Login
Agrarrohstoffe

Argentinien will Soja- und Getreideproduktion um 30 Prozent hochfahren

Dr. Olaf Zinke/agrarmanager/Hermann Krauß/agrarheute
am
03.12.2015

Das Wahlergebnis in Argentinien von Ende November dürfte erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Getreide- und Ölsaatenmärkte haben. Der neue Präsident Mauricio Macri will die Produktion von Soja, Mais und Weizen bis 2019 um 30 Prozent erhöhen.

Ende November wählte Argentinien den bisherigen Bürgermeister von Buenes Aires, Mauricio Macri, in einer Stichwahl zum neuen Präsidenten des Landes. Die Amtsübernahme Macris dürfte mittelfristig auch erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Getreide- und Ölsaatenmärkte haben, wie Dr. Olaf Zinke, Marktexperte beim agrarmanager, schreibt.

So will Macri 

  • die sehr hohen Exportsteuern bei Soja, Weizen und Mais deutlich reduzieren bzw. komplett abschaffen und
  • den durch zahlreiche Quoten und Auflagen gesteuerten Getreide- und Ölsaatenmarktes des Landes spürbar deregulieren

Damit sollen sowohl die Produktion als auch die Exporte deutlich ausgeweitet werden.

Ausrichtung auf den Weltmarkt

Ziele des neuen argentinischen Präsidenten sind unter anderem

  • die argentinischen Weizenexporte in kurzer Zeit zu verdoppeln,
  • außerdem will man Brasilien als zweitgrößten Maisexporteur überholen und
  • die Ausfuhren bei Soja und Sojaschrot kräftig ausbauen.

Darüber hinaus will man durch eine verbesserte Fruchtfolge auch die Erträge in den oftmals durch Monokultur mit Soja geschädigten Boden verbessern und zudem weitere derzeit nicht bewirtschaftete Flächen nutzen.

Macri will Agrarexport deutlich steigern

Alles in allem will der neue argentinische Präsident Mauricio Macri bis 2019 die Produktion von Soja, Mais und Weizen um insgesamt 30 Prozent auf 130 Millionen (Mio.) t steigern. Gleichzeitig sollen die Exporte von Soja und -produkten von derzeit rund 45 Mio. t auf 52 Mio. t gesteigert werden. Die Ausfuhren von Mais sollen im gleichen Zeitraum von derzeit 18 Mio. t auf 23 Mio. t ausgebaut werden und der Export von Weizen soll von 4,4 Mio. t in diesem Jahr auf etwa 11 Mio. t zunehmen.

Die Regierung Kirchner hatte Handel und Produktion sowohl am Binnenmarkt als auch im Export streng reguliert. Der Agrarexport war bislang eine der Haupteinnahmequellen des argentinischen Staates. Außerdem wollte man die Versorgung am Binnenmarkt sichern. Nach Einshätzung von Marktexperte Dr. Olaf Zinke könnte die Abschaffung der Exportzölle deshalb kurzfristig zu deutlichen Einnahmeverlusten des Staates und damit durchaus auch zu politischem Widerstand gegen das Wirtschaft-Konzept des neuen Präsidenten führen.

Den gesamten Text mit Hintergründen und ausführlichen Zahlen zum argentinischen Agrarmarkt finden Sie beim agrarmanager.

Auch interessant