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Analyse der Warenterminbörsen: USDA-Bericht sorgt für Wirbel

© jadon/aboutpixel
von , am
12.03.2011

Paris/Chicago/London - Der neueste USDA-Bericht prägte diese Woche den Handelsverlauf an den Börsen. Der Druck auf die Weizenmärkte hat sich weiter verstärkt.

An der CBoT haben sich für den Weizen alle Gewinne der Vortage wieder in Luft aufgelöst. © landpixel
Nachdem der Weizen sich in der letzten Februarwoche noch einmal von seinen Tiefständen erholen konnte, präsentierte sich der Weizen seitdem alles andere als stabil. Am Donnerstag verbuchte der Fronttermin bereits den neunten Handelstag in Folge erhebliche Verluste. Im neuesten USDA-Report wurden die weltweiten Weizenendbestände um rund vier Millionen Tonnen angehoben, was den Druck auf die Weizenmärkte weiter verstärkte. Die Hälfte soll dabei aus Argentinien und Australien stammen.
Der physische Markt war bereits seit geraumer Zeit verhältnismäßig ruhig und wurde durch Fasching und die Kursverluste der letzten Tage fast vollständig lahmgelegt. Aktuell warten die Marktteilnehmer weiterhin auf eine klare Tendenz.

Mais: Geringe Umsätze an der Matif

An der Matif waren in den letzten Tagen nur geringe Umsätze zu beobachten. Die Kurse fielen in dieser Woche bereits um zehn Euro je Tonne, was zwar deutlich ist, jedoch wirkt sich die starke Eigendynamik des US-Marktes derzeit stabilisierend auf die Notierung in Paris aus. Das USDA sorgte am Donnerstag am Maismarkt für eine Überraschung. Nicht wenige Marktteilnehmer hatten eine weitere Reduzierung der US-Endbestände erwartet. Die wurde jedoch nicht vorgenommen und auch der Verbrauch der US-Ethanolindustrie wurde nicht angetastet. Hingegen wurde der weltweite Endbestand leicht angehoben und so kam es erwartungsgemäß zu deutlichen Kursverlusten in Paris. Nach Eröffnung in Chicago konnten die Verluste jedoch teilweise wieder abgebaut werden.

Ölsaaten: Unsicherheit am Markt

Nachdem es in der 9. Kalenderwoche so aussah als hätte der Raps die Korrektur der Vorwoche verhältnismäßig gut überstanden, zeigte sich in dieser Woche ein gänzlich anderes Bild. In Erwartung auf eine deutliche Anhebung der Sojabohnenernte südamerikanischer Produzentenländer durch das USDA befand sich die Rapssaat auf dem absteigenden Ast. Kostete der Maikontrakt zu Beginn der Woche noch 477 €/t, waren es Donnerstagabend bereits 23 Euro je Tonne weniger. Bedingt durch den sprunghaften Anstieg der Volatilität waren zuletzt Kursveränderungen im zweistelligen Eurobereich keine Seltenheit mehr. Ein eindrucksvolles Indiz für die derzeit herrschende Unsicherheit der Börsianer und der Akteure auf dem physischen Markt.

Braugetreide: Ruhiger Marktverlauf

Am Markt für Braugerste ist es auch weiterhin verhältnismäßig ruhig. Bedingt durch die Karnevalsfeierlichkeiten konnten zu Beginn dieser Woche keine repräsentativen Preise genannt werden. Die Marktteilnehmer suchen weiterhin nach einer klaren Tendenz. 

Futtergetreide: Deutliche Abschläge an der Liffe

An der Terminbörse Liffe in London orientierten sich die Futterweizenfutures erwartungsgemäß am Mahlweizen in Paris und musste ebenfalls deutliche Abschläge verzeichnen. Der Referenzkontrakt Mai verlor am Donnerstag 4,25 GBP/t und kostete zuletzt 187,5 GBP/t.
Auf dem deutschen Markt herrscht angesichts der sprunghaften Börsen weitestgehend Funkstille. Vereinzelt werden Partien aus Tschechien angefragt und auch gehandelt. Futtergerste und Triticale wird indessen so gut wie gar nicht mehr besprochen. Einzig beim Futterroggen zeigte sich leichte Nachfrage. Jedoch kam es aufgrund deutlich auseinanderklaffender Preisvorstellungen zu keinen nennenswerten Abschlüssen.
 
 
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