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Tierhaltung der Zukunft

Niedersächsische Nutztierstrategie beschlossen

Sau mit Ferkeln in einer Bewegungsbucht
am Dienstag, 02.02.2021 - 16:15 (3 Kommentare)

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat eine Strategie für die Nutztierhaltung beschlossen.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium (ML) hat heute (2. Februar 2021) die Niedersächische Nutztierstrategie beschlossen. Sie soll die Grundlage für eine nachhaltige Veränderung der Tierhaltung bilden. Begleitet wird dieses langfristige Vorgehen von einem Dialogprozess, an dem Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, aber auch aus den Bereichen Verbraucherschutz und Handel beteiligt werden sollen.

„Die Nutztierhaltung in Niedersachsen muss vielen Bereichen gerecht werden: dem Tierwohl, der Umwelt, den Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Wirtschaftlichkeit der tierhaltenden Betriebe. Dies kann nur auf der Grundlage einer klaren Strategie gelingen“, sagte Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast.

Ziele und Maßnahmen der Niedersächsischen Nutztierstrategie

Kernziele der Niedersächsischen Nutztierstrategie

In einem Strategiepapier hat das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz drei wesentliche Ziele festgesetzt:

  1. Eine zukunftsfähige Nutztierhaltung in Niedersachsen sichern. Damit bekennt sich das ML zu einer zukunftsfähigen landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Ein Strukturbruch in der niedersächsischen Nutztierhaltung mit seinen weitreichenden negativen Auswirkungen auf die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im ländlichen Raum soll dabei unter allen Umständen vermeiden werden. Nutztierhaltern sollen möglichst schnell klare Weichenstellungen für die Tierhaltung der Zukunft mit wirtschaftlichen Perspektiven eröffnet werden.
  2. Die regionale Verteilung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung ausgeglichener gestalten. Dabei strebt das ML eine gleichmäßigere regionale Verteilung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung an. Das soll das Schließen von Stoffkreisläufen erleichtern und die Emissionssituation entlasten. Dieses Ziel wird laut ML konsequenterweise mit dem Abbau von Tierbeständen in den viehdichten Regionen einhergehen. Ziel sei es, die Wertschöpfung im Bereich der Nutztierhaltung insgesamt zu erhöhen, um den Betrieben auch mit weniger Tieren gleichbleibende Einkommenschancen zu eröffnen. Soweit Tierbestände in vieharmen Regionen aufgebaut werden, soll dies vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Erwartungen unter der Berücksichtigung besonders tiergerechter Haltungsverfahren geschehen.
  3. Die niedersächsische Nutztierhaltung in die Mitte der Gesellschaft rücken. Das soll erreicht werden, indem die landwirtschaftliche Nutztierhaltung die Erwartungen der breiten Bevölkerung an das Tierwohl und die ökologische Nachhaltigkeit besser als bisher erfüllt. Das ML will dafür die dazu notwendigen weitreichenden Veränderungen der Haltungssysteme unterstützen, ohne jedoch die produktionstechnische Machbarkeit und ökonomische Tragbarkeit der zu ergreifenden Maßnahmen aus dem Blick zu verlieren. Das ML hat sich bereits an der Erarbeitung der Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung, dem sogenannten Borchert-Plan, beteiligt und unterstützt eine möglichst schnelle Umsetzung dieser Empfehlungen.
Mit Material von Niedersächsische Landesregierung

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