Feldgesundheit Wasserrübenvergilbungsvirus im Raps: Stress vermeiden

Wasserrübenvergilbungsvirus im Raps © Werkbild Limagrain Bild vergrößern
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Ein Massenauftreten von Blattläusen im Herbst 2015 und 2016 hat den Wasserrübenvergilbungsvirus im Raps wieder in den Fokus gerückt.

Über die Ertragsrelevanz des Wasserrübenvergilbungsvirus (TUYV) im Raps gibt es in der Literatur verschiedene Aussagen mit Einbußen von nicht vorhanden bis zu 15 Prozent. Wie die UFOP schreibt, scheinen Ertragsausfälle dann bedeutend zu werden, wenn die Rapsbestände in Stress geraten. Eine Bekämpfung des Überträgers des Virus - der Grünen Pfirsichblattlaus - ist wegen deren Resistenz gegen viele Insektizide und lange Zeiträume des Blattlausauftretens schwierig.

Künftig werde daher der Anbau von leistungsfähigen virusresistenten bzw. -toleranten Rapssorten ein wichtiger Baustein im Anbausystem. Darüber hinaus gilt laut UFOP uneingeschränkt, dass die beste Voraussetzung für hohe Rapserträge das Schaffen guter Wachstumsbedingungen ist.

Rapskrankheit: Kohlhernie tritt seit einigen Jahren verstärkt auf

Wie die UFOP in ihrer Empfehlung ferner schreibt, häuft sich seit einigen Jahren das Auftreten von Kohlhernie im Winterraps. Warme Herbstwitterung mit höheren Bodentemperaturen wie in der letzten Saison fördert die Entwicklung der Pilzkrankheit. Eine wesentliche Rolle bei der Ausbreitung spielten die Anbauintensität und die Feldhygiene.

Anbaupausen, Freihalten von anderen Kruziferen und guter Bodenzustand kommen eine große Bedeutung zu, um die Verseuchung der Flächen gering zu halten. Die effektivste Maßnahme, sofern Kohlhernie bereits auftritt, ist der Anbau von Rapssorten mit rassespezifischer Kohlhernieresistenz. Diese sind laut UFOP wegen der großen Rassenvielfalt des Erregers unbedingt nur auf Befallsflächen und nicht auf Verdacht anzubauen.

Kohlhernie im Raps: Sorten basieren auf gleichen Resistenzgenen

Alle derzeit am Markt verfügbaren Rapssorten basieren auf den gleichen Resistenzgenen. Einzelfälle in ganz Deutschland zeigen bereits aggressive Feldisolate des Erregers, die in der Lage seien, die Resistenz der Rapssorten zu überwinden. Trete dieser Fall ein, ist der Rapsanbau auf betroffenen Flächen mit den derzeitig vorhandenen Sorten auf Jahre nicht mehr möglich.

Auch von Mischungen resistenter und nicht resistenter Sorten ist laut UFOP dringend abzuraten.


Mit Material von UFOP
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