Aus der Wirtschaft Schwein: Die zehn größten Schlachthöfe in Deutschland

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Die zehn größten Schlachthöfe in Deutschland verarbeiten rund 75 Prozent der Schweine. Die Top vier agiert auch auf dem internationalen Markt, der Mittelstand setzt auf Regionalität.

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Die Schlachtung trächtiger Kühe ist in Deutschland aktuell bis in die letzten zehn Prozent der Trächtigkeit hinein erlaubt.

Das Schlachthof-Ranking der ISN für 2013 bestätigt den hohen Konzentrationsgrad in der Schlachtbranche. Die vier größten Unternehmen haben zusammen einen Marktanteil von fast 60 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt aber auf, dass die großen Wachstumsschritte bei den Schlachtzahlen ausgeblieben sind. Insgesamt sind in Deutschland in 2013 laut ISN 58,8 Millionen (Mio.) Schweine geschlachtet worden, 0,8 Prozent (%) mehr als ein Jahr zuvor.
 

 

1. Tönnies, Rheda-Wiedenbrück: In 2013 lag die Schlachtmenge beim Branchenprimus Tönnies in Deutschland konstant bei 15 Mio. Schweinen und damit auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt hingen bei Tönnies 16,4 Mio. Schweine am Haken. Das Unternehmen herrscht damit über gut ein Viertel des deutschen Schweinemarktes.

In 2014 kündigte Tönnies an, rund 200 Millionen Euro in den Aufbau von Mastkapazitäten in Serbien zu investieren. Seit Ende des Jahres läuft eine Zusammenarbeit mit dem Konzern Pharma Action. Tönnies beliefert den Konzern für die Herstellung von Heparin mit Dünndarmschleimhaut.

Schlachthof-Ranking: Zuwächse bei Vion und Westfleisch

Grafik: Anteile der Schlachthöfe am deutschen Markt für Schlachtschweine.

2. Vion, Düsseldorf: Laut ISN-Schlachthofranking schlachtete Vion in 2013 rund 9,6 Mio. Schweine und konnte seinen Marktanteil damit um 7,9 % auf 16,3 % gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Nach einem Minus von 830 Mio. Euro in 2012 konnte der Konzern 2013 damit erfolgreicher abschließen. Die Umstrukturierungsmaßnahmen gingen 2014 weiter. Einige Schlachthöfe sollen geschlossen werden, andere umgebaut. Des Weiteren wurde die Firma FVZ Convenience GmbH von der Westfleisch eG komplett übernommen.

3. Westfleisch, Münster: In 2013 konnte Westfleisch seinen Marktanteil leicht erhöhen. Die Schlachtungen wurden laut ISN auf 7,41 Mio. Schweine gesteigert. Der Marktanteil des Konzerns aus Münster lag bei 12,6 %. Im ablaufenden Jahr kaufte die Westfleisch-Gruppe den Wursthersteller Aldenhoven GmbH in Gelsenkirchen. Der  Fleischverarbeiter produziert rund 10.000 t Fleisch- und Wurstwaren pro Jahr und beschäftigt 160 Mitarbeiter.

4. Danish Crown, Essen/Oldenburg: Bei Danish Crown gingen in Deutschland mit 2,74 Mio. geschlachteten Schweinen in 2013 bereits im dritten Jahr in Folge die Schlachtzahlen zurück. Damit ging der Marktanteil des Unternehmens auf 4,7 % zurück. Der Mutterkonzern gab im letzten Jahr bekannt, in einem Pilotversuch auf antibiotikafreie Mast umzustellen.

Mittelstand setzt auf Regionalität

Tabelle: Schlachtmenge bei Schweinen in deutschen Schlachthöfen in 2013.

Der deutsche Mittelstand in der Schlachtbranche hat sich 2013 uneinheitlich entwickelt.

5. Vogler, Luckau: Vogler konnte an den Erfolg im Vorjahr anknüpfen und in 2013 mit 2,3 Mio. die Anzahl der geschlachteten Schweine noch einmal um 13,9 Prozent steigern. Die Vogler-Gruppe besteht aus der Vogler Fleisch GmbH mit den Standorten Steine, Dolgow, Woltersdorf (alle Wendland) und Salzwedel in der Altmark (Sachsen-Anhalt) sowie der Vogler Meat Products GmbH mit den Standorten Bremen und Laatzen-Gleidingen, wo rund 70 Mitarbeiter beschäftigt sind.

