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Analyse der Warenterminbörsen: Situation in Libyen verursachte Panikverkäufe

von , am
28.02.2011

Mannheim/München - Politische Auseinandersetzungen in Libyen verstärkten die Talfahrt der Kurse an den internationalen Börsen für Agrarrohstoffe.

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© Torbz/fotolia.de
Die achte Kalenderwoche war durch heftige Kurskorrekturen gekennzeichnet, die bereits am Ende der letzten Woche durch die Notenbankintervention Chinas eingeläutet wurde. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität für Geschäftsbanken wurde um 50 Basispunkte angehoben, was einen ersten Rückfluss von spekulativem Kapital zur Folge hatte und die US-Börsen im späten Handel auf Talfahrt schickten. Daraufhin startete der Mahlweizen an der Pariser Euronext erwartungsgemäß mit Verlusten in die neue Handelswoche. Verstärkt wurde der Effekt nach der Eskalation der politischen Auseinandersetzungen in Libyen, sodass am Dienstag dann regelrechte Panikverkäufe einsetzten, die sich auch im frühen Mittwochshandel nahezu ungebremst fortsetzten. Verstärkt wurde der Preisdruck durch technische Faktoren (Stop-Loss-Orders). Der physische Markt stellte daraufhin seine Aktivitäten fast komplett ein. Der Markt ist nun im Begriff die Verluste einzuordnen und wartet die weiteren Tendenzen ab.

Ölsaaten: Schwere Verluste

Der Raps musste in dieser Woche die schwersten Verluste hinnehmen. Bereits am Dienstag wurden Verluste von rund 14 Euro je Tonne mit aus dem Handel genommen. Nach Börsenstart am Mittwoch stürzte der Kurs des Fronttermins innerhalb kürzester Zeit um -24 Euro je Tonne nach unten. Erst bei 425 Euro je Tonne fand sich der Boden und die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten. Zum Ende des volatilen Handelstages verzeichnete der Fronttermin nur noch ein minimales Minus von 0,25 Euro je Tonne. Auch am gestrigen Tag verlief der Handel alles andere als ruhig. Die Kurse sprangen die meiste Zeit Auf und Ab. Der physische Markt musste seine Aktivitäten ebenfalls fast gänzlich einstellen. Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Raps seinen einstigen Glanz verloren hat.

Braugetreide: Ruhiger Markt

Der Markt für Braugerste war bereits in der letzten Woche verhältnismäßig ruhig. Alterntige Ware wurde so gut wie gar nicht besprochen. Der Trend setzte sich auch in dieser Woche weiter fort. Angesichts des volatilen Verlaufs an den benachbarten Agrarmärkten sucht der Braugetreidemarkt derzeit eine klare Richtung.

Futtergetreide: Heftige Verluste

Auch Londons Terminmarkt Liffe musste in dieser Woche heftige Verluste hinnehmen. Nachdem bereits per Ende Dezember 2010 das Exportziel für die gesamte Kampagne beim Futterweizen übertroffen wurde, gehen nicht wenige Marktteilnehmer davon aus, dass das UK auf Importe angewiesen sein könnte. Auf dem deutschen Markt ist der Dioxinskandal inzwischen zwar vollständig aus den Medien verschwunden, jedoch gaben die Überwachnungsbehörden aus Baden-Württemberg und Hessen kürzlich bekannt, dioxinbelastetes Futtermischöl eines Herrstellers in Hessen nachgewiesen zu haben. Das Geschäft mit Futtergetreide läuft gegenwärtig alles andere als im normalen Rahmen. Die Kassamarktpreise haben die Korrektur der vergangen Tage jedoch verhältnismäßig glimpflich überstanden.

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