Stand 28. April Vogelgrippe: Aktueller Stand zur Stallpflicht

Braune Freilandhennen © ah/agrarfoto.com Bild vergrößern
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Nachdem die Vogelgrippewelle abgeflaut ist, haben immer mehr Bundesländer die Stallpflicht gelockert. Das ist der aktuelle Stand.

Schleswig-Holstein: Stallpflicht vollständig aufgehoben

Die Stallpflicht für Geflügel wird in weiten Landesteilen vollständig aufgehoben. Die Stallpflicht werde nur noch auf Teile der Kreise Herzogtum-Lauenburg, Ostholstein und Segeberg beschränkt. Das seien die Kreise, in denen es die letzten Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln gab. „Aber auch hier ist ein baldiges Ende absehbar “, betonte Landwirtschaftsminister Robert Habeck am 28. April 2017.

Die Stallpflicht muss vom 1. Mai an nur noch in den Kreisen, in denen vor weniger als dreißig Tagen bei einem Wildvogel Geflügelpest amtlich festgestellt wurde, in folgenden Kulissen erhalten bleiben:

  • In Risikogebieten entlang der Küsten an Ost- und Nordsee (drei Kilometer) sowie an Binnengewässern und Flüssen mit besonderer ornithologischer Bedeutung sowie Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen für über März hinaus bleibende Arten (z.B. Gänse)
  • in gemäß Geflügelpest-Verordnung eingerichteten Restriktionszonen

Davon betroffen sind ab 1. Mai nur noch die Kreise Segeberg, Herzogtum Lauenburg, und Ostholstein.

Ende Januar kündigte das Landwirtschaftsministerium an, dass Produzenten von Freilandeiern wegen der langen Aufstallung der Tiere Ausgleichszahlungen des Landes bekommen. "Auch knapp zwölf Wochen nach Ausbruch der Geflügelpest gibt es weiterhin keine Entwarnung", sagte Habeck.

Niedersachsen: Generelle Stallpflicht endet zum 30. April

Die generelle Stallpflicht wegen der Vogelgrippe läuft zum 30. April in allen niedersächsischen Landkreisen aus. In den vergangenen Wochen hatte es keine neuen Ausbrüche von Geflügelpest mehr gegeben. Sperr- und Beobachtungsgebiete gibt es derzeit noch in Teilen der Kreise Cloppenburg und Oldenburg. Kreisweit gilt die Stallpflicht bis Ende dieses Monats noch in den Kreisen Cloppenburg, Vechta, Emsland, Grafschaft Bentheim, Ammerland und Oldenburg.

Vogelgrippe: Neue Fälle im Überblick

Bereits zum 13. Februar hatte Niedersachsen aufgrund einer neuen Risikobewertung ein Ende der Stallpflicht für Geflügel in Teilen des Landes verfügt.

Eine kreisweite Stallpflicht bestand für nahezu alle Landkreise seit November 2016. Eine landesweite Stallpflicht lehnte der Landtag ab.

Am 21. November ist die "Verordnung über besondere Schutzregeln in kleinen Geflügelhaltungen" laut Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Kraft getreten, die strengere Anforderungen für Geflügelhaltungen unter 1.000 Tieren und Hobbyhaltungen vorschreibt.

Mecklenburg-Vorpommern: Stallpflicht aufgehoben

22 Wochen nach der ersten amtlichen Feststellung des hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N8 wurde die Anordnung zur Stallpflicht in Mecklenburg-Vorpommern am 13. April mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus kritisierte Mitte Februar den bundesweit unterschiedlichen Umgang mit der Stallpflicht. Backhaus hatte deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Einberufung des zentralen Krisenstabes gebeten.

Seit 14. November gilt in Mecklenburg-Vorpommern die Stallpflicht. Um das Risiko einer Übertragung des Geflügelpest-Virus von Wildvögeln auf Hausgeflügel zu minimieren, erteilte Minister Backhaus auch ein vorübergehendes Jagdverbot für dem Jagdrecht unterliegende Wildvögel.

Nordrhein-Westfalen: Stallpflicht aufgehoben

Die allgemeine Stallpflicht für Geflügel ist in NRW seit dem 16. März 2017 wieder aufgehoben. Kreise und kreisfreie Städte können aber weiterhin für einzelne Regionen noch Stallpflicht verhängen.

  • Am 12. Januar hatte sich in einem Betrieb in Delbrück-Westenholz (Nordrhein-Westfalen) ein weiterer Verdacht auf Vogelgrippe in NRW bestätigt. Auf dem betroffenen Hof mussten 4.000 Puten und 36.000 Junghennen getötet werden.
  • Am 18. Dezember wurden nach dem Ausbruch des H5N8-Erregers in einem großen Mastbetrieb bei Soest in Westfalen 7.600 Puten und 14.000 Küken gekeult. Laut Umweltministerium NRW wurden die Kreise und kreisfreien Städte daraufhin gebeten, eine generelle landesweite Aufstallpflicht anzuordnen (Stand: 20. Dezember). Seit dem 15. November galt die Stallpflicht für Hausgeflügelbestände, die sich in Risikogebieten befinden.

