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Analyse der Warenterminbörsen: Raps stürzte am stärksten ab

© Thomas Ende/aboutpixel
von , am
25.03.2011

Mannheim/München - Die tragtischen Ereignisse in Japan führten zu deutlichen Kursverlusten der Agrarrohstoffe an den Börsen. Am schwersten traf es den Raps.

© jean jannon/aboutpixel.de
Nachdem der Weizen in Paris bereits im Vorfeld der tragischen Ereignisse in Japan und deren Folgen unter einer deutlichen Schwächephase zu leiden hatte, kam es daraufhin zu weiteren panikartigen Verkaufswellen. Die Notierung des Fronttermins befand sich im freien Fall und stürzte bis auf die Marke von 200,25 Euro je Tonne. Danach kam es zu einer deutlichen Gegenbewegung, die den Kontrakt innerhalb weniger Tage um über 37 Euro je Tonne nach oben trieb.
 
Der physische Markt reagierte indessen fassungslos auf die Bewegungen an der Börse. Seither bewegen sich die Preise ohne erkennbaren Trend auf und ab. Das Handelsvolumen an der Börse ist im Vergleich zur Vorwoche erheblich zurückgegangen. Nicht wenige Marktteilnehmer warten auf den neuesten USDA-Quartalsbericht am 31. März und beobachten die weitere Entwicklung zunächst von der Seitenlinie bis sich ein klarer Trend abzeichnet. Entsprechend wurden nur die nötigsten Partien gehandelt, oftmals unter Nichtbeachtung der Börsenpreise.

Mais: Markt tendiert unentschlossen

Der Fronttermin Juni musste ebenfalls schwere Verluste hinnehmen und notierte zwischenzeitlich sogar unter der wichtigen Marke von 200 Euro je Tonne bevor es zu ersten technischen Gegenreaktionen kam. Die fiel mit rund 15 Prozent ähnlich stark aus wie beim richtungsweisenden Weizen. Seither tendiert der Markt ebenfalls unentschlossen und seitwärts. Der physische Markt ist ebenfalls kaum greifbar. Nachfrage ist so gut wie nicht vorhanden, Abgabebereitschaft ist nur sporadisch zu erkennen.

Ölsaaten: Heftige Kursverluste

Der Raps wurde von der heftigen Korrektur am schwersten getroffen. Innerhalb von sieben Handelstagen stürzten die Notierungen um fast 70 Euro je Tonne ab. Vor allem institutionelle Investoren verabschiedeten sich panikartig von bestehenden Long-Positionen, die wiederum weitere technische Verkäufe (Stop-Loss-Orders) nach sich zogen. Die Preisbewegungen fielen derart dramatisch aus, dass zahlreiche Marktteilnehmer ihre Sicherheitsanforderungen (Margin) nicht aufrechterhalten konnten und die depotführenden Banken eingreifen mussten.
 
Dies endete neben dem Verlust von Einkaufspreisabsicherungen nicht selten mit dem Totalverlust des dafür eingesetzten Kapitals. Trotz des relativ ruhigen Verlaufs an der Börse in dieser Woche kam es bereits vereinzelt wieder zu weiteren sprunghaften Kursbewegungen. Der physische Markt ist ebenfalls noch nicht aus seiner Schockstarre erwacht. Die Nachfrage ist erheblich eingebrochen, auch das Prämienniveau für zertifizierte Ware ist zuletzt rückläufig gewesen.

Braugetreide: Malzgeschäft lebte auf

Der physische Handel mit Braugetreide erholte sich zum Ende der letzten Woche wieder etwas. Vor allem das Malzgeschäft in Richtung Brauerei lebte kurzzeitig auf. In dieser Woche herrschte dann wieder Zurückhaltung. Ware wurde zwar verhältnismäßig häufig besprochen, jedoch war kein nennenswertes Neugeschäft zu beobachten.

Futtergetreide: Geringe Nachfrage

Der physische Markt für Futterweizen lebte vor allem am Montag kurzzeitig auf. Auch die in den letzten Wochen völlig unbeachtete Futtergerste erfreute sich zu Wochenbeginn einiger Umsätze. Bereits am Dienstag zogen sich jedoch die Marktteilnehmer jedoch wieder völlig zurück. Aufgrund von unrealistischen Preisvorstellungen kommt es derzeit zu keinen größeren Kontrakten. Insgesamt ist die Nachfrage als sehr gering einzuschätzen. Auch Futterroggen und Triticale werden nur am Rande besprochen.   

 
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