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Pflanzenschutz

agrarheute erklärt: Wie funktioniert eigentlich das Dropleg-System?

Lechler Dropleg-System in der Rapsblütenspritzung
am Donnerstag, 10.01.2019 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

„Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum?“ agrarheute geht regelmäßig unbekannten Begriffen und komplexen Sachverhalten nach. Dieses Mal: Wie funktioniert eigentlich das Dropleg-System?

Sie wissen bestimmt, wie ein Schleppschuhverteiler in der Gülleausbringung aussieht und welchen Zweck er hat. Es geht darum, die Gülle nicht gieskannenmäßig auszubringen, sondern dort zu platzieren, wo sie gebraucht wird – bodennah im Wurzelbereich. Vor allem im Grünland vermeidet man so spätere Futterverunreinigungen und reduziert die Ammoniakverluste bei der Ausbringung.

Pflanzenschutzmittel gezielt applizieren

Nicht genauso, aber ähnlich kann man sich das Dropleg-System im Pflanzenschutz vorstellen. Auch hier wird mit Schleppschläuchen gearbeitet und es geht darum, das Mittel gezielt dort zu applizieren, wo es wirken soll, beziehungsweise nicht dort zu platzieren, wo Nützlinge sich aufhalten, beispielsweise bei Insektizidspritzungen im Raps. Das Pflanzenschutzmittel wird gezielt unterhalb der Blühebene im Bereich der Blätter und Stängel ausgebracht und Blütenbesucher wie Honigbienen kommen so nicht damit in Kontakt.

Weitere Einsatzbereiche

Weitere Einsatzbereiche sind die gezielte Unterblattspritzung mit Fungiziden zum Beispiel gegen die Stängelphytophthora in Kartoffeln oder die späte Kontrolle von Problemunkäutern in Mais. Mit der richtigen Düse lässt sich das System auch in der Flüssigdüngung einsetzen.

Wirkung im Vergleich zur herkömmlichen Spritztechnik

Im Vergleich mit der herkömmlichen Ausbringung zeigt das Dropleg-Verfahren in der Fungizidanwendung vergeichbar gute und bei Insektiziden etwas schlechtere Wirkungen. Es ist weniger abdriftgefährdet (75 Prozent Abdriftminderung) und eröffnet dadurch größere Spritzfenster. UV-Strahlung kann die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln verkürzen. Hier könnte ein weiterer Vorteil der Unterblattspritzung liegen.

Technischer Aufbau

Auch der technische Aufbau von Schleppschuhverteiler und Dropleg weisen Parallelen auf. Die Droplegs bestehen aus flexiblen Kunststoffschlepprohren, an deren Ende, je nach Behandlung, unterschiedliche Düsen einzeln oder beidseitig angebracht sind. Die Rohre werden mittels einer Universalmontageplatte am Gestänge der Pflanzenschutzspritze befestigt und können seitlich frei pendeln. Sie lassen sich, je nach Einsatz, ebenso einfach demontieren oder stufenlos in der Reihenweite verschieben.

Für Reihen- und Ackerkulturen

Der wesentliche Unterschied zum herkömmlichen Spritzverfahren besteht also darin, dass beim Dropleg-Verfahren im Pflanzenbestand appliziert wird statt wie sonst üblich von oben. Die Idee ist nicht neu. Sie stammt aus den 70er-Jahren aus dem Gemüsebau. Heute funktioniert die Technik ebenso in Reihen- wie in Ackerkulturen.

Die Anbieter

Es gibt derzeit zwei dominierende Anbieter: Das Unternehmen Lechler mit dem DroplegUL, das 2010 in einer Vertriebskooperation mit Syngenta und Amazone eingeführt wurde, und die Firma Agrotop, die auf der Agritechnica 2017 ihr Dropleg-Beluga-System vorstellte.

Was wollten Sie schon immer mal genauer wissen? Senden Sie uns Ihre Frage per E-Mail an pflanze-technik@agrarheute.com

Mit Material von agrarheute Pflanze + Technik 01/19
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