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Entfernungsmessen

Anlegen von Rückegassen zukünftig mit Laser?

Andreas Ludewig/LuF/bes
am
06.04.2016

Die Anlage von Rückegassen in Beständen erfordert besonders viel Sorgfalt und Laufarbeit. Mit einem Laserentfernungsmesser könnte sich die Laufstrecke nun halbieren. Das Gerät im Test.

Bei der Anlage von Rückegassen müssen Gassenabstände von mindestens 20 Metern eingehalten werden. Für diese Feinerschließung war bisher ausschließlich ein Maßband hinreichend genau. Andere Methoden wie der Einsatz eines Kompasses oder von GPS-Geräten haben sich als ungeeignet erwiesen.

Die Bezirksförsterei Schaumburg in Südniedersachsen hat jetzt einen vielversprechenden Laserentfernungsmesser getestet: Bei dem Gerät handelt es sich um ein speziell für den Außeneinsatz konzipiertes Gerät der Firma Nikon vom Typ "Forestry Pro". Es ist wasserdicht, robust und mit einer vergrößernden Peileinrichtung und einem Fadenkreuz ausgestattet. Über die Erfahrung mit dem Messgerät berichtete die Land und Forst in ihrer Ausgabe vom 24. März 2016.

So funktioniert's

  • Zuerst wird eine Referenzlinie festgelegt, von der aus die Messungen begonnen werden. Im Regelfall ist das die erste anzulegende Rückegasse oder aber auch ein bereits vorhandener Weg oder eine bestehende Rückegasse.
  • Die Bäume auf dem Mittelpunkt der Linie werden nun mit Farbe für den Gassenaufhieb markiert und zwar nicht nur in der Längsrichtung, sondern auch seitlich am Stamm.
  • Zudem muss bei vorhandenem Bewuchs (Verjüngung oder Sträucher) so hoch markiert werden, dass die Sicht darauf möglichst nicht behindert wird und auch in rund 20 Metern Entfernung mit bloßem Auge noch erkennbar ist.
  • Aus Richtung der nächsten anzulegenden Fahrgasse, im rechten Winkel zur Referenzlinie, werden diese Baummarkierungen nun angepeilt und die genaue Entfernung ermittelt.
  • Ist der gewünschte Abstand erreicht, wird ein dort befindlicher Baumstamm in der beschriebenen Weise markiert.
  • Für jede weitere Markierung muss eine neue Abstandsmessung im 90-Grad-Winkel zur Referenzgasse vorgenommen werden.
  • In welcher Höhe die markierten Bäume angepeilt werden, spielt dabei keine Rolle, da im Laserentferungsmesser automatisch auch die Horizontalentfernung berechnet und auf dem Display angezeigt wird.
  • Wichtig ist, dass der Messstrahl nicht durch Äste oder Blätter abgelenkt wird.
  • Es empfiehlt sich eine Entfernungsschätzung und damit Plausibilitätskontrolle des gemessenen Wertes.

Das fehlt noch

Zur Vereinfachung des Peilens sollte es zusätzlich zum vorhandenen Fadenkreuz einen roten Leuchtpunkt geben, der mit dem anzupeilenden Ziel in Deckung gebracht wird.

Fazit

  • Nach den bisher gemachten Erfahrungen lassen sich die Gassen mit Hilfe der Lasermessmethode mit hoher Genauigkeit anlegen.
  • Zudem reduziert sich nach einer gewissen Einarbeitungszeit der Aufwand insgesamt erheblich. Nur noch rund 50 Prozent der sonst üblichen Laufstrecken sind zu bewältigen.
     

Entfernungsmessen mit Laser

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