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Forschungsprojekt

Mit 800.000 Euro gefördert: Drohnen erfassen Pflanzenwachstum

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Julia Eder, agrarheute
am
14.07.2016

Wenn Drohnen mit Kameras die Felder überwachen, können Landwirte tagesaktuell mit Dünger oder Pflanzenschutzmitteln reagieren. Das ist zumindest das Szenario des Forschungsprojekts 'Cropwatch' der Universität Bonn.

Wie gut wachsen die Kulturen auf dem Feld? Leiden die Pflanzen unter Krankheiten oder Stress? Wurde zu wenig oder zu viel gedüngt? Daten zu solchen Fragen sollen künftig automatisch erfasst werden - mit Kameras am Traktor und an einer Drohne.

Das ist zumindest das Forschungsziel des Projekts "Cropwatch – Informationssystem zur Prozesskontrolle und -analyse in der Pflanzenproduktion". Es wird von den Instituten für Geodäsie und für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn sowie der Firma terrestris in den nächsten drei Jahren durchgeführt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert das Projekt mit fast 800.000 Euro.

Gezielt auf Umweltbedingungen reagieren

Das Wachstum der Pflanzen auf den Feldern lässt sich nur begrenzt steuern: Umweltbedingungen wie Kälte, Regen oder Schädlinge sind kaum vorauszusehen, außerdem wechseln sie fast täglich. "Wie viel Dünger zum Beispiel Landwirte zuführen müssen, hängt aber von solchen Umweltbedingungen ab", sagt Prof. Dr. Jens Léon von der Professur für Pflanzenzüchtung der Universität Bonn.

Um die Umwelt zu schonen und ein möglichst effizientes Pflanzenwachstum zu erzielen, soll die Bewirtschaftung der Felder deshalb noch präziser und gezielter erfolgen. "Außerdem geht es darum, Pflanzensorten zu züchten, die auch mit weniger Wasser oder Nährstoffen auskommen", ergänzt Prof. Léon.

Kameras liefern gezielte Informationen

Ein Informationssystem zur Kontrolle und Analyse des Pflanzenproduktionsprozesses soll laut Uni Bonn helfen, diese Ziele zu erreichen. Digitale Kameras an Traktoren und Drohnen sollen die Pflanzenbestände aus rund zwei und 20 Metern Höhe aufnehmen und damit ortsgenaue Informationen über die Vitalität der Kulturen liefern.

"Computeralgorithmen werden dann aus diesen Rohdaten Informationen gewinnen, zum Beispiel wie stark die Pflanzen den Boden bedecken, wie groß sie sind, ob sie unter Krankheiten oder Stresssymptomen leiden und wann der optimale Erntezeitpunkt ist", berichtet Prof. Dr.-Ing. Heiner Kuhlmann vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn.

Aktueller Status der Pflanze im Internet

Mit einem Klick ins Internet sollen die Nutzer in die Lage versetzt werden, tagesaktuell auf farbigen Karten Informationen zum Gedeihen der Pflanzen auf dem Feld abzurufen. Landwirte können dann - so in der Theorie des Projekts - besser entscheiden, ob zum Beispiel bei ausreichend Regen weitere Nährstoffe zugeführt werden sollten oder ob eine Schädlingsplage abgewendet werden muss.

Als Nutzer des künftigen Informationssystems sehen die Forscher Landwirte, Lohnunternehmer, Beratungsfirmen und Pflanzenzüchter, die an ressourceneffizienteren Sorten arbeiten.

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