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Argentinien: Trockenheit bleibt Thema

© landpixel
von , am
17.01.2012

In den letzten Wochen hat die Trockenheit in Südamerika die Weltmarktpreise für Getreide und Ölfrüchte kräftig nach oben getrieben.

Sojabohnen sind eines der wichtigsten Güter des brasilianischen Agrarexportes. © Mühlhausen/landpixel
Immerhin sind Argentinien und Brasilien zusammen für knapp 30 Prozent der globalen Maisexporte und für mehr als die Hälfte der weltweiten Sojaausfuhren sowie für 75 Prozent der Sojaschrotexporte verantwortlich. Schäden an den sich überwiegend noch in frühen Wachstumsphasen befindlichen Mais- und Sojapflanzen hätten somit erhebliche Auswirkungen auf die globale Angebotssituation bei Futtergetreide und Eiweißfutter.

Regenfälle in Argentinien und die besser als allgemein erwartet ausfallenden Produktionsschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) haben zuletzt jedoch etwas Druck von den Märkten genommen.

USDA: Trotz Korrektur Produktionsrekord bei Mais

Dr. Olaf Zinke/Marktanalyst dlv
Bislang gehen die Schätzungen über die Auswirkungen der Trockenheit auf die Mais- und Sojaproduktion Argentiniens und den Süden Brasiliens noch ziemlich auseinander. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) sieht in seiner aktuellen Prognose die Auswirkungen der Trockenheit nicht ganz so dramatisch wie einige private Analystenhäuser. Diese hatten die Situation wiederholt mit der Dürre in der Saison 2008/09 verglichen als die argentinische Produktion bei Mais und Soja um knapp ein Drittel einbrach.
 
Das USDA korrigierte seine Produktionsschätzung für Argentiniens Sojaernte lediglich um 1,5 Millionen Tonnen auf 50,5 Millionen Tonnen nach unten und für Brasilien nahm das USDA seine Prognose um eine Million auf 74 Millionen Tonnen zurück.
 
Etwas deutlicher fällt die Korrektur bei der argentinischen Maisernte aus. Hier setzt das USDA die erwartete Erntemenge um drei Millionen Tonnen auf 26 Millionen Tonnen zurück. Dies wäre jedoch immer noch ein neuer Produktionsrekord. Dagegen beließ man die Prognose für Brasiliens Maisernte unverändert bei 61 Millionen Tonnen und damit ebenfalls auf Rekordstand.
 
Argentinische Schätzungen weitaus pessimistischer
 
Die Experten der argentinischen Getreidebörse in Rosario haben ihre Ernteprognose für Mais letzten Freitag (13.01.) von 26 Millionen Tonnen auf 21,4 Millionen Tonnen um 18 Prozent nach unten korrigiert. Begründet wurde diese starke Korrektur damit, dass die jüngsten Regenfälle in etlichen wichtigen Anbauregionen für den Mais nicht die erhoffte Verbesserung der Feuchtigkeitsversorgung gebracht haben. Bei Soja haben die jüngsten Regenfälle die sich wegen der Trockenheit verzögernden Pflanzungen des als Zweitfrucht (nach Weizen) angebauten Sojas hingegen beschleunigt. Anfang Januar waren nach Angaben der argentinischen Getreidebörse in Rosario knapp 90 Prozent der geplanten Mais- und Sojapflanzungen erfolgt. Die argentinische Pflanzsaison für Mais dauert üblicherweise von September/Oktober bis November/Dezember und die Soja wird hauptsächlich von Oktober bis November gepflanzt. Die Maisernte beginnt im April und die Sojaernte im Mai.
 
Gemeinsam mit dem dlv-Marktanalysten Dr. Olaf Zinke werfen wir einen Blick auf drei der wichtigsten Agrarmäkrte im Jahr 2012. Podcast anhören ...
 
Aktuelle Informationen zum Getreidemarkt und zu Ölsaaten finden sie in der Rubrik Marktfrüchte unter dlz-online.
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