Straßenverkehr Verkehrssicher durch die Ernte: Polizei kontrolliert

Ungesicherte Ladung bei Ballentransport © Polizei Minden-Lübbecke Bild vergrößern
Nicht nur die fehlenden Ladungssicherheit fiel bei der Kontrolle ins Auge. Auch die Verkehrssicherheit von Traktor und Anhänger wies erhebliche Mängel auf.
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Nach einer Verkehrskontrolle warnt die Polizei Minden-Lübbecke: Ungesicherte Ladung und nicht ordnungsgemäße Maschinen können nicht nur zu teuren Bußgeldern führen, sondern auch Menschen gefährden.

Während viele Landwirte derzeit mit der Einbringung der Ernte beschäftigt sind, sorgt sich die Polizei um die Sicherheit dieser Transporte auf den Straßen. Im Fokus der Ordnungshüter stehen vor allem die Ladungssicherheit und der technische Zustand der Fahrzeuge sowie deren Anhänger.

Als Grund für ihre Besorgnis führt die Polizei Minden-Lübbecke zwei Beispiele an.

18 ungesicherte Rundballen und defekte Bremsen

Im Raum Rahden fiel bei einer Polizeikontrolle ein Traktor mit Anhänger mit 18 großen Rundballen auf. Ein 60-jähriger Landwirt beabsichtigte, die Strohballen von einem Feld zu seinem Hof zu transportieren. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Ballen völlig ungesichert waren. Zudem besaß der Anhänger keine funktionstüchtige Bremse und der Traktor war seit zweieinhalb Jahren nicht mehr für den Straßenverkehr zugelassen. Am Anhänger war zudem die gesamte Beleuchtung einschließlich der Blinker nicht funktionstüchtig.

Überbreiter Mähdrescher ohne Ausnahmegenehmigung

Zuvor weckte ein Mähdrescher mit Überbreite in Petershagen das Interesse der Beamten. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass die ursprünglich erteilte Ausnahmegenehmigung seit 17 Jahren abgelaufen war. Dem 17-jährigen Fahrer und den Eigentümer erwartet nun ein Bußgeld. Zudem konnte die Ernte nicht fortgesetzt werden. Der Besitzer muss zunächst eine neue Ausnahmegenehmigung einholen, um mit dem Mähdrescher im öffentlichen Verkehr fahren zu dürfen.

Schwere, ungesicherte Ladung kann fatale Folgen haben

"Wir haben zwar Verständnis für die Arbeit und den damit verbundenen Zeitdruck der Landwirte", sagt die Polizei. "Das darf aber nicht zu Lasten der Sicherheit für sich und andere Verkehrsteilnehmer führen." Mit großen Heu- und Strohballen werden schnell mal mehrere Tonnen Ladung auf einem Anhänger transportiert. Ist diese nicht ordnungsgemäß gesichert, können die Folgen bei herabfallender Ladung für Auto- oder Motorradfahrer fatale Folgen haben, so die Polizei. Die Beamten kündigten an, auch weiterhin ein waches Auge auf derartige Transporte zu haben.


Mit Material von Polizei Minden-Lübbecke

Strohballen-Tetris: Strohernte-Bilder von Hochstaplern
  • Tetris mit Strohballen: Bei der Aufschichtung von Strohballen ist auf Verbund zu achten, damit das das Strohgut auch gut sitzt.

    © agrarfoto
  • Dieser Stapelrekord ist alles andere als gesetzeskonform. Hier ist die maximale Ladehöhe von 4 Metern überschritten.

    © Heiko Terno
  • Dieser Landwirt fotografierte stolz sein Stapelergebnis.

    © Frank Wenzel
  • Ein User postete dieses Foto auf Facebook mit den Worten: "Fuhr mit 50 km/h vor mir. Man beachte die Achse und den Abstand Balle/Baum.

    © Florian Kuchlenz
  • Dieser User schreibt zu seinem Bild: "Klappt auch heute noch super!"

    © Jan Gehlenborg
  • Dieses Bild aus dem Jahre 1979 schickte uns ein Landwirt mit diesen Worten: "So wurde immer geladen."

    © Jörg Pfeilstücker
  • Ein User schreibt: "Die kleine Ballen richten keinen Schaden an und wenn sie richtig geschlichtet wurden, halten die wie Beton."

    © Tim Hofmann