernen von Schwalbennestern ist eine Ordnungswidrigkeit. Doch der Milchprüfring Bayern e.V sieht da ein Hygieneproblem und fordert von den Milcherzeugern entsprechende Hygienemaßnahmen.

Schwalbennisthilfen helfen

Auf der agrarheute-Facebook-Seite haben sich zu dem Thema die Landwirte zu Wort gemeldet. Einige halten die Befürchtungen des bayerischen Milchprüfrings für überzogen. Andere haben bereits Vorkehrungen getroffen: „Wir haben im Stall fünf Schwalben-Nester und da gibt es kein Problem!“ Der User empfiehlt Schwalben-Nisthilfen im Kotbereich des Stalls anzubringen, „dann Kacken die quasi direkt in die Mistbahn.“

Wenig effektiv: Kotauffangbehälter

Kotauffangschale für Schwalben © Prof. Dr. Armin M. Scholz Bild vergrößern
Das Schwalbenkotbrett wird gerne als Sitzgelegenheit genutzt.

Prof. Dr. Armin M. Scholz vom Lehr- und Versuchsgut Oberschleißheim hat uns ein Foto von einem Kotauffangbehälter für Schwalben geschickt mit den Worten: "Der Vorschlag zur Anbringung von „Kotbrettern“ oder Kotauffangbehältern wurde uns schon vor einigen Jahren vom zuständigen Veterinäramt gemacht. Was die Schwalben darunter verstehen, können Sie dem Foto entnehmen."

Das Problem: Risiko- statt Gefahrenprinzip

„Das Risiko einer Verseuchung der Milch ist relativ gering“, schreibt ein User. „Aber heutzutage diskutieren wir Lebensmittelreinheit nicht nach dem Risiko-, sondern nach dem Gefahrenprinzip. Schwalben, Sperlinge und Tauben sind daher als potentielle Salmonellenüberträger grundsätzlich kritisch. Deshalb sollen Ställe so ausgerüstet werden, dass diese Vögel nicht im Melk-, Milch- sowie im Futterbereich nisten können.“

Prof. Scholz schreibt dazu: „Leider stehen sich Tierschutz  und Tierhygiene bzw. Produkthygiene neuerdings sehr oft im Weg. Wenn die landwirtschaftliche Nutztierhaltung nicht in völlig abgeschotteten Ställen stattfinden soll, muss auch bei den Kontrollbehörden und bei den Gesetzgebern - aber ebenso bei den Verbrauchern/-innen - wieder ein Umdenken stattfinden.“

 

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