Soziale Netzwerke #wirstehenhinterchristina: Landwirte unterstützen Schulze Föcking

Facebook-Post von Brokser Sauen mit Nadine Henke zur Schweinehaltung © Brokser Sauen/Facebook Bild vergrößern
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Nach der Veröffentlichung illegaler Stallvideos, die Christina Schulze Föcking betreffen, unterstützen Landwirte in sozialen Netzwerken die Ministerin, indem sie eigene Tierhaltungsbilder posten.

Seit Mittwochabend steht Christina Schulze Föcking (CDU), Landwirtschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, verstärkt im Licht der Öffentlichkeit. Grund dafür ist ein Fernsehbeitrag bei stern TV, in dem heimlich aufgenommenes Filmmaterial aus dem Stall der Familie Schulze Föcking gezeigt wurde.

Daraufhin meldeten sich viele Politiker und Verbände zu Wort - vor allem von Tierschutzverbänden wurde die Ministerin stark kritisiert.

Ganz anders reagieren die Landwirte und teilen ihre Meinung in sozialen Netzwerken wie Facebook mit. Die geschlossene Meinung: "Wir lassen uns die Landwirtschaft nicht skandalisieren!" Dazu posten sie unter dem Hashtag #wirstehenhinterchristina Bilder aus ihren eigenen Ställen und erklären, dass die tagtägliche Arbeit der Landwirte nicht dem entspricht, was eine derartige Berichterstattung mit illegal beschafftem Filmmaterial suggeriere.

Bauernwiki: 'Widerliche Hexenjagd'

Die Facebook-Seite "Bauernwiki - Frag doch mal den Landwirt" erklärt öffentlich: "Was da gerade mit Christina Schulze Föcking und ihrer Familie gemacht wird , stimmt uns sehr nachdenklich - eine widerliche Hexenjagd." Die Seitenbetreiber zeigen sich schockiert, "dass sich Fernsehformate wie stern TV immer wieder vor den Karren spannen lassen." Nach dem Beitrag von stern TV besuchten sie persönlich den Stall der Familie Schulze Föcking und veröffentlichen ein Video davon.

Brokser Sauen: "Wir lassen uns die Landwirtschaft nicht skandalisieren!"

Eine der ersten landwirtschaftlichen Facebook-Seiten, die unter #wirstehenhinterchristina posteten, ist Brokser Sauen. Die Landwirte schreiben: "Wir sind Schweinehalter und sind stolz darauf! Schweine halten heißt für uns, uns jeden Tag liebevoll um die Tiere zu kümmern! Wir lassen uns die Landwirtschaft nicht skandalisieren!"

Landwirt: "Redet mit uns"

Auf der Facebook-Seite "Landwirt - ein Beruf der Zukunft" postet ebenfalls ein Landwirt Bilder von sich und seinen Schweinen und schreibt bezüglich der heimlich aufgenommenen Stallvideos: "Klar ist eine Krankenbucht kein schöner Anblick - ist ein Krankenhaus aber auch nicht, oder?"

agrarheute-Leser: "Wenn sie zurücktritt, haben die Kriminellen ihr Ziel erreicht"

Auch die Leser von agrarheute haben rege über den Fall diskutiert. Eine große Mehrheit steht hinter Christina Schulze Föcking.

Daniel Mayer vermutet politisches Kalkül: "Klar, da hat man mal jemand mit Sachverstand statt Ideologie als Ministerin...die muss dann natürlich schnellstmöglich platt gemacht werden."

Andreas Heumer pflichtet dem bei und findet es gut, dass die Möglichkeit besteht, der Öffentlichkeit die Schweinehaltung näher zu bringen: "Ich bin überzeugt davon, dass auf dem Betrieb eine ordentliche Schweinemast stattfindet - nach der TV Anklage noch mehr. Gut finde ich auch, dass offensiv erklärt wird, dass Nottötungen in Absprache mit dem Tierarzt schnell vollzogen wurden. Es ist wichtig, dass der Berufsstand bei solchen Angelegenheiten zusammen steht. Wir laufen Gefahr, dass Tierhalter in einer Weise öffentlich angeprangert werden, dass man die Existenzgrundlage verliert, weil man nicht mehr dazu stehen kann, was man macht. Denn, der Blick des Fachmanns ist ein anderer als der des Fernsehzuschauers, der nicht erkennt, dass es 10 Tieren schlecht und 990 gut geht."

Tobias Baumeister hofft, dass erste Forderungen nach einem Rücktritt schnell verworfen werden, denn: "Wenn sie zurücktritt, haben die Kriminellen ihr Ziel erreicht und werden zu erneuten Straftaten, also Einbrüchen, ermutigt. Das darf auf keinen Fall passieren."