Brandenburg: Stallpflicht aufgehoben

Am 10. April wurde die Stallpflicht aufgrund der Vogelgrippe vollständig aufgehoben. Damit sind auch wieder Ausstellungen und Märkte mit Geflügel möglich.

  • Im Märkisch-Oderland wurde der Erreger am 17. Februar in einem Entenbestand nachgewiesen, ca. 16.000 Tiere mussten getötet werden.
  • In einem Entenmastbetrieb in Märkisch-Oderland wurde Ende Januar das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. 27.000 Enten mussten gekeult worden.
  • Im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg ist die Vogelgrippe am 18. Januar in einem Putenmastbetrieb mit 45.000 Tieren nachgewiesen worden.
  • Am 12. Januar wurde der Ausbruch der Vogelgrippe H5N8 in einem Putenbestand in Kyritz bestätigt. Auch hier mussten die 11.000 Tiere getötet werden.

Hessen: Stallpflicht aufgehoben

Seid vier Wochen gab es in Hessen keinen neuen Verdachtsfall (Stand 28. April) "Glücklicherweise wurden uns seit einem Monat keine neuen Ansteckungen oder Verdachtsfälle der Vogelgrippe gemeldet. Darum haben wir ab sofort alle verbleibenden Schutzmaßnahmen aufgehoben," gab Umweltministerin Priska Hinz am 27. April in Wiesbaden bekannt.

Seit 22. März galt die Stallpflicht nur noch in den definierten Risikogebieten, also in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen sowie in den aufgrund von Vogelgrippeausbrüchen bei Wildvögeln eingerichteten Restriktionszonen. Damit sind bis auf weiteres auch wieder lokale Geflügelausstellungen möglich.

Bis 9. Februar gab es in Hessen zwölf belegte Fälle des Vogelgrippeerregers H5N8. Dabei handelte es sich um elf Wildvögel und einen Rosapelikan aus dem Opel-Zoo in Kronberg im Taunus.

Sachsen-Anhalt: Stallpflicht aufgehoben

In Sachsen-Anhalt wurde die Stallpflicht für Geflügel am 5. April nahezu gänzlich aufgehoben. Bereits Mitte März wurde die Stallpflicht in Sachsen-Anhalt gelockert. Am 20. März 2017 hatte das  Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie per Erlass die risikoorientierte Aufhebung des Aufstallungsgebotes angeordnet. Damit waren die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Die Behörden dort hatten daraufhin Risikobewertungen durchgeführt, um Areale festzulegen, in denen die Aufstallung des dort gehaltenen Geflügels aufrecht erhalten blieb, beispielsweise innerhalb einer 10 km Zone um EU-Wildvogelrastgebiete.

Nun gilt die Stallpflicht nur noch in Restriktionszonen, die aufgrund der Feststellung von Geflügelpest eingerichtet werden müssen.

Baden-Württemberg: Stallpflicht aufgehoben

Nachdem die Vogelgrippewelle abgeflaut ist und die Zugvögel aus den Winterquartieren in ihre Brutgebiete zurückgekehrt sind, wurde die risikoorientierte Stallpflicht am 21. April im gesamten Land aufgehoben.

Die Experten sehen in Baden-Württemberg derzeit keine Notwendigkeit zur weiteren vorbeugenden Aufstallung von Geflügel. Im Land wurde zuletzt am 22. Februar 2017 das Vogelgrippevirus bei einem Wildvogel nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft unter diesen Voraussetzungen in seiner aktuellen Risikobewertung vom 31. März 2017 das Eintragsrisiko in Geflügelbestände als gering ein. Bundes- und europaweit entspannt sich die Lage. Auch wenn die Stallpflicht aufgehoben wird, gelten die erhöhten Biosicherheitsmaßnahmen in Kleinbeständen bundesweit bis einschließlich 20. Mai dieses Jahres verbindlich  weiter. In größeren Haltungen sind diese ohnehin dauerhaft Pflicht.

Bayern: Stallpflicht gelockert

Seit dem 16. März gibt es aus Bayern keine neuen Informationen zur Stallpflicht. Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf gab am 16. März in München bekannt. "Die allgemeine Stallpflicht für ganz Bayern wird gelockert. Ab sofort gibt es nur noch eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht bei neuen Nachweisen der Geflügelpest. Damit sind bis auf weiteres auch wieder Ausstellungen und Märkte möglich. Eier können wieder als Freilandeier vermarktet werden", erklärt Scharf.

