Pflanzenbau-Ratgeber Wintergerste: Was tun bei Problemen mit Durchwuchs?

Gelbreife in der Wintergerste © agrarfoto.com Bild vergrößern
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Trockenheit und hohe Temperaturen können regional zur schnellen Abreife der Wintergerste führen. Was kann man in Beständen mit Durchwuchs tun?

Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen werden - regional - in den nächsten Tagen zur schnellen Abreife der Wintergerste führen, schreiben die Pflanzenbauexperten des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Rheinland-Pfalz.

Deutlich seien dabei die Probleme des vergangenen Jahres im Gebiet des DLR zu sehen. Aufgrund der Trockenheit und schwierigen Bedingungen bei der Stoppelbearbeitung im vergangenen Herbst sei insbesondere in Wintergerste starker Durchwuchs von Weizen und Trespen zu sehen. Während die Taube Trespe bis zur Ernte abgereift sein werde, führe die Roggentrespe und der Weizendurchwuchs zu erhöhten Feuchtegehalten im Erntegut der Wintergerste.

Wie das DLR Rheinland-Pfalz weiter schreibt, scheide eine Sikkation mit Glyphosat in solchen Fällen bedingt durch die Auflage WA700 aus. In dieser heißt es: Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zweiwuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist. Welche Möglichkeiten bleiben?

Verwendung als Futtergetreide

  • Die Nutzung als GPS scheint laut DLR Rheinland-Pfalz bei der vorherrschenden Futterknappheit in Milchviehbetrieben die einfachste Lösung.
  • Eine weitere Lösung die Wintergerste als Futter im eigenen Betrieb zu nutzen sei das Schroten und die anschliessende Konservierung mit Propionsäure. Je feiner das Erntegut geschrotet wird, umso höher ist die Change, dass die Trespensamen zerstört werden und so nicht mit der Gülle wiederum auf das Feld gelangen.

Feuchte Wintergerste: Rechtzeitig trockenen oder belüften

  • Scheiden die vorgenannten Möglichkeiten aus, so bleibe nur die Möglichkeit durch Trocknung oder Lüftung das Erntegut lagerfähig zu halten. Dabei müsse das Erntegut regelmäßig umgelagert werden, bis die Feuchtigkeit auf unter 15 Prozent (%) gesunken ist.
  • Die Ernte hinaus zu zögern, bis auch der Durchwuchs trocken ist, birgt insbesondere bei der Wintergerste die Gefahr, dass durch Halm- und Ährenknicken ein hoher Anteil der Ernte vorzeitig zu Boden fällt und nicht geerntet werden kann. Dies kann laut DLR-Experten schnell 10 - 15 % Ertragsverslust bedeuten.

Beim Verkauf der Wintergerste in der Ernte empfehlen die Experten des DLR Rheinland-Pfalz somit auch, die Durchwuchsprobleme frühzeitig mit der aufnehmenden Hand zu besprechen und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.


Mit Material von DLR Rheinland-Pfalz

Mähdrescher: Schneidwerk und Schrägförderer fit für die Ernte machen
  • Vor dem Rausfahren lieber mal reinschauen - eine sorgfältige Durchsicht des kompletten Mähdreschers vor der Ernte spart Ärger und Geld. Ein bis zwei Arbeitstage sollten Sie dafür einplanen.

    © Andreas Holzhammer/dlz agrarmagazin
  • Schiefe Zähne sind auch beim Mähdrescher kein schöner Anblick. Dieser Zahn muss raus und ein neuer dran. Andernfalls kann er die Messer und – je nachdem, wie weit er in den Mähdrescher gelangt – Einzugsschnecke, Schrägförderer, Dreschkorb und Siebe beschädigen.

    © Andreas Holzhammer/dlz agrarmagazin
  • Für Lagergetreide sollten an jedem vierten Zahn Ährenheber montiert sein. Hier kommt es auf den Verschleiß an: Der vordere Ährenheber ist schon abgeschliffen und muss ersetzt werden, bevor er sich löst und den Mähdrescher oder nachfolgende Maschinen beschädigt.

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  • Etwas Rost, der über den Winter ansetzt, ist bei den Messern kein Problem. Wichtig ist die Schärfe, die für einen leichtgängigen Schnitt sorgt. Je stumpfer die Messer, desto mehr Antriebsleistung ist nötig. Die Niederhalter müssen die Messerleiste führen, dürfen sie aber nicht bremsen.

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  • Verbogene Zinken sind unbedingt auszutauschen, damit die Haspel ordentlich arbeitet. Dieser Zinken ist nicht nur wirkungslos, sondern könnte abbrechen und nachfolgende Baugruppen oder Maschinen beschädigen.

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  • Die Multifinger sollten vollzählig und gerade sein. Sie müssen genug Spiel haben, um leichtgängig ein- und auszufahren.

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  • Im Idealfall ist zwischen den Spiralen der Schnecke und den Absteiferblechen 3 bis 7 mm Spiel. Reichen die Langlöcher dafür nicht aus, müssen neue Leisten dran.

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  • Reicht die Spannfeder nicht mehr aus, um die Kette zu straffen, kann ein Glied herausgenommen werden. Unbedingt beachten: Die Kette darf nicht auf den Walzen eingelaufen sein.

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  • Damit sie nicht den Boden des Schrägförderers durchschleifen, liegen die Förderleisten im Betrieb auf Verschleißleisten. Sind diese zu stark abgeschliffen, müssen neue drauf. Am Beispielmähdrescher halten sie noch.

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  • Hat die Kette zu viel Spiel, kann sie aus dem Ritzel springen. Achten Sie auch auf die Blechverkleidungen: Sie sollten nicht beschädigt sein und fest sitzen, damit sich kein Material anlegen und den Einzug stören kann. Auch an Dreschkorb, Schüttlern, Sieben & Co. ist einiges zu checken - in Teil 2 des Mähdrescher-Checks.

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