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Achtzehn Jahre GVO-Anbau - USA zieht Bilanz

© Tobias Marx/aboutpixel
von , am
08.07.2014

Der Anbau von Bt-Pflanzen bringt in der Regel höhere Erträge und Nettogewinne mit sich, vor allem bei hohem Schädlingsdruck. Der Einsatz von Herbiziden steigt, der von Insektiziden sinkt, wie eine Studie zeigt.

Der Herbizideinsatz im Gen-Maisanbau ist aufgrund von Resistenzen wieder gestiegen. © landpixel
1996 wurden in den USA die ersten Gentech-Nutzpflanzen zugelassen.  Eine Studie vom Economic Research Service des US-Landwirtschaftsministeriums hat die Auswirkungen des fast achtzehnjährigen Anbaus von gv-Pflanzen auf die US-Landwirtschaft untersucht, berichtet der Infodienst transGen. Die wichtigsten Eigenschaften, die mit Hilfe der Gentechnik eingeführt wurden, sind Schädlingsresistenz durch Produktion von Bt Proteinen, die als Fraßgifte wirken, und Herbizidtoleranz. Die USDA-Studie zeigte, dass der Anbau von Bt-Pflanzen in der Regel höhere Erträge und Nettogewinne mit sich bringt, vor allem bei hohem Schädlingsdruck.
Resistenzen erfordern höheren Herbizideinsatz

Der Herbizidverbrauch pro Fläche hatte in den ersten Jahren nach Einführung der herbizidtoleranten gv-Pflanzen kurzzeitig abgenommen, stieg dann aber von 2001 bis 2010 wieder an. Fast alle herbizidtoleranten gv-Pflanzen, die bislang auf den Markt kamen, sind unempfindlich gegen das Breitbandherbizid Glyphosat. Der jahrelange einseitige Einsatz von Glyphosat hat jedoch dazu geführt, dass eine Reihe von Unkräutern ebenfalls tolerant geworden sind, weshalb viele Landwirte inzwischen größere Mengen des Herbizids ausbringen. Zum Teil wird auch wieder auf ältere Herbizide zurückgegriffen, denn neue Wirkstoffe sind seit 25 Jahren nicht mehr entwickelt worden.
 
Wissenschaftler fordern schon seit längerem, die Unkrautbekämpfung müsse wieder auf eine breitere Basis gestellt werden. Neben der dringend notwendigen Entwicklung neuer Wirkstoffe müsse der Einsatz von Herbiziden kombiniert werden mit anderen Maßnahmen wie z.B. vielseitigeren Fruchtfolgen.
 

Herbizidtoleranz bringt keine höheren Nettogewinne

Der Anbau herbizidtoleranter Pflanzen hingegen steigert nicht unbedingt die Erträge und Nettogewinne. Dennoch ist das Haushaltseinkommen der Landwirte, die herbizidtolerante Pflanzen anbauen, im Vergleich zu konventionellen Betrieben häufig höher. Durch die vereinfachte Unkrautbekämpfung sparen die Landwirte Zeit und können zusätzliche Jobs annehmen oder größere Flächen bewirtschaften.

Stacked Genes bringen Ertragssteigerung

Die größten Ertragssteigerungen erbringen Sorten mit so genannten stacked genes, die mehrere Schädlings- und/oder Herbizidresistenzen tragen. Sie haben sich in den letzten Jahren am Markt immer stärker durchgesetzt und wachsen im Fall von Mais und Baumwolle auf rund drei Viertel der jeweiligen Gesamt-Anbaufläche.

Deutlich weniger Insektizide im Einsatz

Positive Auswirkungen hat der gv-Anbau auf den Verbrauch von Insektiziden zur Schädlingsbekämpfung. Die Menge der auf Maisfeldern pro Fläche eingesetzten Insektizide betrug 2010 nur noch ein Zehntel der Menge, die 1995 eingesetzt wurde. Auch Landwirte, die konventionellen Mais anbauen, kommen inzwischen mit deutlich weniger Insektiziden aus, weil die Populationen der Maisschädlinge durch den jahrelangen Einsatz von Bt-Pflanzen deutlich dezimiert sind. Die Entwicklung resistenter Schädlinge konnte bis auf wenige Ausnahmen durch Bereitstellung so genannter Refugienflächen verhindert werden.

gv-Saatgut wird teurer

Gestiegen sind auch die Preise für gv-Saatgut: Von 2001 bis 2010 waren bei gv-Soja- und gv-Maissaatgut durchschnittliche inflationsbereinigte Preiserhöhungen von 50 Prozent zu verzeichnen, bei gv-Baumwollsaatgut stiegen die Preise sogar noch stärker. Diese Preissteigerungen sind nur teilweise auf die Lizenzgebühren zurückzuführen, die aufgrund von Patenten anfallen. Andere Faktoren, die den Saatgutpreis beeinflussen, sind die generelle genetische Verbesserung des Saatguts und der steigende Marktanteil von Sorten mit stacked genes.

Maisernte auf kalifornisch

 
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