In Bayern gab es bei Wildvögeln rund 120 Nachweise in allen sieben Regierungsbezirken und neun Nachweise in hauptsächlich kleineren Nutzgeflügelbeständen.

Sachsen: Stallpflicht aufgehoben

Am 20. März wurde die die allgemeine Stallpflicht für Geflügel im Freistaat Sachsen aufgehoben. Da sich die Lage entspannt hat, hob die zuständige Landesdirektion Sachsen am 17. März 2017 in Abstimmung mit dem Sozialministerium die vorübergehende Pflicht zur überdachten Haltung von Geflügel auf. Seitdem dürfen Hühner, Gänse, Enten und Puten sowie Vögel in Zoos und Tierparks wieder ins Freie. Die Stallpflicht gilt jedoch weiter in bestehenden Restriktionszonen.

Am 17. März wurde in Abstimmung mit dem Sozialministerium von der zuständigen Landesdirektion Sachsen festgelegt, die allgemeine Stallpflicht für Geflügel aufgehoben. 

Mit der Aufhebung der Stallpflicht gilt die Geflügelpestverordnung des Bundes jedoch weiter. Nunmehr entscheiden die örtlichen Veterinärbehörden über im Einzelfall notwendige Maßnahmen. Bei neuen Funden von infizierten Tieren werden dann weiterhin Restriktionsgebiete ausgewiesen.

In den noch bestehenden Restriktionszonen bleiben die behördlich angeordneten Maßnahmen und damit auch die Stallpflicht in Kraft.

Am 30. Januar 2017 wurden in einem Nutztiergeflügelbestand im Landkreis Nordsachsen über 250 tote Puten festgestellt. Untersuchungen der Landesuntersuchungsanstalt haben am Dienstag das hochpathogene Geflügelpestvirus H5 festgestellt. Insgesamt sind in dem Betrieb 6.500 Tiere sind betroffen. Der Putenbestand befindet sich in einem Sperrbezirk, der nach dem Fund einer infizierten Reiherente am 16. Januar eingerichtet wurde.

Thüringen: Stallpflicht weiter gelockert

Nachdem es in Thüringen im März zu keinem weiteren Geflügelgrippefall bei Hausgeflügel und nur zu einzelnen Wildvogelfunden mit Virusnachweis gekommen ist, kann die Aufstallpflicht für Geflügel weiter gelockert werden. Das TMASGFF überträgt die Entscheidung, in welchen Gebieten die Stallpflicht aufgrund der Gefährdungslage aufrecht zu halten ist, in die Hände der zuständigen Behörden vor Ort. Im Wartburgkreis wurde die Stallpflicht für Geflügel am 17. März aufgehoben. Die Stallpflicht wurde aufgrund der aktuellen Risikoanalyse vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Wartburgkreises und der Stadt Eisenach aufgehoben. Das teilte der Kreis jetzt mit.

Seit 30. Januar galt in ganz Thüringen eine Stallpflicht für Hausgeflügel. Der Virus H5N8 wurde zuvor in einem Hobbygeflügelbestand in Zeulenroda-Triebes (Landkreis Greiz) amtlich festgestellt. Zuvor galt die Stallpflicht nur in Risikogebieten, da das Virus H5N8 im Freistaat nur bei Wildvögeln nachgewiesen worden war.

Den ersten amtlichen Fall von Vogelgrippe gab es am 13. Dezember bei einer toten Reiherente.

Rheinland-Pfalz: Stallpflicht gelockert

Aus Rheinland-Pfalz gibt es seit dem 28. Februar keine neuen Informationen zur Stallpflicht. Eine Anfrage von agrarheute wurde an das zuständige Ministerium gestellt. In Rheinland-Pfalz wurde am 28. Februar die Stallpflicht für Vögel teilweise gelockert. Seither  ist kein neuer Fall der Vogelgrippe aufgetaucht. Im Westerwaldkreis müssen Vögel deshalb ab 1. März nicht mehr im Stall bleiben, im Kreis Neuwied wird die Stallpflicht teilweise aufgehoben. Nur in Wörth in der Südpfalz gibt es noch ein Sperrgebiet. Dort war das gefährliche Vogelgrippe-Virus bei Tieren eines Geflügelzüchtervereins gefunden worden.

Das Vogelgrippevirus in einem rheinland-pfälzischen Hausgeflügelbestand am 1. März festgestellt. In dem privaten Kleinstbestand in der Verbandsgemeinde Hettenleidelheim (Kreis Bad Dürkheim) sind zwei Gänse verendet. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) hat in den Proben das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz wurde bislang bei 8 Schwänen und 2 verendeten Reiherenten die hochpathogene Form des H5N8 festgestellt (Stand: 30. Januar). Zudem war die niedrigpathogene Form der Vogelgrippe H5N3 in einem Rassegeflügelbetrieb in Wörth ausgebrochen.


Mit Material von den zuständigen Ministerien
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