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Argentinien: Anhaltender Regen sorgt für Scherereien

© landpixel
von , am
12.12.2012

Buenos Aires - Dauerregen macht argentinischen Farmern im Moment zu schaffen: Er verzögert die Weizenernte und erschwert die Mais- und Sojaaussaat.

Die Dauerregen hat viele Gebiete Argentiniens überflutet. Das sorgt für Probleme bei Aussaat und Ernte. © Eisibeer/fotolia
Das Wetter macht argentinischen Farmern ordentlich zu schaffen - und schlägt sich wohl auf die Erntemengen nieder. Denn der Regen erschwert nicht nur die Erntearbeiten beim Weizen, sondern erhöht auch den Krankheitsdruck. Zudem wurde die Anbaufläche drastisch reduziert.
 
Ähnlich problematisch wirkt sich der Niederschlag auf die gerade laufenden Aussaatarbeiten aus: Bei Mais und Soja liegen die Landwirte hinter dem optimalen Zeitfenster zurück. Analysten rechnen dennoch mit einer Rekordernte. Hintergrund ist eine gewaltige Anbauausdehnung bei Mais und Soja.

Weizenernte: Schwierige Bedingungen, kleinere Anbaufläche

Auf 3,7 bis 3,8 Millionen Hektar haben Argentiniens Farmer dieses Jahr Weizen angebaut - 30 Prozent weniger als 2011. Momentan laufen die Erntearbeiten. Bis Anfang dieser Woche waren 36 Prozent der Fläche abgeerntet, die Ernte läuft noch bis Januar.
 
Das argentinische Exportpotential schrumpft noch stärker als die Produktion, womit auch das globale Angebot zurückgeht. Der argentinische Weizenmarkt ist streng reguliert. Das Ausfuhrvolumen wird abhängig von der Produktion un der inländischen Versorgungssituation zentral festgelegt. Für die laufende Ernte hat das Ministerium eine Exportquote von sechs Millionen Tonnen festgesetzt. Eine Menge, die angesichts der kleinen Ernte und einem Inlandsbedarf von 6,5 Millionen Tonnen als deutlich zu hoch erscheint.  

Maisaussaat vier Wochen zurück

Die Maisaussaat liegt vier Wochen hinter dem optimalen Zeitfenster zurück. Wegen der anhaltenden Regenfälle haben die Analysten von Informa Economics ihre Produktionsprognose um vier Prozent auf 27 Millionen Tonnen gesenkt. Wegen der schweren Überschwemmungen wurde dabei nicht nur die Ertragserwartung, sondern auch die Erntefläche um 0,1 Millionen Hektar nach unten gesetzt.

Gewaltige Anbauausweitung bei Soja

Wie beim Mais hinkt auch die Sojaaussaat aufgrund der Überlflutungen hinterher. Die Experten von Informa haben die Sojaproduktion Anfang Dezember deswegen auf nur noch 58,4 Millionen Tonnen geschätzt - 1,1 Millionen Tonnen kleiner als bei der letzten Prognose. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) liegt mit seiner letzten Produktionsprognose von 55 Millionen Tonnen allerdings schon deutlich niedriger als Informa.
 
Beide Werte sind jedoch immer noch neue Produktionsrekorde. Grundlage ist die sowohl vom USDA als auch vom argentinischen Landwirtschaftsministerium unterstellte gewaltige Anbauausweitung.
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