 

6. Müller-Gruppe, Birkenfeld: Die Müller Gruppe konnte die Steigerung der Schweineschlachtungen mit 1,63 Mio. Stück in 2013 gut behaupten und leigt bei einem Marktanteil von 2,8 %. Für das Jahr 2014 erhoffte das Unternehmen insbesondere mit dem Argument "Regionalität" gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel zu punkten. Hierfür wurde eigens ein Rohstoffkonzept "Süddeutsches Schweinefleisch" entwickelt.

 

7. Böseler Goldschmaus, Garrel: Auch bei Böseler Goldschmaus steht das Thema Regionalität hoch im Kurs. Durch eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen regionalen Einzelhändlern schafften es die Niedersachsen im ISN-Ranking 2013 mit 1,53 Mio. geschlachteten Schweinen und 2,6 % Marktanteil auf Rang 7 unter den deutschen Schlachthöfen.

 

8. Tummel, Schöppingen: Nur knapp behaupten konnte sich in 2013 Tummel mit 1,53 Mio. Schlachtschweinen am Haken. Hier läuft noch immer das Kartellverfahren um die Übernahme durch Tönnies. im Februar des kommenden Jahres soll es nun vor den Kartellgerichten weitergehen.

9. BMR Schlachthof, Garrel: Nach einem deutlichen Zugewinn in 2012 hatte BMR in 2013 wieder einen deutlichen Rückgang zu verbuchen. Hier kamen nur noch 1,4 Mio. Schweine zur Schlachtung, was einem Minus von 11,4 Prozent entspricht. Damit rutschte BMR um zwei Plätze ab auf Rang 9 und hält einen Marktanteil von 2,4 Prozent.

 

10. Simon, Wittlich: Die Schlachtzahlen bei Simon in Wittlich zeigten eine feste Entwicklung mit 0,96 Mio. Schlachtungen im Jahr 2013. Damit rangiert Simon weiterhin auf Rang 10.



Tierwohl gewinnt auch im Maststall an Bedeutung. In der Bildergalerie finden Sie 10 praktische Tipps für mehr Tierwohl in der Mastschweinehaltung.(Fotos: Hungerkamp)

Schweinemast: 10 Tipps für mehr Tierwohl im Stall
  • Tipp 1: Großgruppen bieten folgende Vorteile: Der Platz pro Tier ist derselbe wie in Kleingruppen, aber jedes einzelne Schwein hat mehr Raum zur Verfügung, um sich frei zu bewegen. © Hungerkamp
  • Tipp 2: Ein automatisches Filterverfahren kann helfen, die Luft im Stall frisch zu halten. Lüftungsklappen sorgen für frische Luft und ein optimales Stallklima. © Hungerkamp
  • Tipp 3: Für einen komfortablen Boden sind Kunststoff-Elemente, die eine hygienische Oberfläche besitzen eine Lösung. Sie sollen robust und leicht zu reinigen sein. © Hungerkamp
  • Tipp 4: Kleine Mengen an Sonnenblumenkernhülsenkönnen als Einstreu verwendet werden. Die Mastschweine spielen, suhlen und liegen in der Einstreu. © Hungerkamp
  • Tipp 5: Je nach Lebendgewicht trinken die Mastschweine täglich 3 bis 10 Liter Wasser. Um die Zufuhr sicher zu gewährleisten, sollen genügend Tränken im Stall verteilt sein. © Hungerkamp
  • Tipp 6: Schweine sind neugierige Tiere und beschäftigen sich gerne. Zur Beschäftigung können bewegliche und veränderbare Materialien im Stall aufgehängt werden. © Hungerkamp
  • Tipp 7: Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit bietet das Raufutter - am besten Heu. Zirka 90 Prozent davon wird von den Schweinen aufgefressen. © Hungerkamp
  • Tipp 8: Eine Schweinedusche im Stall kann zum Abkühlen oder einfach zum Spielen dienen. Die Schweine lassen sich gerne besprühen. © Hungerkamp
  • Tipp 9: Ein einfacher Holzstamm kann den Schweinen als Scheuerbalken dienen. Die Schweine nagen sehr gerne am Holz, vor allem,wenn noch Rinde vorhanden ist. © Hungerkamp
  • Tipp 10: Eine Bade- und Suhlmöglichkeit im Stall weckt und befriedigt die neugier der Schweine. Die Schweine baden, spielen und suhlen sich sehr gerne in einer Wanne. © Hungerkamp
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